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Spenden benötigt

Reichen die Lebensmittel? Rosenheimer Tafel und Leibspeise erleben Ansturm von Kriegsflüchtlingen

Leere Regale in der Tafel: Hinter Leiterin Elisabeth Bartl liegen stressige Wochen. Unter anderem deshalb, weil die Lebensmittel immer knapper werden.
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Leere Regale in der Tafel: Hinter Leiterin Elisabeth Bartl liegen stressige Wochen. Unter anderem deshalb, weil die Lebensmittel immer knapper werden.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Während sich die Hilfsorganisationen „Tafel“ und „Leibspeise“ in der Vergangenheit vor allem um bedürftige Menschen in Rosenheim gekümmert haben, versorgen sie jetzt auch Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet. Das Problem: Die Lebensmittel werden immer knapper – und eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Rosenheim – Elisabeth Bartl ist es gewöhnt, dass der Andrang bei der „Tafel“ groß ist. Doch in den vergangenen Wochen ist auch sie an ihre Grenzen gekommen. „Wir werden überrannt“, sagt die Leiterin. Jeden Tag würden mehr Geflüchtete aus der Ukraine vor ihrer Tür stehen – darunter junge Frauen, Kinder aber auch einige Männer. Ein Teil von ihnen habe in der Luitpoldhalle eine vorübergehende Bleibe gefunden, andere sind bei Privatpersonen untergekommen.

Sprachbarriere ist ein großes Problem

„Die Sprachbarriere ist eines der größten Probleme“, sagt Bartl. Aber noch mehr Kopfzerbrechen als die Sprache macht der Leiterin die Tatsache, dass ihr die Lebensmittel ausgehen. Nicht nur aufgrund der zahlreichen neuen Kunden, sondern auch, weil es in den Supermärkten aufgrund des Krieges zu Lieferengpässen kommt.

„Dadurch bleiben weniger Lebensmittel übrig, die normalerweise an sozialen Einrichtungen gespendet werden“, sagt Bartl.

Ihre Mitarbeiter habe sie deshalb bereits angewiesen Milch, Konserven und Hygieneartikel sparsamer auszugeben. „Die Rosenheimer müssen jetzt lernen, zu teilen“, sagt sie. Wirklich gut ankomme das bei den Kunden nicht. „Es gibt schon kritische Stimmen“, sagt Bartl.

Nudeln, Reis und Konserven

Mit einer Besserung der Situation rechnet sie vorerst nicht. Im Gegenteil. Um dennoch weiterhin alle Menschen in der Stadt versorgen zu können, wendet sich Bartl mit der Bitte um Lebensmittelspenden an die Bürger. Gebraucht werden neben Nudeln, Reis und Konserven auch Tee, Milch, Hygieneartikel sowie Schokolade für die Kinder.

Warenströme drastisch eingebrochen

Auf die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung angewiesen, ist auch die Rosenheimer „Leibspeise“. „Unsere Warenströme sind drastisch eingebrochen, die Regale sind leer“, sagt Leiter Peter Kaiser.

Auch er verzeichnet einen Zuwachs der Kunden, hat deshalb extra ein eigenes Ausgabezeitfenster für die ukrainischen Kriegsflüchtlinge eingerichtet. Alle seien geduldig, würden warten, bis sie an der Reihe sind, um ihre Lebensmittel entgegenzunehmen. „Wir sind nach wie vor bemüht, die Menschen zufriedenzustellen“, sagt Kaiser.

Lebensmittel müssen zugekauft werden

Trotzdem kommen auch er und seine Mitarbeiter langsam, aber sicher an ihre Grenzen. „Noch können wir es stemmen. Aber wir müssen schauen, dass Geld reinkommt und wir nicht komplett leergeräumt werden“, sagt Kaiser.

Während er normalerweise auf die Lebensmittel setzt, die im Supermarkt stehen geblieben sind, muss er jetzt zum Teil Lebensmittel zukaufen. Finanzielle Unterstützung erhält er – nachdem er einen Antrag eingereicht hat – jetzt von der Stadt.

Hoffen auf die Bevölkerung

Dennoch bleibt die Hoffnung, dass die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung – ähnlich wie zu Beginn der Pandemie – wieder zunimmt. Denn: „Wir wollen niemanden unverrichteter Dinge wieder wegschicken müssen“, sagt Elisabeth Bartl. Doch wenn es so weitergeht wie bisher, könnte das durchaus passieren. Das weiß auch Peter Kaiser.

In Rosenheim leben momentan rund 300 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Davon sind knapp 90 in der Luitpoldhalle untergebracht, wo sie auch versorgt werden. Im Moment sind laut Stadt keine weiteren Flüchtlingszuweisungen geplant. Wer der Tafel der Diakonie unterstützen will, kann Lebensmittel bei der Ausgabestelle in der Tannenbergstraße 4 montags und dienstags zwischen 8 und 12 Uhr abgeben. An der Ausgabestelle in der Westermayerstraße 1a können Lebensmittel immer mittwochs und donnerstags zwischen 8 und 12 Uhr abgegeben werden. Wer an die Leibspeise spenden will, kann die Lebensmittel direkt in der Leiblstraße 16 vorbeibringen. Über einen Anruf wird vorab gebeten. Peter Kaiser ist telefonisch erreichbar unter 0172 / 85 26 034.

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