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Protest gegen „Wahnsinns-Projekt“

Initiatoren von „BrennerRO“ sind (von links) Uli Richter und Werner Schmaler. Wunsam
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Initiatoren von „BrennerRO“ sind (von links) Uli Richter und Werner Schmaler. Wunsam

Rosenheim – Der Unmut über den geplanten Neubau der Bahntrasse „Brenner-Nordzulauf“ steigt: Nach Pang gründete sich nun auch in Westerndorf eine Bürgerinitiatve gegen das Projekt.

Der Andrang bei der Gründungsversammlung von „BrennerRO“ war so groß, dass der Saal im Gasthof Höhensteiger erweitert werden musste.

Initiatoren von „BrennerRO“ sind Werner Schmaler aus Langenpfunzen und Uli Richter aus Mitterfeld. Eine halbe Stunde vor dem Beginn der Gründungsversammlung waren die beiden noch sehr nervös. 10 000 Flyer haben sie in den vergangenen Wochen im gesamten Stadtgebiet verteilen lassen. Ob sie dadurch Interesse wecken konnten, ließ sich im Vorfeld schwer abschätzen. Das Ergebnis überstieg die Erwartungen der beiden: Rund 300 Besucher drängten sich im Saal. „Wir sind überrascht und begeistert“, freuten sich die Initiatoren.

Die neue Bürgerinitiative will sich nicht nur auf Westerndorf beschränken, sondern alle Rosenheimer anspreche, das soll auch der Namen „BrennerRO“ deutlich machen. „Der Brenner-Nordzulauf ist ein Wahnsinns-Projekt. Das lässt keinen Stein auf den anderen. Das geht uns alle an“, betonte Werner Schmaler. Seiner Meinung nach wissen aber nur sehr wenige Rosenheimer, über die konkreten Auswirkungen Bescheid. „Durch die Bahn kommen nur sehr einseitige Informationen“, sagte Werner Schmaler.

Für die Gründungsversammlung mit ins Boot geholt haben sich Werner Schmaler und Uli Richter Steffen Storandt, Vorsitzender der Ortsgruppe Rosenheim des Bund Naturschutz, und Thomas Riedrich, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Brennerdialog Rosenheim Land“. Sie stellten aus ihrer Sicht dar, welche gravierenden Auswirkungen der umstrittene Nordzulauf des Brennerbasistunnels für Mensch, Tier, Umwelt und Landschaft hat. Thomas Riedrich sieht in dem Projekt gar „die größte Gefahr, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf Stadt und Landkreis zukommt“.

Auch eine ganze Reihe von Rosenheimer Stadträten war bei der Gründungsversammlung dabei. Grünen-Stadtrat Franz Opperer und SPD-Stadtrat Abuzar Erdogan erläuterten den Besuchern kurz, wie mit diesem Thema in den vergangenen Monaten und Jahren in den Stadtratssitzungen umgegangen wurde. Bis heute lägen keine fundierten Zahlen vor, die Auskunft darüber geben, ob der Neubau überhaupt notwendig sei. Der Ankündigung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), im kommenden Frühjahr nach Rosenheim zu kommen und Zahlen zu präsentieren, sieht Abuzar Erdogan mit gemischten Gefühlen entgegen: „Ich glaube, dass die Zahlen äußerst geschönt sein dürften.“ Klar positionierte er sich gegen die aktuellen Planungen: „Wir wollen kein Projekt dieses Ausmaßes“. Er denke dabei nicht nach dem „Sankt-Florian-Prinzip“, sondern: „Egal, wo, dafür werden Steuergelder verschwendet.“ Den Besuchern der Gründungsversammlung riet er deshalb: „Wir müssen aktiv sein, Flagge zeigen und aktiv gegen dieses Projekt kämpfen.“

Damit sprach er den beiden Initiatoren von „BrennerRO“ aus dem Herzen. Auch sie fordert abschließend auf, sich zu informieren und in Unterschriftenlisten für einen Planungs-Stopp einzutragen: „Je mehr wir sind, um so gefährlicher sind wir“, sagte Werner Schmaler. Thomas Riedrich betonte, wie wichtig es jetzt sei, dass alle Bürgerinitiativen, die sich bereits gegen die geplanten Trassen zum Nordzulauf formiert haben, zusammenhalten: „Wir dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen. Wir müssen alle an einen Strang ziehen.“

Als nächste Aktivitäten plant die neue Bürgerinitiative „BrennerRO“ im Januar 2019 eine Großkundgebung auf dem Max-Josefs-Platz und am 8. Februar eine gemeinsame Informationsveranstaltung aller Bürgerinitiativen in der Inntalhalle.

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