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Verwirrung um dritte Impfung

Trotz Vorerkrankungen: Rohrdorfer bekommt Booster-Impfung in Rosenheim verweigert

Keine dritte Impfung: Beim Rosenheimer Impfzentrum ist ein Rohrdorfer damit gescheitert, seinen Impfschutz auffrischen zu lassen.
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Keine dritte Impfung: Beim Rosenheimer Impfzentrum ist ein Rohrdorfer damit gescheitert, seinen Impfschutz auffrischen zu lassen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Im Rosenheimer Impfzentrum wollte sich der Rohrdorfer Thomas Bössl eigentlich ein drittes Mal gegen Corona impfen lassen. Doch zum Termin, den er hierfür vereinbart hatte, gab es viele Gespräche, aber keine Spritze.

Rosenheim – Der Rohrdorfer Thomas Bössl ist besorgt. Die steigenden Zahlen bei den Corona-Infektionen, gerade in Südostbayern, bereiten ihm Kopfzerbrechen. Mit Blick auf seine Vorerkrankungen entschloss sich Bössl deswegen zu einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus. Er berichtet: Für den 2. November hat er hierfür über das Impfportal des Landes Bayern einen Termin für das Rosenheimer Impfzentrum vereinbart. Seine ersehnte Dosis erhielt er dort jedoch nicht.

Hausarzt des Mannes ist überlastet

Aus praktischen Gründen wollte sich Bössl in der Rosenheimer Einrichtung eine dritte Spritze geben lassen. Das Zentrum liegt für den Rohrdorfer günstig, zudem sei sein Hausarzt in Kolbermoor derzeit ohnehin schon überlastet.

Im Gepäck, berichtet er, hatte der 57-Jährige Unterlagen aus seiner Patientenakte dabei. Dokumente, die belegt hätten, dass eine dritte Corona-Impfung für ihn sinnvoll sei.

Vom Sicherheitsdienst zurückgewiesen

Zunächst, schildert der IT-Experte, ist er vom Sicherheitsdienst zurückgewiesen worden. Wohl, weil seine Zweitimpfung noch nicht sechs Monate zurückliege, wie Bössl vermutet. Am 13. Mai hatte er die zweite Dosis erhalten und damit den vorgeschriebenen Abstand von sechs Monaten zwischen zwei Injektionen nur geringfügig unterschritten.

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Bössl beruft sich auf die Corona-Impfverordnung des Bundes. In dieser ist zu lesen, dass die von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Abstände zwischen Auffrischungsimpfungen eingehalten werden sollen, nicht müssen.

Nicht im empfohlenen Alter

Wie Bössl berichtet, ist er mit seinem Anliegen bis zu einem Mitarbeiter der Malteser vorgedrungen. Die Hilfsorganisation betreibt das Impfzentrum im Auftrag von Stadt und Landkreis. Der Mitarbeiter wiederum wies ihn ab, da er noch nicht zur Altersgruppe gehöre, für die seitens der Stiko eine dritte Impfung empfohlen wird, schildert Bössl. Derzeit sind dies alle ab einem Alter von 70 Jahren. Der Rohrdorfer blieb hartnäckig und verwies darauf, dass er aus medizinischer und beruflicher Sicht zu einer Risikogruppe gehöre.

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Doch mit seiner Argumentation drang er beim Mitarbeiter der Malteser nicht durch, wie der Rohrdorfer erzählt. Bössl beschwerte sich bei der Impfhotline. Dort wiederum habe man ihm die Auskunft erteilt, dass am Tag seines Impftermins die EDV im Impfzentrum ausgefallen sei, weswegen alle Impflinge hätten abgewiesen werden müssen.

Stadt widerspricht

Tatsächlich kam es an besagtem 2. November zu einem bayernweiten Ausfall der Impfsoftware für die Zentren, wie die Stadt Rosenheim auf Anfrage bestätigt. Dieser habe jedoch nur zwei Stunden gedauert. Bei allen anderen Dingen, die Bössl schildert, ist die Stadt anderer Auffassung.

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„Weder gehört der Beschwerdeführer der Personengruppe an, für die eine Auffrischungsimpfung empfohlen wird, noch war in seinem Fall der Mindestabstand von sechs Monaten zwischen Zweit- und Drittimpfung gewahrt“, heißt es seitens der Stadt, die sich ebenso auf die aktuelle Corona-Impfverordnung beruft.

Dritte Impfung derzeit frühestens ab 60

Diese Faktenlage, kombiniert mit dem EDV-Ausfall, habe die gewünschte Auffrischungsimpfung im Impfzentrum Rosenheim am 2. November nicht zugelassen.

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Bayerns Gesundheitsministerium wiederum verweist darauf, dass seit September Booster-Impfungen auch für Personen möglich sind, für die es noch keine Impfempfehlung seitens der Stiko gibt. Es geht um Menschen mit Vorerkrankungen, die einen schweren Verlauf bei einer möglichen Covid-Erkrankung erwarten lassen.

Gesprächsangebot am nächsten Tag

Die Entscheidung, wer zu diesen Kreis Gefährdeter gehört, obliege den Hausärzten. Auch hier gibt es einen Haken: Dieser Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz gilt nur für Personen ab 60 Jahren. So oder so vertritt das Ministerium die Auffassung: Wenn ein Hausarzt seinem Patienten eine dritte Impfung empfiehlt, sollte dieser die Injektion auch selbst vornehmen.

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Schon einen Tag nach seiner Abweisung am Impfzentrum, berichtet Bössl, habe ihn ein Arzt der Einrichtung angerufen und ihm für den 15. November ein Gespräch angeboten. Für diesen Tag erwartet Bössl aber eher einen Kaffeeplausch, statt seiner begehrten dritten Corona-Impfung. So oder so wäre der Termin hinfällig. Denn zwei Tage später bekomme er so oder so eine dritte Impfung – diesmal jedoch bei seinem Hausarzt.

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