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Serie „Von Ort zu Ort“

Pups, Petting und Tuntenhausen: Wenn Ortsnamen lustig klingen

Auf einer Anhöhe über Unterlaus liegt der stattliche Hof mit dem vorgeblich anrüchigen Namen.
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Auf einer Anhöhe über Unterlaus liegt der stattliche Hof mit dem vorgeblich anrüchigen Namen.

Unlängst wurde das österreichische Fucking in Fugging umbenannt. Die Bewohner des Dorfes hatten langsam keinen Spaß mehr verstanden: Zum einen kamen endlos dumme Sprüche über den an ein englisches (Un-)Wort erinnernden Namen, zum andern wurde das Ortsschild ständig gestohlen.

Von gestohlenen Ortsschuideln berichtet auch Ludwig Weber, der einen Einödhof oberhalb von Unterlaus in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham bewirtschaftet. „Die längste Zeit war oa Jahr, dass ma insa Schuidl ghabt hamm“. Ansonsten war das Schild immer ganz schnell wieder verschwunden, kaum, dass ein neues angebracht worden war.

Der Name von Herrn Webers Einödhof gehört zur Kategorie „Lustige Ortsnamen“. Fragt sich nur, für wen das so lustig ist. Die Fuckinger haben bereits reagiert. Was machen aber die Bewohner von Petting oder Tuntenhausen? Petting beispielsweise stammt ganz normal von einem Gründer namens Petto her, dessen Name durch das Zugehörigkeitssuffix -ing abgeleitet ist, Tuntenhausen vermutlich von einem Tonto.

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Die Anspielungen, die durch den Wortlaut dieser Ortsnamen entstehen und hier nicht näher erläutert werden müssen, verursachen heutzutage nur noch ein Schmunzeln. Etwas krasser aber, um ins Neudeutsch zu gehen, ist die Namenssituation bezüglich Ludwig Webers Hof: Dieser trägt den Namen „Pups“.

Vor 30 oder 40 Jahren hätte wegen dieses Namens kein Mensch eine Miene verzogen: Das Wort „Pups“ war den Einheimischen gänzlich unbekannt! Wohl auf Grund der starken Zuwanderung aus dem deutschen Norden und Osten hat sich dieses niederdeutsche und lautmalende Dialektwort zumindest in der heutigen Umgangssprache manifestiert. Einschlägige Herkunftswörterbücher verorten den Eintritt von Pups und pupsen ins Hochdeutsche erst ins 18. Jahrhundert. In unserer Region hieß es damals nicht: „Hast du gepupst?“, sondern: „Iatz hosd awa an sauwan Schoaß lassn!“

Kommen wir zur Bewertung des Ortsnamens Pups. Die Herleitung vom nördlichen Pups-Wort ist nicht möglich: Erstens aus regionalen Gründen, zweitens aus zeitlichen Gründen. Unser Ort Pups ist nämlich beträchtlich älter. Wir finden ihn im Grundbuch Höhenrain bereits für das Jahr 1600 als „Pubs die Ainedt“ vor.

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Aber was ist die Bedeutung von „Pubs“ – nicht „Pups“ übrigens! Da fehlt es nicht an Einfällen! Vom Römer Pupis ist die Rede, oder von einem Wort für einen ungehobelten Manne.

Die beste Auskunft aber gibt die Herdstättenbeschreibung beim Landgericht Aibling von 1445, auf die uns der ehrenamtliche Archivar des Historischen Vereins Bad Aibling, Manfred Schaulies, aufmerksam gemacht hat. Dort steht in einer Reihe mit „Snaytt“ – heute Schnaitt, „Mulholcz“ – heute Mühlholz, „Ellerczkirchen“ – heute Elendskirchen auch der Name „Puchs“. 1445 also Puchs, 1600 Pubs, heute Pups.

Zugegeben: Eine starke, nicht leicht zu erklärende Änderung des Namens. Unsere Erklärung lautet: Entweder von einem Buchwald, einem „Puch“, „Buch“ (Genitiv „Puchs“, „Buchs“) oder vom Buchsbaum her. Wie wäre es aber mit einer Rückbenennung zu Puchs? (re)

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