Bilanzkonferenz zu den Programmen "Stärken vor Ort" und "Kulturelle Bildung für Familien"

Projekte mit nachhaltigen Erfolgen

Rosenheim - Im Bürgerhaus "Miteinander" hat die Soziale Stadt zur Bilanzkonferenz der Jahre 2009 bis 2011 ihrer Zusatzprogramme "Stärken vor Ort" und "Kulturelle Bildung für Familien" Beteiligten und Interessenten vorgestellt. Beide Programme dienen der Mittelbündelung und sind Teil des Gesamtkonzeptes Soziale Stadt Rosenheim im Bereich der Sozialen Stadtteilentwicklung.

"Stärken vor Ort" ist ein Programm des Bundesfamilienministeriums, finanziert aus dem Europäischen Sozialfonds. Es unterstützt in den drei Sozialräumen Nord, Ost und West die schulische, soziale und berufliche Integration von Jugendlichen und Frauen.

Das Programm "Kulturelle Bildung für Familien" soll die schulische und soziale Integration von Kindern und Jugendlichen in den drei Sozialräumen stärken. Finanziert wird es von Bund, Land und dem Kulturamt der Stadt.

Programmkoordinatorin Britta Schätzel berichtete, dass - das Vorgängerprogramm "Lokales Kapital für Soziale Stadt" (LOS) miteinbezogen - von 2003 bis 2011 in Rosenheim 260 Projekte mit insgesamt 30000 Teilnehmern durchgeführt wurden, gefördert mit 2,2 Millionen Euro. Schätzel bündelt und führt, wo möglich, Projekte im Sinne eines Gesamtkonzeptes zusammen.

In den Stadtteilen werden den ehrenamtlich Tätigen und Institutionen die Gelder direkt zur Verfügung gestellt. Jeder Projektantrag wird in einem der drei Begleitausschüsse Nord, Ost und West beraten und das Projekt dann beschlossen. In diesen Begleitausschüssen sitzen Bürger, Vertreter von Schulen, Kindergärten oder Vereine gleichberechtigt mit Stadträten und Vertretern der Verwaltung beisammen. Zur Sicherung der Qualität und Konzeptentwicklung verpflichten sich alle Projektleiter zu einer umfassenden Dokumentation ihrer Projekte, mit messbaren Erfolgskriterien, Berücksichtigung der Geschlechtergerechtigkeit und der kulturellen Herkunft der Teilnehmer.

Viele der Vorhaben sind nachhaltige Strukturprojekte geworden: Die Bürgerhäuser "E-Werk-Stüberl" und "Miteinander", die Stadtteilvereine, die Freiwilligenagenturen, die Qualipaten, der "Miniladen", das Willkommensprojekt des Kinderschutzbundes, das "Bündnis für Familien", die Fahrradwerkstätten, die Ferienprogramme - alle nahmen ihren Anfang aus den Programmen "LOS", "Stärken vor Ort" oder "Kulturelle Bildung für Familien".

Ein besonderes Projekt von "Stärken vor Ort" wurde von Sascha Skorupa vorgestellt: Die Initiative Bürgerstiftung Rosenheim. "Unsere Firma möchte sich da engagieren, wo Hilfe gebraucht wird. Die Idee der Bürgerstiftung finde ich als Unternehmer sehr gut, wir wollen gemeinsam mit anderen etwas für Kinder und Jugendliche in Rosenheim tun", so Scorupa, einer der Mitstifter.

Özlem Zenker, die eine Lernunterstützung für Jugendliche in den Bürgerhäusern anbietet, blickte auf schnelle Erfolge zurück: "Die Mädchen und Buben können mit einer einfachen Lernunterstützung ihre Schulnoten rasch verbessern." Weitere Projekte aus "Stärken vor Ort", die Zenker leitet, sind ein Schülerzeitungsprojekt in der Mittelschule am Luitpoldpark und ein Begleitungsprojekt für zugewanderte Frauen, die geringe Deutschkenntnisse haben.

Emine Candir berichtete von den Projekten Deutschkurs für die Frauengruppe in der Moschee, vom Stammtisch für Deutschlernende und von der Nachhilfe für Jugendliche in der Fatih- und der Ditib-Moschee.

Der Betriebswirtschaftsstudent Sven Raue referierte über die neue Hausaufgabenbetreuung beim Sportbund DJK (wir berichteten).

Die Werke ihres Projektes gleich mitgebracht hatte Sabine Schmitz, ehrenamtliche Projektleiterin von "Farbklecks", einem Projekt des Stadtteilvereins Happing, eine Kombination der Programme "Stärken vor Ort" und "Kulturelle Bildung für Familien". Zunächst wurden über "Stärken vor Ort" mit Jugendlichen aus dem Jugendtreff Happing mit Unterstützung des Stadtjugendrings Holzstaffeleien gebaut. Mit der "Kulturellen Bildung" und den Staffeleien entstand das mobile Malprojekt "Farbklecks", das Kindern Malen im Straßenraum, in Spielplätzen und bei Festen ermöglicht. Alles wird ehrenamtlich von Bürgern aus Happing um Sabine Schmitz betreut. "Eine tolle Sache", fand Stadtrat Udo Satzger, der im Begleitausschuss Ost das Projekt mit auf den Weg gebracht hatte.

Aus dem Rosenheimer Westen stellte Johann Peschke, ebenfalls ehrenamtlicher Projektleiter und Vorsitzender des Stadtteilvereins "Bunte Finsterwalderstraße", seine Fahrradwerkstatt vor. Jugendliche werden hier angeleitet, ihr Fahrrad zu reparieren, und Familien finden Unterstützung in der Pflege ihrer Räder.

Von allen Projekten begeistert zeigte sich Geschäftsführer Ahmet Cetin von der Twin-Taekwondo-Schule und entschloss sich spontan, auch Stifter der Bürgerstiftung zu werden.

Wer sich über die Projekte näher informieren will, erhält die Dokumentationen über die Soziale Stadt, An der Burgermühle 10, oder unter www.sozialestadt-rosenheim. de. re

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