Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Projekt der Bürgerstiftung und des Vinzentiusvereins

Aktion gegen knurrende Mägen: Warum 2100 Rosenheimer Grundschüler jetzt eine Brotbox bekommen

Helfen bei der Brotboxen-Aktion mit: Mitglieder des Elternbeirats, Andreas Schmidt, Geschäftsführender Gesellschafter vom „Prinzipal Catering“, Stadträtin Ricarda Krüger und Andrea März vom Rosenheimer Vinzentiusverein.
+
Helfen bei der Brotboxen-Aktion mit: (von links) Mitglieder des Elternbeirats, Andreas Schmidt, Geschäftsführender Gesellschafter vom „Prinzipal Catering“, Stadträtin Ricarda Krüger und Andrea März vom Rosenheimer Vinzentiusverein.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
    schließen

Frühstück ist für Grundschüler die wichtigste Mahlzeit. Und doch gibt es zahlreiche Kinder, die mit knurrenden Mägen im Unterricht sitzen. An der Grund- und Mittelschule in Fürstätt gibt es deshalb seit Frühjahr 2022 eine Brotbox-Aktion - die jetzt auf ganz Rosenheim ausgeweitet werden soll.

Rosenheim - Seit 4.30 Uhr stehen die Köche von Andreas Schmidt bereits in der Küche. Sie schneiden die Karotten in Streifen, die Gurken in Scheiben und zerteilen den Käse in kleine Blöcke. „Für uns war sofort klar, dass wir uns an dem Projekt beteiligen“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Firma „Prinzipal Catering“. Er ist Vater von zwei Töchtern und beliefert seit 2019 Kindertagesstätten und Schulen in der Region mit - so heißt es auf seiner Webseite - biologisch zertifizierten Lebensmitteln.

Er steht in dem Werkraum in der Astrid-Lindgren-Grundschule und verteilt Nüsse, Gemüse und Semmeln in die jeweiligen Brotzeitboxen. Um ihn herum stehen Andrea März vom Vinzentiusverein, Christian Hlatky und Ricarda Krüger von der Rosenheimer Bürgerstiftung, Michael Fraenkel und Sylvia Schmidt von der Firma „Onkokontor“ sowie Vertreter des Elternbeirats. Sie tragen Handschuhe, befüllen Brotbox um Brotbox.

Nicht die Unselbstständigkeit der Eltern fördern

„Seit Jahrzehnten gibt es zu viele Grundschüler, die ohne Frühstück das Haus verlassen und keine Brotzeit dabeihaben. Das kann und darf nicht sein“, sagt Andrea März. Ideen, mit regelmäßigen Frühstücksangeboten oder der Möglichkeit, das Essen einmal in der Woche in die Hand gedrückt zu bekommen, seien wieder verworfen worden - aus Sorge, dass dadurch die Unselbstständigkeit der Eltern gefördert wird.

Auftakt des Projekts in Fürstätt

Stattdessen entsteht die Idee, Brotboxen für die Grundschulkinder bereitzustellen. Die erste Füllung übernehmen die Sponsoren, für die kommenden Wochen sind dann die Eltern gefragt. Im Frühjahr 2022 beginnt das Projekt in Fürstätt.

„Die Brotboxen sind dort sehr gut angekommen“, erinnert sich Christian Hlatky. So gut, dass man beschließt, die Aktion auch auf andere Grundschulen in der Stadt auszuweiten. Um die Leiter und Eltern aller Grundschulen zu erreichen, verfassen die Organisatoren einen Brief und lassen diesen in vier verschiedene Sprachen übersetzen.

Acht Grundschulen, 2100 Kinder

In dem Schreiben wird erklärt, was es mit der Aktion auf sich hat und wie die Befüllung ablaufen soll. Einen Monat später haben sich die Leiter von acht Grundschulen zurückgemeldet - und sich für eine Teilnahme ausgesprochen. „Das bedeutet, dass wir Brotboxen für 2100 Grundschüler befüllen müssen“, sagt Andrea März. Für die Mutter von drei Töchtern eine Herzensangelegenheit.

Thematisierung im Unterricht

Dafür eingesetzt, dass es das Projekt auch an weiteren Grundschulen in der Stadt gibt, hat sich auch Sylvia Schmidt. Sie sitzt im Stiftungsrat der Bürgerstiftung und ist die geschäftsführende Gesellschafterin der Firma „Onkokontor“. „Wir hoffen, dass wir mit der Aktion die Eltern erreichen können, die ihre Kinder bisher ohne Frühstück in die Schule schicken“, sagt sie. Zudem wünscht sie sich, dass die Lehrer das Thema „Frühstück“ weiterhin im Unterricht thematisieren.

Geht es nach Michael Fraenkel - der während des Herbstfestes den Prosecco-Stadl betreibt - sollen die Brotboxen noch ein zweites Mal von den Sponsoren gefüllt werden. „Erst dann sehen wir, wie das Projekt läuft und wie es angenommen wird“, ist er sich sicher.

Freuen sich über die gefüllten Boxen: Die Grundschüler der Astrid-Lindgren-Grundschule um Klassenlehrerin Birgit Fischer-Kuhn.

Schon jetzt ist die Freude über die gefüllten Brotboxen groß. Das zeigt ein Besuch in der Klasse 2b. Freudestrahlend nehmen die Kinder ihre Boxen entgegen, vergleichen, wer was bekommen hat und fragen ihre Klassenlehrerin Birgit Fischer-Kuhn, ob sie schon etwas probieren dürfen. Die nickt, beobachtet ihre Schützlinge dabei, wie sie genüsslich von ihrer Semmel abbeißen. Hungrig im Unterricht sitzt bei ihr an diesem Vormittag niemand.

Kommentare