Rechte bei Pandemierisiko

Rosenheim - Viele Urlauber kehren jetzt von ihren Reisen zurück. Neben Souvenirs und Urlaubsfotos bringt der ein oder andere auch noch den Grippevirus H1N1 mit - die "Neue Grippe". Viele Arbeitnehmer plagt die Sorge, sie könnten sich am Arbeitsplatz anstecken. Selbst wenn der Kollege, der im gleichen Büro sitzt, aus dem Urlaub in einer gefährdeten Region zurückgekehrt ist, darf ein Arbeitnehmer nicht einfach aus Angst vor der Grippe zu Hause bleiben. Die Rechtsexperten der Allgemeinen Rechtsschutz-Versicherung (ARAG) erklären, dass Arbeitnehmer nicht ohne weiteres ein Leistungsverweigerungsrecht aus Angst vor der Schweinegrippe haben. Vielmehr gelte die üblichen Regelungen bezüglich der Erkrankung. Wer das Gefühl hat, an der "Neuen Grippe" erkrankt zu sein, muss sich an einen Arzt wenden, der dann gegebenenfalls die Arbeitsunfähigkeit attestiert.

Die ARAG-Experten erklären zudem, dass der Arbeitgeber auch das Recht hat, Mitarbeiter ins Ausland zu versenden - selbst wenn ein gewisses Risiko einer Pandemie besteht. Nur wenn für die betroffene Region eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorliegt, könne der Arbeitnehmer den Auslandseinsatz verweigern. Wenn lediglich ein Sicherheitshinweis erteilt ist und das Auswärtige Amt über besondere Risiken aufklärt, reicht dies nicht.

Der Arbeitgeber hat laut ARAG zunächst auch das Recht, Urlaubsrückkehrer nach ihrem Reiseziel zu befragen. Auch wenn der Arbeitnehmer nicht verpflichtet ist, den genauen Urlaubsort bekanntzugeben, muss er doch Auskunft darüber erteilen, ob es sich um eine gefährdete Region handelt. Der Arbeitgeber kann dann bei Verdacht einer Erkrankung den Arbeitnehmer unter Fortzahlung der Vergütung freistellen oder Heimarbeit anbieten.

Der Arbeitgeber sollte auch der Reinigung der betrieblichen Räume erhöhte Aufmerksamkeit schenken und mit Desinfektionsmitteln arbeiten, raten die Recchtsexperten. Zudem sollten genügend Handwaschplätze bereitstehen.

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