Prügler verurteilt: Rosenheimer Schöffengericht schickt 34-Jährigen für 22 Monate ins Gefängnis

Weil ein 34-Jähriger seine Freundin verprügelt hat, muss er jetzt ins Gefängnis. dpa
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Weil ein 34-Jähriger seine Freundin verprügelt hat, muss er jetzt ins Gefängnis. dpa

Weil ein Mann (34) aus Serbien seine Lebensgefährtin verprügelt hat, muss er jetzt für fast zwei Jahre ins Gefängnis.

Rosenheim – Eine recht wechselhafte Beziehung über vier Jahre unterhielt der 34-jährige Serbe mit einer heute 28-jährigen Frau aus Bamberg. Nachdem der Angeklagte sie – so berichtete die junge Frau stockend – bereits früher schlug, hatte sie ihn verlassen und sei nach Bamberg, wo sie zuhause ist, zurück gekehrt. Aber vor einem Jahr hätte sie der arbeitslose Ex dazu überredet diese Beziehung wieder aufzunehmen. Nun sei sie immer wieder aus Bamberg mit der Bahn zu ihm gefahren, beziehungsweise habe er sie von dort abgeholt. Eine eigene Wohnung habe der Angeklagte nie gehabt. Man habe wechselweise bei dessen Tante, Großmutter oder in Pensionen übernachtet.

28-Jährige will Freund schützen

So auch im November 2019. Doch bereits auf dem Weg vom Bahnhof zu dessen Tante hatte sich ein Streit entwickelt in dessen Verlauf der Angeklagte sie geschlagen und gewürgt hatte. Anwohner, die den Vorfall beobachteten riefen die Polizei. Jedoch, um ihren Freund zu schützen, hatte die 28-Jährige den Beamten vorgelogen es sei gar nichts vorgefallen. Aus „Dankbarkeit“ stieß und schlug der Angeklagte danach weiter auf sie ein, sodass er erneut von einem Passanten deshalb angesprochen worden war. Dem erklärte er der habe sich um seinen „eignen Scheiß“ zu kümmern und beleidigte ihn mit rassistischen Vorwürfen.

Nur zwei Tage später, in der Wohnung der Tante, gab es erneut Streit. Wiederum beleidigte, bedrohte, schlug und würgte er die 28-Jährige, um sie am Verlassen der Wohnung zu hindern. Aus dem Fenster beobachteten zwei Nachbarinnen wie er sie noch auf der Straße misshandelte.

Seit 2019 in Untersuchungshaft

Als sie ihm schließlich entkam, hatte sie endgültig genug und wandte sich hilfesuchend an die Polizei. Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage und der prügelnde Freund wurde festgenommen. Seit 30. November 2019 befindet er sich nun in Untersuchungshaft.

Weil er in der Drogenszene Rosenheims wohl bekannt war, begann auch die Drogenfahndung verstärkt zu ermitteln, sodass nun – parallel zu diesem Verfahren – ein weiteres wegen Drogenbesitz und Drogenhandel auf ihn wartet. Nachdem das Tatopfer und eine Reihe von unbeteiligten Zeugen vor Gericht ausgesagt hatten, baten die Verteidiger, die Rechtsanwälte Harald Baron von Koskull und Peter Kraus um ein Rechtsgespräch.

Staatsanwaltschaft schläft zwei Jahre und sechs Monate Haft vor

Dabei boten sie an, dass ihr Mandant ein umfassendes Geständnis ablegen würde – sie sähen dabei ein Strafmaß von zwölf Monaten für angemessen. Der Staatsanwalt Dr. Oliver Mößner war davon aber weit entfernt. Zwei Jahre und sechs Monate Haft, das war sein Gegenangebot. Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Wolfgang Fiedler bot einen Verständigungsvorschlag an, in welchem es dem Angeklagten bei einem Geständnis eine Strafe zwischen 18 und 24 Monaten zusagte. Eine Aussetzung zur Bewährung käme allerdings nicht in Frage. Schließlich hatte der Angeklagte nicht nur 12 Vorstrafen, sondern auch zwei Bewährungsstrafen die widerrufen und abgesessen worden waren.

Weitere Verurteilung soll folgen

Der Staatsanwalt, der Angeklagte und seine Verteidiger ließen sich darauf ein und plädierten entsprechend. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Bedrohung und Beleidigung zu 22 Monaten Gefängnis. Mit einer weiteren Verurteilung wegen des Drogenvergehens muss er demnächst rechnen. au

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