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Verhandlung am Landgericht Traunstein

Prozess um Maskenbetrug am RoMed Klinikum - Urteil gegen 24-Jährigen gefallen

Prozess gegen 22-Jährigen wegen versuchten Mordes nach einem Weinfest in Bruckmühl/Högling
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Prozess am Landgericht Traunstein gegen 24-Jährigen wegen besonders schwerer räuberischen Erpressung in Tatmehrheit mit vier Fällen des Betrugs im besonders schweren Fall.
  • Jennifer Bretz
    VonJennifer Bretz
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Seit 25. Februar musste sich ein 24-Jähriger aus Bielefeld wegen zahlreicher Delikte, die er unter anderem auch in der Region begangen haben soll, vor dem Traunsteiner Landgericht verantworten. Am Dienstag fiel das Urteil in dem Prozess.

Traunstein/Rosemnheim - Die Zweite Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs verurteilte am Dienstag, 2. März einen 24-jährigen Bielefelder zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Verteidiger Peter Weitzdörfer aus München bezeichnete den „Maskenschwindel“ in der Corona-Situation im Frühjahr 2020 als „große Sauerei“. Dennoch sei sein Mandant da in etwas hineingerutscht. Der Anwalt hielt eine Freiheitsstrafe im Bereich einer Bewährung (Anmerkung der Redaktion: Bewährung ist nur bei bis zu zwei Jahren Strafe möglich) für angemessen, der Haftbefehl außer Vollzug zu setzen. Staatsanwältin Lisa Oesterle beantragte wegen räuberischer Erpressung, vorsätzlicher Körperverletzung sowie wegen der Betrügereien eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren.

Lange Liste an Delikten

Drohung, Erpressung, Betrug - die Liste der Delikte, die die Staatsanwaltschaft Traunstein dem Bielefelder worwarf, war lang. In dem Verfahren spielten mehrere Tatverdächtige, gegen die teils noch Ermittlungen laufen, eine Rolle. Haupttäter soll ein in der Türkei lebender Bruder des jetzigen 24-jährigen Angeklagten sein. Der Angeklagte soll unter anderem zusammen mit seinem Bruder einen Mann mit Fotos von diesem in einem Bordell in Damenunterwäsche und beim Drogenkonsum erpresst haben.

Zudem soll der Angeklagte den Geschädigten genötigt haben, seine Personalien für Firmengründungen zur Verfügung zu stellen. Zweck der Firmengründungen war alleine, Dritte zu Kaufpreiszahlungen für vermeintliche Coronamasken zu veranlassen, deren Lieferung von vorne herein nicht vorgesehen war. Der Geschädigte habe dann die eingehenden Gelder entweder in Bar abheben und sofort an den Angeschuldigten übergeben oder an weitere Geldwäscher weiter überweisen müssen.

Wie der Angeklagte am ersten Verhandlungstag aussagte, soll die Erpressung jedoch von seinem Bruder und dem Geschädigten frei erfunden worden sein, um eine etwaige Strafe für den Maskenbetrug abzuwenden. „Die Geschichte mit der Erpressung stimmt nicht“, sagte auch sein Anwalt Peter Weitzdörfer vor Gericht. Er sei nur Handlanger seines Bruders, der in der Türkei untergetaucht ist, sagte auch der Geschädigte aus. Im Hinblick auf die Betrügereien zeigte sich der Angeklagte geständig. „Von der ganzen Sache habe ich etwa 24.000 Euro bekommen. „Das war eine Lektion fürs Leben, mein Bruder ist für mich gestorben“, sagte er unter Tränen.

Klinikum Rosenheim von Betrugsmasche betroffen

Mittels der gegründeten Firma soll unter anderem auch das RoMed Klinikum betrogen worden sein. Das Krankenhaus soll dort FFP3-Masken in großer Stückzahl bestellt und bereits Anzahlungen getätigt haben. Geliefert wurden die Masken jedoch nie. Das Krankenhaus habe Gelder im sechsstelligen Bereich verloren. Der Angeklagte musste sich daher wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung in Tatmehrheit mit vier Fällen des Betrugs im besonders schweren Fall, beides in Mittäterschaft, verantworten.

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