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Heilig Geist-Kirche wieder weithin hörbar

Renovierung von Rosenheimer Kirchenglocken nach eineinhalb Jahren abgeschlossen

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Feierlicher Segen für die Glocken.
  • vonJohannes Thomae
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Fast 80 Jahre war die Kirche Heilig Geist ohne Stimme: Ihre Glocken wurden 1942 nach Wien verbracht und dort eingeschmolzen. Jetzt aber hat sie wieder Glocken, wenn sie auch noch eine Woche in Sankt Nikolaus stehen werden, wo sie gestern in einem feierlichen Festgottesdienst gesegnet wurden.

Rosenheim – Damit ist der Schlusspunkt gesetzt am Ende einer grundlegenden Renovierung, in der die Kirche für etwa eineinhalb Jahre geschlossen war. Ab dem heutigen Dienstag kann sie von acht bis 18 Uhr wieder besucht werden, wenn auch coronabedingt derzeit nur maximal fünf Personen in den Kirchenraum dürfen.

Die Kosten für Sanierung und Ausstattung der Kirche betragen insgesamt knapp zwei Millionen Euro. Etwa 1,7 Millionen zahlt die Erzdiözese, etwa 300.000 Euro entfallen auf die Kirchenstiftung.

Weihbischof Wolfgang Bischof segnet die beiden Glocken und weiht den Altar der Heilig Geist-Kirche in der Kirche St. Nikolaus. Auf dem Altar brennen Weihrauchfeuer.

In theologischer Hinsicht sind die Glocken sicherlich nicht das Wichtigste, da kommt dem Altar mehr Bedeutung zu, der ebenfalls gestern geweiht wurde. Für den „normalen“ Rosenheimer aber ist es das Geläut, das nach acht Jahrzehnten der Stille wieder auf Heilig Geist aufmerksam macht.

Für Weihbischof Wolfgang Bischof, der den Festgottesdienst zelebrierte, ist es gewissermaßen die Stimme gewordene Frohbotschaft, die zur Zuversicht aufruft. „Fürchtet Euch nicht!“ sei der Satz, der im Neuen Testament vielhundertmal geäußert werde. Er sei jetzt, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie durchaus auch als eine Aufforderung zu verstehen, dass Hoffnung zu haben erlaubt und Hoffnung zu verbreiten eine Aufgabe sei.

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Eine Aufgabe, der die Kirche Heilig Geist nach der Renovierung besonders nachkommen kann, denn wie früher wird sie ein Ort der Versammlung, noch mehr als früher aber ein Ort des Innehaltens sein: Der Kirchenverwaltung, allen voran Pfarrer Andreas Maria Zach war es ein besonderes Anliegen, dass nun auch der Kirchenraum frei zugänglich ist. Früher konnte man ihn nur zu Gottesdiensten oder während Veranstaltungen betreten, ansonsten musste man vor einem Gitter unterhalb der Empore verweilen. Jetzt kann man den Kirchenraum selbst betreten und ihn sich wirken lassen.

Blick in das Innere der Heilig Geist-Kirche.

Ein Angebot, das sicher wahrgenommen werden wird. Denn wenn auch Oberbürgermeister Andreas März in einem kurzen Grußwort am Ende des Gottesdienstes davon sprach, dass Heilig Geist eher schlicht sei und gar nichts Dominantes an sich habe - den Rosenheimern scheint sie dennoch ans Herz gewachsen: So fanden sich in den letzten Tagen, als erkennbar war, dass die Renovierung zu ihrem Ende kommen würde, immer wieder Passanten ein, die die geöffneten Türen nützten und bei ihrer Kirche für einen Moment vorbeischauten.

Für Dr. Evelyn Frick, die die Renovierung als Kunsthistorikerin begleitete, zeigt sich hier eine Verbundenheit der Gläubigen spürbar, die die Kirche seit jeher begleitet hätten. „Am Anfang der Kirche, im Jahr 1449, stand eine Stiftung von Hans und Ursula Stier und auch heute sind es wieder Stiftungen, die die Restaurierung vollenden halfen.“ Die Familien Wenz und Bachmann stifteten die Glocken, die Familien Palcic-Oberhofer und Etzel die Fenster.

Hier führt also eine Jahrhunderte alte Tradition in die Zukunft und eine solche von Mut getragene Aufbruchsstimmung wünscht sich Weihbischof Wolfgang Bischof auch ganz allgemein für die Kirche: Es gelte mehr denn je Frieden in eine gespaltene Welt zu tragen Symbolisch tief, dass alle neu geschaffenen liturgischen Orte in der Kirche, Altar, Ambo und auch der Kerzenständer, den Gedanken des Zusammenfindens aufgreifen. Die Münchner Bildhauerin Sabine Straub hat zwei am Anfang getrennte Flächen aufeinander zulaufen und sich dann überlagern lassen.

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