Nach Keim-Fund bei Routine-Prüfung

Romed-Klinikum: Neugeborenen-Intensivstation ist wieder aufnahmebereit

Ein Frühchen auf einer Geburtsstation.
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Ein Frühchen auf einer Geburtsstation.
  • Rosi Gantner
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Entwarnung auf der Neugeborenen-Intensivstation am Romed-Klinikum Rosenheim: Die Station ist wieder geöffnet. Sie war geschlossen worden, nachdem bei Routinekontrollen gefährliche Keime festgestellt worden waren (Enterobacter und Klebsiella).

Update, 19. November 2020, 15 Uhr:

Wie berichtet, kam es auf der Neugeborenen-Intensivstation aufgrund von festgestellten antibiotika-resistenten Keimen zu einem Aufnahmestopp (30.10.2020). Zwischenzeitlich sind keine Neukolonisationen bei den Neugeborenen auf der Kinderintensivstation mehr zu beobachten. Die noch kolonisierten Neugeborenen, die weiterhin keine Krankheitssymptome zeigen, werden in einem räumlich getrennten Anteil der Kinderintensivstation weiter behandelt.

Zahlreiche organisatorische Maßnahmen wurden kürzlich umgesetzt, wie z. B. der Tausch der Siphons bei allen Wasserauslässen und die Durchführung von zusätzlichen intensivierten Schulungen. Vonseiten des Gesundheitsamts und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie der Klinikhygiene kam jetzt „grünes Licht“ für die sofortige Wiedereröffnung.

„Weiterhin erfolgt mit dem Gesundheitsamt, dem LGL und der Abteilung für Klinikhygiene ein regelmäßiger Austausch. Wir sind sehr froh, dass wir jetzt wieder für unsere kleinen Patienten aufnahmebereit sind“, berichtet Chefarzt Dr. Torsten Uhlig erleichtert. 

Update 11. November 2020, 17.15 Uhr

Rosenheim – Gute Nachrichten gibt es von der Neugeborenen-Intensivstation am Romed-Klinikum Rosenheim, wo zuletzt bei Routineuntersuchungen Keime entdeckt worden waren: Hier ist die Situation unverändert stabil. „Glücklicherweise ist kein Baby erkrankt“, sagt Kliniksprecherin Elisabeth Siebeneicher auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Ein Neugeborenes bereits verlegt

Eines der Neugeborenen ist der Sprecherin zufolge mittlerweile nicht mehr intensivpflichtig und konnte verlegt werden. Insgesamt befänden sich noch fünf kleine Patienten auf der betroffenen Station.

Zwischenzeitlich erfolgte laut Romed mit dem Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim und den Klinikhygienikern eine Nachbesprechung sowie eine Stationsbegehung. Dabei habe sich gezeigt, dass die eingeleiteten Maßnahmen zielführend seien. Aktuell sollen noch weitere Umgebungsuntersuchungen erfolgen. „Im besten Fall erteilt das Gesundheitsamt im Laufe der Woche grünes Licht, sodass die Station zunächst teilweise wieder geöffnet werden kann.“

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Update, 4. November 2020, 16.33 Uhr

Rosenheim - Wie Sprecherin Elisabeth Siebeneicher auf Anfrage erklärte, sind bis dato (Stand 4. November) keine Infektionen aufgetreten. Ein Neugeborenes konnte nach Hause entlassen werden; eine weitere Entlassung sei für Freitag geplant.

Patientinnen mit drohender Frühgeburt oder bei denen anzunehmen ist, dass eine intensivmedizinische Versorgung des Neugeborenen nach der Geburt zu erwarten ist, werden der Sprecherin zufolge noch vor der Geburt in die Partnerkliniken nach Traunstein, München oder Landshut verlegt. 

Falls es in der Geburtshilfe zu akuten Notfallsituationen käme, die ein sofortiges intensivmedizinisches Handeln erforderlich machten und bei denen der Zustand des Neugeborenen einen Transport aus medizinischen Gründen unverantwortlich mache, würden die Neugeborenen im Romed-Klinikum Rosenheim weiterhin adäquat versorgt und behandelt, versichert die Sprecherin.

Update 2. November, 18.55 Uhr

Hygiene-Abteilung sucht nach Ursprung der Keime

Rosenheim – Schock für das Romed-Klinikum: Die Neugeborenen-Intensivstation ist mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Laut Klinikum wurde zwar niemand infiziert. Aber jetzt gilt erst einmal ein Aufnahmestopp.

Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass gefährliche Keime (Enterobacter und Klebsiella) in der Neugeborenen-Intensivstation am Standort Rosenheim gefunden wurden – bei Routineuntersuchungen. Die gute Nachricht in diesem Fall: Nach wie vor zeige keines der insgesamt acht betroffenen Babys Hinweise auf eine Infektion, so Klinik-Sprecherin Elisabeth Siebeneicher (Stand 2. November).

Und weiter: „Die kleinen Patienten sind isoliert beziehungsweise mit gleichem Keim kohortiert.“ Auch die Eltern hätten die Nachricht vergleichsweise gut aufgenommen, erklärte Romed-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Lage ist stabil.“

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Nach wie vor wird fieberhaft nach den Ursachen für die Keimsituation geforscht. Derzeit sind die Ursachen laut der Klinik-Sprecherin noch nicht sicher identifiziert. „Es werden in Zusammenarbeit mit der Hygieneabteilung jedoch erhebliche Anstrengungen unternommen, mögliche Quellen der Keimbesiedelung zu identifizieren, sodass wir hoffen, bald konkretere Aussagen treffen zu können.“

Situation wird mit regelmäßigen Abstrichen überwacht

Der Aufnahmestopp für die „Frühchen-Station“ gilt vorerst weiter. Für „akute unvorhergesehene geburtshilfliche Komplikationen“, die das Neugeborene betreffen könnten, sei aber eine adäquate neonatologische Versorgung gewährleistet, heißt es von Romed. Ziel sei weiter eine vorsichtige, schrittweise Wiedereröffnung der Station oder Teilen davon unter engem Monitoring und Überwachung der Keimsituation.

Es würden weiterhin regelmäßige Abstriche durchgeführt, um die Keimsituation zu überwachen. „Ob bauliche Änderungen wie der Austausch von Siphons oder Ähnliches erforderlich sind, ist von den Ergebnissen der bakteriologischen Untersuchungen abhängig“, so die Sprecherin. Die intensivierten Schulungen des Personals, aber auch der Eltern, die als Besuchspersonen auf Station kommen, würden weitergeführt.

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Die ursprüngliche Meldung vom 30. Oktober

Rosenheim – Schreckmoment im Romed-Klinikum Rosenheim: Auf der Neugeborenenstation wurden antibiotikaresistente Keime festgestellt – bei einer wöchentlichen Routineuntersuchungen, wie die OVB-Heimatzeitungen exklusiv erfahren haben. Die gute Nachricht: Keines der Neugeborenen ist durch die Keime infiziert oder zeigt Krankheitssymptome. Diesbezüglich kann Klinik-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram Entwarnung geben. Die schlechte Nachricht: Über das Perinatalzentrum Rosenheim musste ein Aufnahmestopp verhängt werden – vorerst auf unbestimmte Zeit.

Frühgeborene sind besonders anfällig

In regelmäßigen Abständen, einmal die Woche, werden die „Frühchen“ auf der Neugeborenenstation im Romed-Klinikum Rosenheim auf Keime untersucht: „Dies ist sinnvoll, um frühzeitig zu erkennen, wenn sich ein gegen Antibiotika resistenter Erreger in den Hautabstrichen oder in anderen Körperflüssigkeiten der Neugeborenen findet“, erläutert der Klinik-Chef. Denn insbesondere Frühgeborene seien für Infektionen anfällig und bedürften daher einer besonderen Überwachung.

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Dass man bei diesen Routineabstrichen fündig wird, sei nicht unüblich, ordnet Deerberg-Wittram die Lage ein. Auf der Neugeborenenstation Rosenheim dennoch Neuland: „Wir kannten das Problem bislang nicht.“ Bis zuletzt seien die Werte am Perinatalzentrum im bayerischen Vergleich außergewöhnlich gut gewesen.

Keime, die für gesunde Menschen ungefährlich sind

Ende dieser Woche schreckten die Ergebnisse der jüngsten Untersuchung auf: Bei mehreren Babys auf der Neugeborenen-Intensivstation wurden zwei antibiotikaresistente Erreger festgestellt – auf der Haut. Dabei soll es sich um Enterobacter und Klebsiella handeln. Keime, die nach den Worten des Klinik-Chefs für gesunde Menschen ungefährlich sind – „aber sie gehören nicht auf eine Neugeborenenstation, weil man nie weiß, ob es zu Infektionen kommt.“

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Stand Freitag konnte das Klinikum vorsichtige Entwarnung geben: Keines der aktuell acht Neugeborenen auf der Frühchenstation ist infiziert. Gleichzeitig habe man „unverzüglich“ Maßnahmen in enger Abstimmung mit der Hygieneabteilung und dem Gesundheitsamt ergriffen, um der Ursache der Keimbesiedlung auf den Grund zu gehen, versichert Deerberg-Wittram.

Klinikum betreibt intensive Ursachenforschung

„Diese Maßnahmen beinhalten unter anderem umfassende Untersuchungen der Umgebung, einen vorläufigen Aufnahmestopp auf der Neugeborenenintensivstation, die räumliche Trennung der Patienten sowie die ausführliche Aufklärung der Patienteneltern und intensivierte Schulung des medizinischen und pflegerischen Personals.“

Wie lange der Ausnahmezustand andauern wird – dazu kann der Klinikleiter noch keine Aussage machen. Deerberg-Wittram: „Im Klinikum werden jetzt alle Anstrengungen unternommen, um eine Gefährdung der kleinen Patienten zu verhindern und um die möglichen Ursachen zu identifizieren.“ Geplant sei, die Neugeborenen, sobald verlegungsfähig, nach und nach in andere Kliniken zu verlegen. Im Anschluss wird gründlich desinfiziert. „Wir rechnen damit, dass bis in ein, zwei Wochen ein Teil der Station wieder eröffnet werden kann.“

Bis dahin wird der Aufnahmestopp aufrecht erhalten. Patienten werden in diesem Zeitraum an das Krankenhaus Traunstein oder nach München weiterverwiesen.

Perinatalzentrum Südostbayern

Im Perinatalzentrum Südostbayern/Standort Rosenheim werden als sogenanntes „Level 1-Zentrum“ alle Neu- und Frühgeborenen ab dem Beginn der Lebensfähigkeit, also ab etwa 22 bis 24 Schwangerschaftswochen behandelt.

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