Die ersten Lieferungen sind verteilt

Regionale Produkte auf Bestellung: Erfolgreicher Auftakt der „Marktschwärmer“ in Rosenheim

Strahlen unter der Maske: Stefanie Wimmer und Michael Huber freuen sich im Cafe Stellwerk 18 auf die ersten Kunden ihrer Marktschwärmerei.
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Strahlen unter der Maske: Stefanie Wimmer und Michael Huber freuen sich im Cafe Stellwerk 18 auf die ersten Kunden ihrer Marktschwärmerei.
  • Korbinian Sautter
    vonKorbinian Sautter
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Die Online-Plattform „Marktschwärmer“ vermittelt und liefert Lebensmittel direkt vom Erzeuger. Im Café Stellwerk 18 in Rosenheim wurden jetzt die ersten Lieferungen verteilt. Ein Besuch vor Ort.

Rosenheim – Bei regionalen Händlern online bestellen und einmal pro Woche in Rosenheim abholen. Das ist das Prinzip des neuen Marktschwärmerstandes, der am Mittwoch zwischen 18 und 19 Uhr im Cafe Stellwerk 18 seine ersten Lieferungen verteilte. Die Samerbergerin Stephanie Wimmer möchte mit ihrem Geschäftspartner Michael Huber die Landwirte in der Region unterstützen und nutzt dafür die europaweit agierende Plattform der „Marktschwärmer“.

Anfangs viel Arbeit für wenig Ertrag

Bereits vor drei Monaten begann die Planung der jungen Studentin. „Damals bin ich viel in der Gegend rumgefahren und habe zunächst nur wenig Erfolg gehabt. Keiner wollte der Erste sein.“ Doch Wimmer gab nicht auf und kann mittlerweile auf einen Pool von neun Landwirten zurückgreifen, die ihre Produkte auf der Online-Plattform anbieten. Mit deren Hilfe kann Wimmer mittlerweile die vorgeschriebenen grundlegenden Lebensmittel anbieten und mit dem Verkauf beginnen.

Keine überschüssigen Lebensmittel

Für Obst und Gemüse sorgen die „Gärtnerei Gustererhof“ aus Großkarolinenfeld sowie der „Bicha Hof“ aus Nußdorf. Fisch und Fleisch kommen von Fischerei „Thomas & Florian Lex“ von der Fraueninsel und der Biometzgerei „Simsseer Weidefleisch“. Der „Donisihof“ aus Stephanskirchen liefert Eier und Nudeln, das „Finkennest“ Schonstett sorgt für verschiedenes Brot.

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Milchprodukte liefern die „Anderlbauer Käsespezialitäten“ und für die Genussmittel wie Schnapps und Eis sorgen die Frasdorfer „Brennerei Bachmaier“ und das „Rinser Naturreis“ aus Söchtenau. Alle Beteiligten sind jeden Mittwoch vor Ort, um die Bestellungen an die Kunden zu verteilen. Alle Produkte müssen dabei bereits bis Montag digital bestellt und bezahlt werden. „Dadurch können die Wirte ihr Angebot genau abstimmen und es gibt keine überschüssigen Lebensmittel“, erklärt Wimmer.

55 Bestellungen zu Auftakt

Das Konzept wurde angenommen. Alle Beteiligten freuten sich zum Auftakt über 55 Bestellungen. Viele Kunden standen bereits eine viertel Stunde vor der offiziellen Eröffnung mit Sicherheitsabstand in der Schlange, um ihre Tüten bei den Händlern abzuholen. Diese waren dabei so gestaffelt, dass man sich nur in eine Richtung bewegen musste, um bei jedem Stand vorbeizukommen.

Corona erschwerte Umsetzung

„Das Ganze während Corona zu beginnen ist sicher nicht ganz einfach, aber wir machen das Beste draus“, meint Wimmer. Auch die Landwirte wie Johann Huber waren erfreut, „endlich mal wieder rauszukommen“. Der Geschäftsführer der Frasdorfer Käserei war laut eigener Aussage sofort begeistert von der „Schwärmer-Idee“. Auch Claudia Gschwendtner war von dem Zuspruch positiv überrascht und freut sich, ihr Söchtenauer Natureis wieder persönlich verkaufen zu können.

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„Der Kundenkontakt ist uns dieses Jahr schon sehr verloren gegangen. Nachdem auch die Gastronomie als Kunde wegfällt, ist das hier eine gute Winter-Alternative.“

Vielfalt an Obst und Gemüse fehlt

Stefanie Wimmer überlegt bereits, wie sie ihr wöchentliches Angebot für die Zukunft optimieren kann. Die Studentin im Bereich digitale Unternehmensgründung möchte in jedem Fall noch mehr Partner akquirieren. „Wir versuchen durch die Eröffnung zu lernen, in welchen Bereichen wir uns noch verbessern können.

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Im Moment fehlt es uns noch etwas an der Vielfalt bei Obst und Gemüse.“ Nachdem sie aber bereits einige Partner an ihrer Seite hat, sieht die 24-Jährige gute Chancen darin, weitere Interessenten zu finden ohne, wie noch vor drei Monaten, stundenlang durch den Rosenheimer Landkreis fahren zu müssen.

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