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25 Gespräche in 3 Stunden

Auf eine Gondel-Fahrt im Riesenrad mit dem OVB: Diese Themen bewegen die Rosenheimer

Der Zweite Bürgermeister der Stadt Daniel Artmann und OVB-Redakteurin Anna Heise.
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Der Zweite Bürgermeister der Stadt Daniel Artmann und OVB-Redakteurin Anna Heise.
  • Anna Heise
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Drei Stunden, knapp 200 Fahrten und zahlreiche gute Gespräche: 25 Rosenheimer sind der Einladung von OVB-Redakteurin Anna Heise und Schausteller Max Fahrenschon gefolgt und haben erzählt, was sie im Moment bewegt. Über Unterhaltungen in 24 Meter Höhe.

Rosenheim – Anton Heindl wäre nicht Anton Heindl, wenn er sich nicht akribisch auf den Termin vorbereitet hätte. Zehn Minuten vor 11 Uhr wartete der ehemalige Zweite Bürgermeister der Stadt bereits vor dem Riesenrad mit zwei Din-A4-Seiten voller Notizen. Darauf steht unter anderem, dass die Busspur in der Innstraße aufgehoben und die Weinstraße zur Fußgängerzone erklärt wird – mit einem Poller ab dem GRWS-Haus.

Christine Schweiger (rechts) und ihre Tochter Romana von „Kind und Werk“.

Sanierung des Huberhauses

Die dritte Runde im Riesenrad, das Schausteller Max Fahrenschon erst vor einigen Wochen von der Firma „Lamberink“ an der Nordsee abgeholt hat, nutzte Heindl, um sich dafür einzusetzen, dass mit der Sanierung des sogenannten Huberhauses in der Münchener Straße zeitnah begonnen und noch einmal darüber nachgedacht wird, ob es in der Innenstadt tatsächlich für jeden Bürger eine Biotonne braucht. „Viele Hausbesitzer haben keine Möglichkeit, noch eine Tonne dazuzustellen“, sagte Heindl.

Kuko-Tiefgarage nicht behindertengerecht

ÖDP-Stadtrat Horst Halser und seine Frau Johanna.

Die Themen Biotonne und „Huberhaus“ treiben auch ÖDP-Stadtrat Horst Halser um, der gemeinsam mit seiner Frau Johanna Schildbach-Halser mehrere Runden im Riesenrad drehte. „Eine wöchentliche Leerung der Biotonne bedeutet unglaublich hohe Kosten, die an die Bürger weitergegeben werden“, sagt Horst Halser. Das könnte seiner Meinung nach zu einer fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung führen. Ihn ärgert auch die Situation rund um die Prinzregentenschule.

Kritik an fehlender Holzbauweise

„Mit dem Neubau wird zuviel Freifläche vernichtet“, sagt der Stadtrat. Zudem kritisierte er, dass es keine Holzbauweise gebe und auf dem Dach eine Solaranlage fehle. Lob gab es für das gute Klima im Stadtrat, den Versuch das Panger Volksfest durchzuführen und die Solidarität unter den Bürgern.

„Das große ehrenamtliche Engagement für Vertriebene aus der Ukraine ist beeindruckend“, ergänzte seine Frau Johanna Schildbach-Halser. Sie störe unter anderem, dass die Tiefgarage des Kultur- und Kongresszentrums nicht behindertengerecht sei und ein entsprechender Hinweis bei der Einfahrt fehle. Auch der Grüne Markt sei ihrer Meinung nach ein Trauerspiel. „Sogar Stephanskirchen und Bad Aibling haben attraktivere Wochenmärkte“, sagte sie.

Braucht Rosenheim eine zweite Eisfläche?

Voll des Lobes für die „schöne Stadt“ war Rudolf Hötzel (Republikaner). Ihn bedrücke lediglich die Situation rund um die Starbulls. „Es ist eine Katastrophe, dass sie rausgeflogen sind.“ Doch auch diese Tatsache ändere nichts daran, dass es in Rosenheim eine zweite Eisfläche brauche – unter anderem für die Jugend.

Stadträtin Ricarda Krüger (Die Partei)und Redakteurin Anna Heise.

Leben kehrt zurück in die Stadt

Seinen Platz in der Gondel übergab er an Stadträtin Ricarda Krüger (Die Partei), die gemeinsam mit Christian Hlatky von der Bürgerstiftung zur Veranstaltung gekommen ist. Während sich Krüger vor allem darüber freute, dass das Leben Stück für Stück in die Stadt zurückkehrt und auch Platz für die moderne Kultur gemacht wird, berichtete Hlatky aus seiner Arbeit in der Luitpoldhalle.

Christian Hlatky von der Bürgerstiftung.

Dort kümmert er sich – gemeinsam mit über 50 Ehrenamtlichen – um die geflüchteten Menschen aus der Ukraine. Für ihn sei es nach wie vor bedrückend, dass die Menschen in einer Sporthalle leben müssen. Aber es gebe auch Lichtblicke. Die Schulen würden sich engagieren, es gebe Malkurse und eine Fahrradwerkstatt in der Finsterwalderstraße, in der zwei Männer aus der Ukraine kostenlos Räder reparieren.

Aus Charkiw nach Rosenheim geflüchtet

Irmgard Oppenrieder mit Ivan und Katja aus Charkiw.

Wie sehr Angebote wie diese helfen, wissen auch Ivan und Katja aus Charkiw. Die beiden sind vor fast drei Wochen aus der Ukraine geflüchtet und leben seitdem bei Irmgard Oppenrieder, der Vorsitzenden des Seniorenbeirats. Die drei sind gemeinsam gekommen, um über den Dächern Rosenheims über ihre neue Wohngemeinschaft zu sprechen.

„Für mich und meinen Mann war sofort klar, dass wir jemanden aufnehmen wollen“, sagt Irmgard Oppenrieder. Läuft alles nach Plan, soll das Paar noch in diesem Monat eine Wohnung in Pang bekommen. Dann wollen sie sich nach einer Arbeit umsehen. Die Hoffnung aber bleibt, dass die beiden irgendwann in ihre Heimat zurückkehren können.

Susanne Delp, Leiterin der Stadtbibliothek (rechts) und Redakteurin Anna Heise.

Braucht es eine Bewirtschaftung der Loretowiese?

Es folgen Gespräche darüber, wie sinnvoll eine Bewirtschaftung der Loretowiese ist, warum das Café „Arche“ im Mangfallpark unbedingt wieder bewirtschaftet werden sollte, wieso es für die Innstraße eine „gescheite Lösung für Radfahrer“ braucht und das neue Stadtspiel des Rosenheimer Theaters.

Planungen für das ehemalige Riefgelände

SPD-Politiker Abuzar Erdogan (links) und Markus Bundil vom Stadtjugendring.

Abuzar Erdogan und Markus Bundil informierten über die Arbeit des Stadtjugendrings, Herbert Borrmann, Fraktionsvorsitzender der CSU, lobte, dass es mit den Planungen für das ehemalige Riefgelände vorangehe und Sabine Lemm wünschte sich, dass E-Autos in der Stadt die Möglichkeit zum kostenlosen Parken hätten.

Während Daniel Artmann, Zweiter Bürgermeister der Stadt begrüßte, dass sich alle Politiker fraktionsübergreifend für Rosenheim einsetzen, sorgte sich Karl-Heinz Brauner (Grüne), dass es in der Stadt – gerade während der Pandemiezeiten – zu viele Menschen gebe, die unzufrieden mit dem System der Demokratie seien. Ansonsten habe hätte sich die Stadt in seinen Augen „radikal zum Positiven verändert“.

Horst Rankl und Renate Benner vom Rosenheimer Theater.

Ein wichtiger Perspektivwechsel

Es ist eine Meinung, die man während der dreistündigen Veranstaltung, über den Dächern Rosenheims, immer wieder gehört hat. Und so hat Max Fahrenschon mit seinem Riesenrad nicht nur für einen Perspektivwechsel gesorgt – sondern auch die Möglichkeit für viele gute Gespräche geschaffen.

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