Zu viele Neu-Infektionen

Ab sofort in Rosenheim: Verschärfte Corona-Regeln – und die Bußgelder steigen

Der Grenzwert für Corona-Neuinfektionen, auf den sich Bund und Länder geeinigt hatten, ist in Rosenheim überschritten. Die Stadt muss handeln und erlässt schärfere Corona-Beschränkungen. Und die Verstöße dagegen könnten umgehend teurer werden, wie das Innenministerium ankündigt.

Update 12.55. Uhr:

Bayern verschärft Corona-Bußgelder für Verstöße gegen Maskenpflicht

München (dpa/ki) - Mit höheren Bußgeldern für Maskenverweigerer und mehr Kontrollen will Bayern die Ausbreitung des Coronavirus in Bayern ausbremsen. «Wir werden den Bußgeldkatalog auf 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen anheben», sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag (24. August) in München. Für Verstöße gegen Quarantäneauflagen sollen zudem 2000 Euro fällig werden. «Wir hoffen, dass es zu einer noch besseren Einhaltung kommt», sagte Söder.

Diese Entscheidung passiert vor dem Hintergrund deutlich steigender Fallzahlen in Bayern. Die Stadt Rosenheim hat derzeit die meisten Neu-Infektionen im Freistaat und hat die Coronaregeln in mehreren Punkten verschärft (s. unten).

Lesen Sie hier: Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten heute über verschärfte Corona-Regeln

Das Innenministerium erarbeite gerade mit dem Gesundheitsministerium den Bußgeldkatalog, er solle noch im Laufe der Woche bekannt gemacht werden. Künftig sollen dann auch Polizisten direkt Verwarnungen aussprechen können, bislang waren hierfür die Gesundheitsämter und die Ordnungsämter verantwortlich.

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie kündigte Söder zudem eine Ausweitung der Corona-Testzentren auf die Bahnhöfe für Fernbusse an. Bislang gibt es nur an Autobahnen, Flughäfen und normalen Bahnhöfen mit Fernverkehr Testzentren. Spätestens ab Anfang September würden dann auch die regionalen Testzentren ihre Arbeit aufnehmen.

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Update 12.28 Uhr:

Gastronom: „Eh meistens nur kleine Gruppen“

Der Rosenheimer Gastronom Manfred Kirner (Stockhammer) sagt im Gespräch mit den OVB Heimatzeitungen: „Wir sind trotz der neuen Beschränkungen zuversichtlich. Wir haben ein gut funktionierendes Hygienekonzept. Zwar waren die ersten Beschränkungen vor einigen Monaten einschneidend, aber die Stadt Rosenheim hat das sehr gut geschafft – allein mit dem ‚Sommer in Rosenheim‘. Jetzt haben wir bei uns eh meistens nur kleine Gruppen und Familien zu Gast. Noch wissen wir nicht, wie es bei Reservierungen über fünf Personen aussieht. Für dieses Jahr können wir eh noch keine großen Veranstaltungen planen.“ 

Meldung 9.50 Uhr:

Das gilt jetzt für Bürger in Rosenheim

50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche – das ist die von Bund und Ländern vereinbarte Schwelle für verschärfte Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Der Grenzwert für die 7 Tage-Inzidenz war in der Stadt Rosenheim am Wochenende (22./23.08.) mit 53,7 überschritten. Die Folge: Vertreter der Stadt müssen Konsequenzen ziehen.

Laut einer Pressemitteilung erlässt die Stadt Rosenheim demnach in Abstimmung mit dem Rosenheimer Gesundheitsamt mit sofortiger Wirkung Kontakt-Beschränkungen, um die weitere Verbreitung des Corona-Virus zu unterbinden.

Die Maßnahmen sehen im Einzelnen vor: 

  • Reiserückkehrer aus Risikogebieten werden zu einem zweiten Test nach fünf bis sieben Tagen verpflichtet. Er ist Voraussetzung für die Aufhebung der häuslichen Quarantäne. Diese Anordnung gilt für Stadt und Landkreis Rosenheim.
  • Der Aufenthalt von Gruppen im öffentlichen Raum wird ab sofort auf Angehörige eines Hausstands, andernfalls auf maximal fünf Personen beschränkt. Diese Anordnung erfolgt für das Gebiet der Stadt Rosenheim verpflichtend, für das Gebiet des Landkreises gilt eine entsprechende Empfehlung.
  • Die Teilnehmerzahl bei nicht öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen wird auf 50 Personen begrenzt. Unter freiem Himmel sind maximal 100 Personen zugelassen. Diese Regelung ist wiederum für das Rosenheimer Stadtgebiet verpflichtend, für das Gebiet des Landkreises gilt eine entsprechende Empfehlung. 
  • Allen Reiserückkehrern aus dem Ausland, vor allem aus südosteuropäischen Ländern wird zudem dringend empfohlen, das kostenlose Testangebot, z.B. an der Teststation Hochfelln an der A8 und an der Rastanlage Heuberg an der A93 in Anspruch zu nehmen.

Die Maßnahmen werden mindestens solange aufrechterhalten bis der Schwellenwert 7 Tage in Folge nachhaltig unterschritten wird.

März: „Es geht um die Verantwortung für Ihre Mitmenschen“

Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März sieht angesichts der neuerlich erhöhten Infektionszahlen die positiv Getesteten in einer besonderen Verantwortung: „Bitte halten Sie sich dringend an die geltenden Quarantäneregeln, auch wenn nicht wenige Infizierte, gerade jüngere Menschen, symptomfrei sind. Es geht um die Verantwortung für Ihre Mitmenschen.“

Der Oberbürgermeister bittet speziell auch die städtische Gastronomie, auf die Einhaltung der geltenden Hygieneschutzkonzepte zu achten. Deren Einhaltung werde angesichts der steigenden Infektionszahlen ab sofort intensiver überwacht, so der städtische Ordnungsdezernent Herbert Hoch: „Die verschärfte Überwachung ist auch deshalb erforderlich, um das bisherige Entgegenkommen gegenüber den Gastronomen in der Stadt weiter aufrecht erhalten zu können.“

Der Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamts, Dr. Wolfgang Hierl, appelliert mit Nachdruck an die Bürgerinnen und Bürger in Stadt und Landkreis, die geltenden AHA-Abstands- und Hygieneschutzmaßnahmen zuhause und auch bei Urlaubsreisen einzuhalten. „Sollte die Zahl der Neuinfektionen nicht wieder sinken wird an einer noch weitergehenden Verschärfung der Beschränkungen kein Weg vorbeiführen. Das gilt sowohl für die Regelungen für Reiserückkehrer als auch für Beschränkungen im privaten Bereich“, weist Dr. Hierl auch auf weitere mögliche Maßnahmen hin.

Bereits ab einem Wert der 7-Tage-Inzidenz von 35 sind die Gesundheitsämter verpflichtet, das Gesundheitsministerium über die Ursache der steigenden Zahlen und über lokale Gegenmaßnahmen zu informieren.

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