Kundgebung im Mangfallpark

„Querdenker“ demonstrieren in Rosenheim: Galionsfigur Schiffmann doch nicht dabei

Ein Banner der Initiative "Querdenken 711" hängt bei der Kundgebung gegen die Corona-Beschränkungen an einer Bühne auf der Straße des 17. Juni.
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In Stuttgart hat die „Querdenken“-Bewegung, die viele der Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie ablehnt, ihren Anfang genommen. Jetzt gibt es auch einen Ableger in Rosenheim.
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  • Michael Weiser
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Sie kritisieren die politischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, setzen sich für eine Abschaffung der Maskenpflicht ein. Am Samstag, 24. Oktober, demonstrieren sie in Rosenheim: die „Querdenker“. Unter strengen Auflagen.

Update, 23. Oktober

Rosenheim – Er ist die umstrittene Galionsfigur der „Querdenken“-Bewegung. Nach Rosenheim wird Bodo Schiffmann aber wohl so schnell nicht kommen. Man habe ihn zur Kundgebung im Mangfallpark (Samstag, 24. Oktober, 14 bis 16 Uhr) eingeladen, doch sei er wohl verhindert, sagt Cornelia Strobl, eine der Initiatorin der Demo.

Bis zu 1000 Demonstranten sind zum Protest gegen Maskenpflicht und Corona-Maßnahmen der Bundesregierung angemeldet. Ob Zahl, Abstand und Maskenpflicht eingehalten werden, werden neben Ordnungsamt und Polizei auch Ordner von „Querdenken 8031“ im Auge behalten.

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„Querdenken 8031“ ist der vor etwa vier Wochen begründete Rosenheimer Zweig von „Querdenken“. Aktivisten dieser bundesweiten Bewegung seien bereit, sich nicht nur einseitig zu informieren, sagt Cornelia Strobl.

In den Augen vieler Menschen zeichnen sich „Querdenken“-Demos freilich durch die unkritische Duldung von Reichsbürgern und Rechtsextremen aus. Dem wollen die Rosenheimer Querdenker offenbar einen Riegel vorschieben: Abzeichen politischer Parteien und Fahnen seien nicht erwünscht. „Wir betrachten uns als Menschen aus der bürgerlichen Mitte“, sagt Cornelia Strobl. Sie leugne Corona keinesfalls, halte aber die Maßnahmen der Regierung für überzogen, wenn nicht schädlich: „Ich bin felsenfest überzeugt, dass Angst Menschen krank macht.“

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Die Erstmeldung vom 22. Oktober

Die „Querdenker“ wollen von 14 bis 16 Uhr auf der Mangfallwiese gegen die Pflicht zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen demonstrieren, vor allem aber „für die Maskenfreiheit unserer Kinder“, wie man auf der Homepage des Rosenheimer Ablegers der Bewegung erfahren kann.

Auflage: Demo-Teilnehmer müssen eine Maske tragen

Die Veranstalter rechnen nach Angaben der Stadt Rosenheim mit bis zu 1000 Teilnehmern. Die Veranstaltung sei dementsprechend bei der Stadt angemeldet worden, sagte Sprecher Christian Schwalm. Die Demo sei stationär, es werde keinen Zug durch die Stadt geben.

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Entsprechend der angepassten 7. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sind für Demonstrationen im Freien keine Teilnehmerbegrenzungen vorgesehen. Allerdings müssen Abstandsregeln eingehalten werden, auch gilt aber einer Teilnehmerzahl von 200 die Maskenpflicht.

Bodo Schiffmann angeblich in Rosenheim dabei

Die Veranstaltung in Rosenheim reiht sich ein in eine Folge von Querdenker-Demos in ganz Deutschland. In Rosenheim wird offenbar auch der Sinsheimer Arzt Bodo Schiffmann erwartet, der sich einen Namen als höchst umstrittener Corona-Skeptiker und Wortführer von Verschwörungstheoretikern gemacht hat.

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Bodo Schiffmann verbreitet Behauptungen, dass Kinder durch das Tragen von Masken gestorben seien. Gerüchte, für die es bislang keinen belastbaren Nachweis gibt. Schiffmann hingegen wirft der Polizei, den Medien und der Politik vor zu lügen. Eine zweite Corona-Welle? Diese leugnet er in seinem jüngsten Online-Video. Bei seinen Auftritten trägt Schiffmann auch gerne mal ein T-Shirt mit der Aufschrift „Verschwörungstheoretiker“. Ein ironisches Statement? Jedenfalls liefert er mit seinen Aussagen Verschwörungstheoretikern Argumente. In deren Messenger-Gruppen werden sie massenhaft geteilt und verbreitet.

Polizei und Ordnungsamt wollen Demo genau im Auge behalten

Ordnungsamt und Polizei stünden zur angekündigten Demo im Mangfallpark im Austausch, auf Verstöße – etwa gegen die angemeldete Höchstzahl von Teilnehmern oder gegen Abstandsregeln – werde geachtet, sagte der Sprecher der Stadt. Gegebenenfalls werde man dann mit den Veranstalten Kontakt aufnehmen. Als letzte Maßnahme bleibt die Sperrung des Platzes.

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