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Corona-Pandemie

Als Kliniken in Rosenheim unter Covid-Belastung ächzten: Rettung durch Zusammenarbeit

Intensivstation und Pflegekräfte: Das Personal der Kliniken wäre überfordert, würden die Standorte einander nicht aushelfen,
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Zusammenarbeit auf der Station, aber auch im Verbund und der Region: Corona gewöhnte die Krankenhäuser an neue Formen der Kooperation. Foto Schön Kliniken
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Wie Corona die Kliniken in der Region Rosenheim forderte und die Zusammenarbeit förderte: Die vergangenen zwei Pandemie-Jahre brachten den Verbunden von Romed, Schön und Medical Park nicht nur Belastungen, sondern auch Erkenntnisse. Und ein neues Team-Gefühl.

Rosenheim – Mit Omikron scheint Corona altersmüde geworden zu sein. Und schon schwindet die Erinnerung etwa an die vierte Welle. An die Wochen, als Kranke bis nach Südtirol verlegt wurden.

Als der Romed-Verbund Patienten beim „Kleeblatt“ anmelden musste – bei jenem Verteilersystem, der in einer Dauerschalte ermittelte, wo Betten knapp wurden, wo sie noch vorhanden waren. „Kleeblatt“, das war im Dezember die letzte Linie vor der Triage. Vor der Auslese durch Ärzte also, wenn die Ressourcen nicht mehr zur unmittelbaren Versorgung aller Kranken gereicht hätten.

Übergabe im fliegenden Wechsel

Dass es auch in der Hotspotregion Rosenheim nicht so weit kam, ist auch an der Zusammenarbeit der Kliniken zu verdanken: Romed in Rosenheim sozusagen als die Frontklinik, dann die Romed-Häuser in Bad Aibling, Wasserburg und Prien. es halfen von Beginn an mitmit die Kliniken von Medical Park, Prof. Dr. Peter Young, Chefarzt Medical Park Bad Feilnbach Reithofpark, war von Beginn an Mitglied in der Führungsgruppe Katastrophenfall. In allen Häusen wurden sogar zunächst Corona-Stationen eröffnet, bevor die Medical-Park-Standorte vor allem die Akut-Häuser entlasteten.

An der Anti-Corona-Allianz beteiligten sich auch die Schön-Kliniken. Sie waren die Absicherung. Und können ebenfalls erzählen. Von Professionalität. Vom Lernen. Und von Zusammenarbeit unter Kollegen. „Das Verhältnis ist so gut, dass wir von vornherein die Verantwortung für die Versorgung wahrgenommen haben“, sagt Dr. Volker Huge, Chefarzt Intensivmedizin an der Schön Klinik Bad Aibling.

Sven Schönfeld, Geschäftsführer der Schön Kliniken beschreibt das Vorgehen unter den Kliniken so: „Romed ruft an und fragt, ob ein Bett frei ist. Dann informieren sie uns, dass sie unterwegs sind. Von unterwegs meldet sich dann der Rettungsdienst, dann wird der Patient im fliegenden Wechsel übergeben, ins Bett gelegt und dann in die Betreuung unseres Intensivteams gegeben.“

Meist ging es um Patienten, die bereits versorgt worden sind und beatmet werden. Sie sind schwer krank, aber so stabil, dass sie transportiert werden können.

Besondere Zeiten schweißen zusammen

Das geschah häufig in den vergangenen zwei Jahren. Und dass es gut funktionierte, ist der Hauptgrund dafür, dass die Krankenhäuser trotz höherer Infektionszahlen gerade die massive vierte Welle besser abritten als die erste. „Wir haben das trägerübegreifende Zusammenarbeiten in unserer Region hier gelernt“, sagte Dr. Jens Deerberg-Wittram, Geschäftsführer des Romed-Verbunds am Ende des zweiten Corona-Jahres.

Volker Huge sieht es genauso. „Seit zwei Jahren pflegen wir eine enge, vertrauensvolle Zusammen mit den Kollegen.“ Als Schlüsselfigur in diesem Zusammenwirken sieht nicht nur Huge Dr. Michael Städtler, Ärztlicher Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz im Rettungsdienstbereich Rosenheim. Er checkte Bedarf und Angebot, koordinierte Abverlegungen. Das funktionierte. „Weil wir gelernt haben, und nicht erst in der Reaktion, sondern in der Aktion aktiv werden“, sagt Schönfeld. „Wir haben sozusagen vorauseilend geschaut, deswegen konnten wir Patienten verlegen.“

Sind souveräner und vorbereiteter

Wichtig auch unter Profis: ein Vertrauensverhältnis. So etwas entsteht nicht binnern weniger Tage. „Viele kennen und schätzen einander aus gemeinsamer Zeit von früher“, sagt Huge. Die Zusammenarbeit funktioniert zum Beispiel über Dr. Andreas Bauer, den Chefarzt Anästhesie und operative Intensivmedizin am Romed-Klinikum in Rosenheim – er und Huge hatten einander schon früher im Job kennengelernt. „Also stehen wir in engem Kontakt und können da den Kollegen in akuter Situation Entlastung bieten“, sagt Huge.

Man kann sich Kliniken als lernenden Organismus vorstellen. „Wir sind wesentlich vorbereiteter und souveräner“, sagt Schönfeld. Die Mitarbeiter hätten ein bessereres Sicherheitsgefühl im Umgang mit Covid-Patienten, die Angst sei geringer geworden. „Dafür ist das Gefühl der Solidarität, das Wir-Gefühl gewachsen.“

Es gebe eine hohe Identifikation mit dem medizinischen Ehrenkodex, die regionale Verbundenheit komme dazu. „das Zusammengehörigkeitsgefühl ist sehr groß. Besondere Zeiten schweißen zusammen.“ Auch Medical-Park-Sprecher Heiko Leske berichtet von dem Stolz der Mitarbeiter darauf, die Last gemeinsam getragen zu haben.

Kooperation, die den Patienten half. Triage sei in der vierten Welle kein Thema gewesen, sagt Volker Huge, „aus meiner Sicht war die Lage jederzeit unter Kontrolle“.