Liedermacher mit frechem Mundwerk bei „Sommer in Rosenheim“ zu Gast

Die Gitarre mit im Gepäck: Drei Stunden lang wird Roland Hefter in Rosenheim spielen.
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Die Gitarre mit im Gepäck: Drei Stunden lang wird Roland Hefter in Rosenheim spielen.
  • vonAnna Hausmann
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Am Samstag, 15. August, betritt der Allrounder Roland Hefter mit seinem neuen Programm „So lang‘s no geht“ die Bühne: Von 18 bis 21 Uhr gibt er in der Innenstadt und auf der Salingartenbühne seine Lieder zum Besten. Wir haben vorab mit dem Münchner (52) gesprochen.

Rosenheim – Kabarettist, Liedermacher, Schauspieler und obendrein noch Münchner Stadtrat: Roland Hefter hat viele Eisen im Feuer. Am Anfang war das Wort – aber nicht bei Roland Hefters Musikkarriere. Denn bevor er mit dem Singen begann, spielte der Sänger erst mal Trompete. Mit 16 Jahren kaufte er sich seine erste Gitarre, und fing an zu schreiben. Seine Songs? „Die handeln vom Leben, von der Geburt bis zum Tod“, sagt er.

Über 200 Lieder hat der Liedermacher in seinem Repertoire. „Das ein oder andere werde ich sicher am Samstag mit im Gepäck haben.“

Auf Umwegen auf die Bühne

Nach einer Handwerkslehre zum Schildermacher studierte er Grafikdesign. Die Leidenschaft blieb die Musik. „Es gibt keinen Weg zurück, auf dem Weg zum Glück“, singt er in seinen Liedern, geradezu philosophisch. „Ich bin irgendwie auch Alltagphilosoph“, sagt er und lacht. Seine Lieder klingen wie das „Laissez-faire“ der Franzosen, gepaart mit bayerischer Gemütlichkeit. Eins haben seine Lieder alle gemein: ein Augenzwinkern. „Man darf auch mal über sich selbst lachen“, findet der Sänger. Genau davon handelt sein Song „Des werd scho no“. Der Name ist Programm. Man müsse die schönen Seiten im Leben zu schätzen lernen. Sonst ende man wie in seinem Lied „Des is da Neid“: eifersüchtig auf die schöne Freundin des anderen, dessen neues Auto und die bombastische Hochzeit.

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Von der Bühne in die Politik

Roland Hefter ist kein Freund großer Worte, wenn es um seine Person geht. Sonst nimmt der Liedermacher kein Blatt vor den Mund, auch nicht vor der Presse. Er sagt, was er denkt. Seine oftmals derben Ausdrücke kann man ihm nicht böse nehmen. Vielleicht war es gerade sein freches Mundwerk, das den SPD-Politiker 2020 in den Stadtrat der bayerischen Hauptstadt brachte. Sein besonderes Anliegen ist das kulturelle Leben. Die Gitarre hing er für seine Politikkarriere allerdings nicht an den Nagel. „Ein wenig musste ich meine Auftritte doch reduzieren. Mehr als 200 im Jahr gehen nicht.“

An der Seite von „Rosenheim-Cop“ Dieter Fischer

Seine Lieder brachten ihn schon zum Circus Krone oder zur Volkssängerrevue ins Münchner Hofbräuhaus. Selbst in Kambodscha und Kamerun trat er auf. Fernab von der Bühne flimmerte der gebürtige Münchner auch mal über den Fernsehbildschirm. „Ich bin ja kein gelernter Schauspieler. Aber wenn die Rolle zu mir passt, spiele ich sie auch.“ Seine Paraderolle? „Ein lebenslustiger Bayer.“ Neben „Mama Bavaria“ Luise Kinseher war er in der BR-Serie „München 7“ zu sehen. An der Seite von „Die Rosenheim-Cops“-Star Dieter Fischer mimte er den Bauhofangestellten Emil. Seit 2016 tritt Hefter auch im Vorprogramm für die Kabarettistin Monika Gruber auf.

Austausch zweier Städte

Der Liedermacher ist längst nicht nur solo unterwegs: Mit seiner Band „Isarrider“ schlägt er auch mal rockigere Töne an. Als Teil des Trios „3 Männer – nur mit Gitarre“ tourt er neben den bayerischen Liedermachern und Kabarettisten Keller Steff und Michi Dietmayr.

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Seine ernste Seite

Doch Roland Hefter kann aber auch mal ernst werden. Denn bei Nationalsozialismus und Verschwörungstheorien rund um das Corona-Virus hört für ihn der Spaß auf. Keinerlei Verständnis habe er für Menschen, die während Corona nur jammerten. „Man muss endlich sehen, wie gut die Situation hier gemeistert wird.“ Die aktuelle Corona-Lage verarbeitet er wiederum in seiner Musik: „Ich habe quasi einen ‚Koa-Wiesn-Hit‘ geschrieben.“

Diesen Song wird der Bayer auch bei „Sommer in Rosenheim“ spielen. Der Rosenheimer Kulturreferent Wolfgang Hauck ist überzeugt: „Mit Roland Hefter haben wir einen Liedermacher, der die momentane Situation sehr gut beleuchten kann.“ Außerdem gebe es durch den Sänger einen aktiven Austausch zwischen Rosenheim und München. „Zwischen den beiden Kulturbereichen gibt es viele Vernetzungen, die wollen wir auch in der momentanen Situation nicht wegbrechen.“

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