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In der Küpferlingstraße 55

Neues Lokal in Rosenheim: „Brezn“ zieht in Traditionsgaststätte „Zum Beflügelten Rad“

Freuen sich über die Neueröffnung: (von links) Selma und Resad Beyazit, Marisa und Sebastian Steegmüller sowie Lorenz Stiglauer, Geschäftsführer von der Flötzinger Brauerei.
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Freuen sich über die Neueröffnung: (von links) Selma und Resad Beyazit, Marisa und Sebastian Steegmüller sowie Lorenz Stiglauer, Geschäftsführer von der Flötzinger Brauerei.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Weil in der Wittelsbacherstraße ein neues Hochhaus entstehen soll, muss das Lokal „Zur Brez‘n“ weichen. Groß darüber war die Trauer bei Pächter Resad Beyazit und den Stammgästen. Jetzt hat der Wirt ein neues Restaurant eröffnet – im ehemaligen „Zum Beflügelten Rad“ an der Küpferlingstraße 55.

Rosenheim – Resad Beyazit ist seit mehr als 30 Jahren Wirt aus Leidenschaft. Erst in Raubling, später im Lokal „Zur Brezn“ an der Wittelsbacher Straße und seit Freitag in der neuen „Brezn“ an der Küpferlingstraße. Hier hat er die vergangenen Tage gemeinsam mit Familie, Freunden und Stammkunden verbracht. Er hat neue Gesichter begrüßt, mit den Jugendlichen Billard gespielt, geplaudert und dafür gesorgt, dass es den Besuchern an nichts fehlt. „Es ist wunderbar“, sagt Resad Beyazit.

Begrüßung per Handschlag

Er steht hinter der Theke, serviert Bier in gekühlten Gläsern und begrüßt die Gäste per Handschlag. Die meisten kennt er noch aus seinem Lokal an der Wittelsbacher Straße. „Ich war damals sehr traurig, als ich von dem Abriss erfahren habe“, sagt Beyazit.

Wie berichtet, soll an der Wittelsbacher Straße ein neues Hochhaus gebaut werden, das Platz für Wohnungen und Gewerbe bietet. Und zwar genau dort, wo sich im Moment noch das Wirtshaus „Zur Brez‘n“ und das Kundendienstbüro einer Versicherung befinden. Beides soll 2023 abgerissen werden, um Platz für Neues zu schaffen.

Durch Zufall auf Haus aufmerksam geworden

Für Resad Beyazit der Grund, warum er sich nach fast acht Jahren an der Wittelsbacher Straße überlegen musste, ob er in Rente geht oder noch einmal von Neuem anfängt. Weil er ein Macher ist und jemand, der die Dinge in die Hand nimmt, entscheidet er sich für den Neuanfang. Durch Zufall sei er auf das Haus in der Küpferlingstraße 55 aufmerksam geworden.

Hier hatte lange Zeit die Gaststätte des Eisenbahnervereins „Zum Beflügelten Rad“ ihren Sitz. Laut einem Eintrag im Stadtarchiv ist das Lokal mit Ausschank 1902 fertiggestellt worden. Der Wirtschaftsbetrieb umfasste damals ein Gast- und zwei Nebenzimmer, einen Saal, die Wirtschaftsküche mit Speis, Wurstküche und -kessel, Fleischladen mit Selchofen, den Hausgang sowie den Eiskeller, die Fleischbank, die Sommerschänke und den Wirtschaftsgarten.

Die Traditionsgaststätte „Zum Beflügelten Rad“ hat um das Jahr 1902 eröffnet.

Fünf Monate für Reinigung und Umbau

Mittlerweile ist das Bild ein anderes. Woran auch Resad Beyazit und seine Frau Selma nicht ganz unschuldig sind. Nachdem sie sich mit dem Pächter – der Baugenossenschaft des Verkehrspersonals Rosenheim – geeinigt hatten, haben sie die vergangenen fünf Monate damit verbracht, dem Lokal ihrem Stempel aufzudrücken.

Zahlreiche Stammgäste an den ersten Tagen

Fast das komplette Mobiliar aus der „alten Brezn“ ist in die Küpferlingstraße umgezogen. Dazu die Küchengeräte – und ein Großteil der Gäste.

„Ich freue mich sehr darüber, dass mit der früheren Traditionsgaststätte „Zum Beflügelten Rad“ der perfekte Standort für das Gasthaus „Zur neuen Brezn“ gefunden wurde“, sagt Lorenz Stiglauer, Geschäftsführer der Flötzinger Brauerei. Dass bereits an den ersten Tagen so viele Stammgäste aus der alten Brezn da waren, zeige, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei.

Neue Fassade kommt im Frühjahr

Seit einigen Tagen ist in das Haus an der Küpferlingstraße 55 neues Leben eingekehrt.

Und auch die Gäste fühlen sich wohl. „Mir gefällt es gut. Es ist sehr schön geworden“, sagt beispielsweise Rudolf Hötzel, der für die Republikaner im Stadtrat sitzt. Lediglich die Fassade wirke eher wenig einladend. Doch: Läuft alles nach Plan, soll das Haus im Frühjahr beziehungsweise Sommer einen neuen Anstrich bekommen.

Kinder sollen Lokal übernehmen

In den kommenden Jahren wollen sich Resad Beyazit und seine Frau jetzt einen Ruf in der Küpferlingstraße aufbauen, danach sollen ihre Kinder das Lokal übernehmen. „Es ist das erste Mal, dass ich und meine Frau zusammenarbeiten“, sagt er. Ohne die Familie hätte er den Schritt ohnehin nicht gewagt. „Ich bin auch nicht mehr der Jüngste.“ An seiner Leidenschaft hat sich über die Jahre jedoch nichts geändert. Das wird auch bei einem Besuch im Lokal „Zur neuen Brezn“ deutlich.

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