Ärger um freilaufende Hunde und uneinsichtige Tier-Besitzer an Rosenheimer Badesee

Ärger am Happinger Ausee: Adelbert Schömer beobachtet jeden Abend freilaufende Hunde. Dabei herrscht dort Leinenpflicht.
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Ärger am Happinger Ausee: Adelbert Schömer beobachtet jeden Abend freilaufende Hunde. Dabei herrscht dort Leinenpflicht.
  • vonAnna Hausmann
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Adelbert Schömer (68) aus Rosenheim ist wütend. Jeden Abend schwimmt er im Stadtteil Happing im Floriansee. Ein Naherholungsgebiet, vermeintliche Idylle für die Anwohner. Es ist sein kleines Ritual, jeden Abend. Doch jeden Abend verstießen Hundebesitzer gegen die Leinenpflicht im Wasser, wie er den OVB-Heimatzeitungen berichtet.

Rosenheim – Immer wieder erlebt der Rosenheimer Adelbert Schömer (68) nach eigenen Angaben, dass sich Hundebesitzer rund um den Floriansee nicht an geltende Regeln halten. „Besonders dreist war eine Frau, die ihren Hund zwischen badenden Klein- beziehungsweise. Kindern ins Wasser ließ.“ Hierfür habe er „keinerlei Verständnis“.

Dabei sei das Ganze ja eine klare Sache, ist der Rosenheimer überzeugt. Er verweist auf die Verordnung Nummer 175 der Stadt Rosenheim. Dort steht verankert: Für Tiere aller Art, insbesondere Hunde, gelte die Leinenpflicht. Weiter: „Während der Badesaison (01.05.-30.09.) ist die Mitnahme von Tieren aller Art, insbesondere Hunde, auf die ausgewiesenen Liegeflächen und den dazugehörigen Badebereichen untersagt.“ Lediglich die Mitnahme von angeleinten Hunden auf den ausgewiesenen Wegen im Bereich der Kioske sei erlaubt.

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In Coronazeiten sollte die Leinenpflicht besonders beachtet werden, findet Schömer. Aus Hygienegründen seien die Badeplätze und insbesondere die Liegefläche für Hunde überhaupt nicht geeignet. „Die Menschen wollen sich erholen, stattdessen laufen sie Gefahr, sich in die Exkremente der Tiere hineinzulegen.“ Doch die unerwünschten Hundebesuche seien keine Seltenheit. „Die Hunde haben sich rund um den Happinger Ausee geradezu etabliert, ständig erscheint der ein oder andere am Feuerwehrgelände.“

Problematik sei abends und am Wochenende besonders schlimm

Dem ehrenamtlichen Feuerwehrmann sind die Hunde vor allem zwischen badenden Kleinkindern ein Dorn im Auge. Abends und am Wochenende sei die Problematik besonders schlimm. „So kann das nicht weitergehen.“ Einen Ordnungsdienst habe er bisher noch nicht gesehen. „Ich habe mich bei der Stadt erkundigt. Dort sagte man mir, man möchte vermehrt Kontrolleure einsetzen.“ Trotz des Ärgers hat der Rosenheimer Verständnis mit den Hundebesitzern: „Ich verstehe, dass man seinen Hunden eine Abkühlung verschaffen möchte. Natürlich möchte man auch sein Haustier an seiner Seite haben.“ Seine Tochter habe selbst einen Hund. Doch als Hundebesitzer habe man auch eine gewisse Verantwortung. „Hier ist gegenseitige Rücksichtnahme angesagt.“

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Das Problem ist der Stadt bekannt: Immer mal wieder gebe es einzelne Beschwerden über frei laufende oder frei badende Hunde, so die Antwort von Seite der Stadt.

Die Beschwerden erreichten das Ordnungsamt fast jeden Sommer, besonders am Naherholungsgebiet an den Happinger Seen. Die Stadt habe bereits zahlreiche Hinweisschilder aufgestellt, die Hundebesitzer auf die geltende Ge- und Verbote, unter anderem zum Thema Hunde, hinzuweisen. Ein Sicherheitsdienst überwache diese Regelungen während der Badesaison.

Patrouillen der Stadt und Polizei

Auch die Polizei patrouilliert gelegentlich an den Seen: Sie agiere als Schiedsrichter zwischen Hundebesitzern und anderen Badegästen, erklärt Robert Maurer, Medienbeauftragter der Polizeiinspektion Rosenheim. Besonders auf dem ehemaligen Areal der Landesgartenschau trete das Problem mit den freilaufenden Hunde öfter auf. Der Beamte vermutet: „Die Hundebesitzer achten wahrscheinlich abends weniger auf die geltenden Vorschriften.“

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Bei ihren Patrouillen spreche die Sicherheitswacht die Personen an. Im ersten Schritt belehre man die Menschen. Sollte die Person erneut auffällig werden, gebe die Polizei die Daten an die Stadt weiter. Im Härtefall, bei erneutem Widerhandeln, drohe ein Bußgeld. Die meisten Hundebesitzer reagierten aber vernünftig, weiß er. Eine Scheu sei unbegründet: „Hat ein Bürger in irgendeiner Weise Bedenken, sei es bei freilaufenden Hunden oder anderen Angelegenheiten, kann er sich jederzeit bei uns melden.“

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