Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Händler aus dem Raum Rosenheim geben Auskunft

Preisschock bei den Christbäumen? So teuer wird Weihnachten dieses Jahr

Birgit Weiß (links) und Ingrid Weiß mit ihren Christbäumen
+
Birgit Weiß (links) und Ingrid Weiß mit ihren Christbäumen
  • VonIsabella Wildemann
    schließen

Die Preise vieler Alltagsgüter schießen in die Höhe und das bekommen die Verbraucher zu spüren. Doch wie viel mehr muss dieses Jahr für einen Christbaum gezahlt werden? Christbaumhändler aus dem Rosenheimer Umland sprechen Klartext.

Stephanskirchen/Rohrdorf/Schechen/Rosenheim - Eine echter Baum im Wohnzimmer gehört für viele Menschen zur Weihnachtszeit dazu. Doch laut Christbaumhändlern aus der Region Rosenheim muss dieses Jahr etwas mehr dafür gezahlt werden - und das hat auch seine Gründe.

Eine Nordmanntanne mit circa 1,50 bis 1,80 Meter kostet bei „Mittner Christbäume“ in Stephanskirchen heuer 35 bis 45 Euro. Je nach Schichtung des Baumes, könne der Preis dabei wie gewohnt variieren, erklärt Ludwig Mittner, der Betreiber des Christbaumverkaufs. Im Vergleich zum Vorjahr seien sie jedoch um einiges teurer geworden. Zwischen zwei und vier Euro mehr müsse er jetzt für seine Christbäume verlangen.

Hohe Energiekosten sind eine Belastung

Die Gründe dafür seien ganz alltäglich. Nicht nur für den Verbraucher, sondern auch für den Händler selbst sind die momentanen Energiekosten eine Belastung. Ausschlaggebende Faktoren seien für ihn vor allem die gestiegenen Kosten für Strom, als auch für Kraftstoff. Diese erhöhen zusätzlich auch die Aufwendungen für die Hersteller von Dünger und im Rückschluss müsse Mittner mehr für diesen bezahlen.

Ähnliche Aspekte kann auch Manuel Mayr vom „Christbaumverkauf Rosenheim“ in Rohrdorf bestätigen. Dort gibt es Nordmanntannen in zwei Preisklassen. Der Preis der Premium Bäume mit einer Höhe von 1,50 bis 1,95 Meter, liegt dieses Jahr bei 38 Euro. Ausgewählte Bäume zwischen 1,50 bis 1,75 Meter kosten nun 67 Euro.

Reaktionskette der Preissteigerungen

Wegen den steigenden Preisen überall „muss man ja ein bisschen mitziehen“, so Mayr. Allein die Erhaltungskosten für den Verkaufsstand in Rohrdorf seien dieses Jahr um einiges teurer als in der Vergangenheit. Dazu gehören beispielsweise die gestiegene Pachtgebühr, Strom und die Kosten für einen Bauzaun oder benötigtes Personal. Da es an dem Verkaufsplatz auch die Möglichkeit gebe zu verweilen, gebe es ein Lagerfeuer und dafür wird Brennholz benötigt.

Der Preis dafür ist, genau wie der für den angebotenen Glühwein und Stollen, stark gestiegen. Doch auch die erhöhten Kraftstoffpreise betreffen den Christbaumverkauf. Unter anderem, weil Mayr auch Privathaushalte, Firmen, Hotels und Autohäuser im Großraum Rosenheim beliefere. „Man kann nicht nur auf den Einkaufspreis vom Christbaum schauen, weil alles gestiegen ist“, erklärt er.

Um das Angebot von Bäumen der geringeren Preisstufe zu erhalten, habe er sich dazu entschieden, diese bei dem Preis des Vorjahres zu belassen. Die ausgewählten „First-Selection-Tannen“ müsse er jedoch für bis zu 20 Euro teurer verkaufen, um die höheren Aufwendungen auszugleichen.

Welche Schritte es braucht, bis ein Christbaum bereit zur Ernte ist, zeigt unsere Grafik.

Der Betrieb „Weiß“ aus Schechen hat die letzten acht Jahre nie die Preise der Christbäume anpassen müssen, „aber jetzt sind wir auch nicht mehr drum herum gekommen“, erzählt Ansprechpartnerin Birgit Weiß. Dieses Jahr mussten auch sie die Preise ihrer Nordmann-, Blau- und Weißtannen, Fichten und Kiefern erhöhen. Bei einer Höhe von 1,50 bis 1,80 Meter liegen diese jetzt bei circa 35 bis 40 Euro. Im Jahr zuvor seien sie noch etwa fünf Euro günstiger gewesen.

Zusätzliche Aufwendungen für Bio-Betriebe

Zusätzlich zu den hohen Energiekosten, die sie in derselben Weise wie die anderen Christbaumhändler beeinflussen, komme noch ihr vollständiger Umstieg auf einen Bio-Betrieb in diesem Jahr hinzu. Seit Anfang Dezember seien sie aus der Umstellungsphase heraus.

Doch damit seien auch enorme Mehrkosten verbunden. Anstatt systematisch zu spritzen oder zu düngen, verwenden sie, laut Weiß, nur noch naturverträgliche Mittel, wie beispielsweise Öle oder Molke. Die Einkaufspreise dieser Mittel seien auch sonst schon vergleichsweise hoch gewesen, erklärt sie. In der momentanen Preisentwicklung seien sie jedoch noch teurer geworden.

In dem Betrieb werden außerdem die meisten Aufgaben, wie das Mähen der Baumfelder, per Hand erledigt. Doch dafür wird entsprechendes Personal benötigt und auch die Kosten für dieses seien rasant gestiegen. Um diese Aufwendungen zu begleichen, habe es die Preiserhöhung für die Christbäume in diesem Jahr gebraucht, erklärt sie.

Auch großes Familienunternehmen spürt die Energiekrise

Seit vielen Jahren besteht das Gartencenter der Familie Nickl in Rosenheim schon. Auch sie spüren die Auswirkungen der Inflation. Generell haben sie, wie jedes Unternehmen, das Problem der höheren Produktions- und Transportkosten ihrer Lieferanten, erklärt der Geschäftsführer Florian Nickl. Auch ihre internen Kosten, wie für Energie oder Mitarbeiter seien gestiegen. Deshalb haben sie auch schon in einigen Bereichen ihre Preise erhöhen müssen. Sie versuchen jedoch prinzipiell, solche Erhöhungen sehr moderat zu halten, versichert er.

Für die Christbaumpreise in diesem Jahr sei es jedoch schwer eine klare Bilanz im Vergleich zu den Vorjahren zu ziehen. Heuer bieten sie eine Preisgruppe an Bäumen, von 1,50 bis 2,20 Meter, für 27,99 Euro an. Zwar haben sie letztes Jahr Christbäume für einen geringeren Preis angeboten, aber das hänge generell von anderen Faktoren ab und schwanke immer wieder, erklärt Nickl. Es komme dabei eher darauf an, welche Menge an Bäumen sie zu welchen Einkaufspreisen kaufen, oder woher diese kommen.

Kommentare