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Interview

Regisseure der Rosenheimer Theaterinsel zu Premiere der neuen Saison: „Wir sind fasziniert von den Extremen“

Führen bei „Bilder deiner großen Liebe“ Regie: Sophia Pölcher und Stefan Hohn.
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Führen bei „Bilder deiner großen Liebe“ Regie: Sophia Pölcher und Stefan Hohn.
  • VonRebecca Seeberg
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Mit dem Stück „Bilder deiner großen Liebe“ inszenieren gleich drei Regisseure der Rosenheimer Theaterinsel das Fragment des Autors Wolfgang Herrdorf. Zwei aus dem Trio zeigen im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen, an welchen Punkten sie bei der Zusammenstellung des Stückes zusammenfanden.

Rosenheim – Das Regie-Trio Sophia Pölcher (27), Stefan Höhn (26) und Miriam Brodschelm (23) inszeniert Wolfgang Herrndorfs „Bilder deiner großen Liebe“ in der Theaterinsel Rosenheim. In diesem letzten, unvollendeten Roman, den Herrndorf kurz vor seinem Tod begann, begibt sich seine Romanfigur Isa auf eine Reise: „Auf eine Reise zu sich selbst“, erklärt Regisseurin Sophia Pölcher. Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen sprechen Pölcher und Höhn über kaputte Werke und Germanisten auf der Bühne.

Wie bringt man ein Romanfragment auf die Bühne?

Sophia Pölcher: Herrndorf hat den Text kurz vor seinem Tod geschrieben und nie zu Ende gebracht – dementsprechend handelt es sich bei seinem Werk eher um zusammengefügte Fragmente, als um eine Geschichte. Grundlage unserer Inszenierung ist die Bühnenfassung des Dramaturgen Robert Koall, die ebenfalls eher aus losen Szenen besteht.

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Stefan Höhn: Aber das könnte auch so gewollt sein. Denn durch diese bruchstückhaften Elemente können Isas heftige Emotionswandel widergespiegelt werden.

Pölcher: Herrndorf selber hat mal gesagt, „Bilder deiner großen Liebe“ sei ein kaputtes Werk. Und er wollte eigentlich auch aufgrund dessen, dass es so bruchstückhaft ist, das Manuskript vernichten. Das hat er im Juli 2013 in sein Tagebuch geschrieben. Dem Rowohlt Verlag hat er schließlich doch die Rechte gegeben, die das Werk nach Herrndorfs Tod dann sehr vorsichtig zusammengesetzt haben. Weil er immer gesagt hat: Bloß keine Germanisten ranlassen.

Und jetzt spielt eine Germanistin die Hauptfigur der Inszenierung.

Pölcher: Stimmt, (lacht). Miriam Brodschelm studiert Germanistik.

Bilder deiner großen Liebe“ ist Ihr erstes Regieprojekt. Vor welche Herausforderungen hat Sie das gestellt?

Pölcher : Am Anfang bin ich mit einem totalen Plan in die Proben gegangen. Ich habe mir genau notiert, wie bestimmte Emotionen rübergebracht werden sollen. Ich habe dann schnell gemerkt, dass man viel mehr entstehen lassen muss. Dass die Rolle die Schauspielerin finden muss.

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Höhn: In Shakespeares „Was ihr wollt“, meinem Regie-Debüt zusammen mit Luca Kronast-Reichert, haben wir sehr klassisch Regie geführt. Ich denke, dass diese alternative Herangehensweise an eine Inszenierung, in der Sophia, Miriam und ich gemeinsam etwas entstehen lassen, dem Endergebnis förderlich ist, aber den Prozess erschwert.

Pölcher: Wir haben unterschiedliche Motivationen, warum genau dieses Stück für uns interessant ist. Aber wir treffen uns an dem Punkt, dass wir fasziniert sind von den Extremen, die Isa durchlebt und ihrer Andersartigkeit. Wie bricht man aus dieser Welt aus, in der man einen normativen Pfad bewandern soll, und wie findet man seinen eigenen Weg?

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Sie haben „Bilder deiner großen Liebe“ als Ein-Personen-Stück arrangiert. Was ist mit den Begegnungen, die Isa in Herrndorfs Roman auf ihrer Reise hat?

Höhn: Wir haben während der Proben einiges ausprobiert. Aber es hat immer wie ein Fremdkörper gewirkt, wenn in Isas Welt noch jemand anders auftrat.

Pölcher: Es gibt ein Rohr, das von der Bühne aus in die Außenwelt führt. Durch dieses Rohr kommuniziert Isa mit Personen, die sie trifft. Ihre Sprache ist dabei wiederum ein Extrem. In einem Moment ist sie rotzig-frech und im nächsten legt Herrndorf ihr schon fast Rainer-Maria Rilke in den Mund. Kühe und Pferde sieht Isa dann als „Kreis der Gespenster im Heer der Namenlosen“.

Die Termine:

Samstag, 4.September, 20 Uhr

Sonntag, 5. September, 17 Uhr

Freitag, 10. September, 20 Uhr

Samstag, 11. September, 20 Uhr

Sonntag, 12. September, 17 Uhr

Freitag, 17. September, 20 Uhr

Samstag, 18. September, 20 Uhr

Sonntag, 19. September, 17 Uhr

Karten gibt es bei der Theaterinsel Rosenheim, Chiemseestraße 8.

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