Rosenheim: Danone-Werk soll schließen – Mitarbeiter treten für 2 Tage in Streik

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Wenig Außenwirkung, aber ebenso bedrohlich für die Produktion: Die Danone-Mitarbeiter sind beim "Home-Striking".

Der Arbeitskampf wird nach NGG-Einschätzung die Produktion vollständig zum Erliegen bringen.

Update 30.8.,15.43 Uhr: 

Danone will weiter verhandeln

Eine Sprecherin von Danone hat den OVB Heimatzeitungen ein Statement zum aktuellen streik gesendet. Darin heißt es

"Wir sind weiterhin offen für die Gespräche und halten an den Terminen für die weiteren Verhandlungen zum Sozialplan fest. Im September sind dafür bereits einige Termine fest geplant. Deshalb können wir den heutigen Streik nicht nachvollziehen. Für uns steht der Sozialplan im Vordergrund, da er alle Mitarbeiter berücksichtigt, nicht nur diejenigen, die in der Gewerkschaft organisiert sind."

Update 30.8.,12.18 Uhr: 

Danone-Mitarbeiter bringen durch „Home-Striking“ Produktion zwei Tage zum Erliegen

Die Danone-Beschäftigten treten mit dem Sonntag, 30. August, in einen zweitägigen Streik, „in einen besonderen“, wie Georg Schneider von der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen betonte. Mit „Home-Striking“ habe man corona-bedingt eine neue Form des Ausstands entwickelt, sprich: Die Mitarbeiter, die sich am Streik beteiligen, tragen sich in Listen im Streikbüro auf dem angrenzenden Danone-Lkw-Parkplatz ein – und gehen dann wieder nach Hause. Die Beteiligung sei überwältigend, so Schneider. „Nahezu die gesamte Belegschaft macht mit“, so sein Resümee. 

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Soziale Härten verhindern

Wegen des Arbeitskampfs kam die Produktion nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vollständig zum Erliegen. „Die 160 Beschäftigten erwarten, dass die Geschäftsleitung jetzt endlich über einen Sozialtarifvertrag verhandelt, um soziale Härten zu verhindern“, so Schneider. „Wenn Danone keine Verhandlungen um vernünftige Abfindungen und Weiterbildungsmöglichkeiten aufnimmt, könnten die Mitarbeiter schon bald erneut in den Ausstand treten“, mutmaßt der Gewerkschaftsvertreter. Der vom Unternehmen vorgelegte Sozialplan reiche nicht aus. Wie berichtet, will der französische Lebensmittelkonzern das Werk in Rosenheim bis Juli 2021 schließen.

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Meldung 30.8., 9.30 Uhr: 

Ziel: Bessere Abfindungen  

(dpa/lby) - Erneut haben Beschäftigte des vor der Schließung stehenden Danone-Werks in Rosenheim die Arbeit niedergelegt. Mit dem zweitägigen Streik kämpfen sie für bessere Abfindungen. 

"Management tritt 90 Jahre Tradition aus Rosenheim mit Füßen": 24 Stunden Streik bei Danone

Seit Sonntagmorgen gegen 4.00 Uhr gelange keine Frischmilch mehr in die Produktionsstraßen, teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Damit solle die Herstellung von Quark-Joghurt-Cremes und Hüttenkäse in der Nacht zum Montag verhindert werden, die in Rosenheim überwiegend vom Band laufen. Zunächst solle die Produktion bis Dienstagmorgen ruhen.

Standort geht es trotz Corona-Pandemie wirtschaftlich gut

"Der Unmut unter den 160 Beschäftigten über die geplante Schließung ist groß. Sie erwarten, dass die Geschäftsleitung jetzt endlich über einen Sozialtarifvertrag verhandelt, um soziale Härten zu verhindern", sagte Georg Schneider von der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern. Das Unternehmen hatte im Januar angekündigt, das Werk mit etwa 160 Beschäftigten bis Juli 2021 zu schließen. Der Gewerkschaft zufolge geht es dem Standort trotz Corona-Pandemie wirtschaftlich gut.

Warnstreik der NGG bei Danone in Rosenheim am 30. Juni.

Der Arbeitskampf wird nach NGG-Einschätzung die Produktion vollständig zum Erliegen bringen. "Wenn Danone keine Verhandlungen um vernünftige Abfindungen und Weiterbildungsmöglichkeiten aufnimmt, könnten die Mitarbeiter schon bald erneut in den Ausstand treten", sagte Schneider weiter. Der bisher vorgelegte Sozialplan reiche nicht aus. Der Arbeitskampf solle corona-konform ablaufen, betonte die NGG. Man setze auf "Home-Striking": Die Beschäftigten würden nach einem Besuch im Streikbüro den Ausstand zuhause fortführen, um größere Menschenansammlungen vor dem Werkstor zu vermeiden.

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