Projekte auf gutem Weg

Das alte Gesundheitsamt in der Rathausstraße: Die Stadt will es kaufen.

Ungewöhnlich heftig hat sich der Rosenheimer Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl kürzlich über die Immobilienverwaltung des Freistaats beschwert. Inzwischen sind die Dinge in Bewegung gekommen. Die Stadt erhält die Möglichkeit, das alte Gesundheitsamt an der Rathausstraße zu erwerben, und der Freistaat ist gewillt, der Rosenheimer Wohnbaugesellschaft (GRSW) ein Gebäude an der Westerndorfer Straße für die Fachhochschule abzukaufen.

Rosenheim - Beide Projekte sind nun aus Sicht der Stadt auf einem guten Weg. Thomas Bugl ist zufrieden.

Das Gebäude der GRWS gegenüber der Fachhoschule an der Westerndorfer Straße beherbergt schon lange Studenten der Fachhochschule. Sie ist aufgrund steigender Studentenzahlen trotz des vor einem Jahr fertiggestellten Neubaus in Raumnöten. Im Herbst beschäftigt sich der Haushaltsausschuss des Landtags damit.

Bei der Immobilienverwaltung des Freistaates will man allerdings den Vorwurf, die Dinge unnötig verzögert zu haben, nicht auf sich sitzen lassen. Von dort heißt es, die GRWS habe nicht nur eineinhalb Jahren benötigt, um ihre Preisvorstellung zu artikulieren. Sie habe auch während der Kaufpreisverhandlungen dem Freistaat Bayern eine Tiefgarage eingebaut, ohne den Verhandlungspartner darüber zu informieren. Durch den Einbau der Tiefgarage seien die bis dahin geführten Gespräche überholt gewesen.

Peter Peise von der GRWS will auf diese Vorgänge gar nicht mehr eingehen. "Wir sind froh, dass alles in trockenen Tüchern ist", sagt der Prokurist der GRWS. Tatsächlich sei die Vorgeschichte schwierig gewesen. Doch nun werde noch in diesem Jahr beurkundet, "und darauf freuen wir uns."

Wenn der städtische Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl an die Verhandlungen wegen des alten Gesundheitsamtes an der Rathausstraße zurückdenkt, fallen ihm keine freundlichen Bemerkungen ein. Die Stadt will das Gebäude kaufen, um die unzumutbare Platznot des Sozialamts in der Reichenbachstraße zu beheben. Die ARGE ist dort zusätzlich untergebracht, also die gemeinsame Stelle von Sozialamt und Agentur für Arbeit, außerdem wachsen die Aufgaben im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe ständig. Das ehemalige Gesundheitsamts liegt ideal, um städtische Dienststellen aufzunehmen - in der Nähe des Rathauses und der Reichenbachstraße.

Die Immobilienverwaltung des Freistaats wollte nach dem Umzug des Gesundheitsamtes in die Prinzregentenstraße erst prüfen, ob nicht ein Teil der Justiz dort untergebracht werden könnte. Aus Bugl Sicht dauerte das viel zu lange. Zudem sei auch schnell klar gewesen, dass die Leiterin des Amtsgerichts, Helga Gold, nicht daran dachte, das Gebäude zu übernehmen. Ludwig Weichselbaumer, stellvertretender Geschäftsführer der Immobilienverwaltung Bayern, weist auch diese Vorhaltungen zurück. Vor einem Verkauf an die Stadt sei es einfach notwendig gewesen, erst den Staatsbedarf zu klären.

Immerhin hat die Immobilienverwaltung das Gebäude nicht öffentlich ausgeschrieben. So stehen die Chancen, es erwerben zu können, gut für die Stadt. Vor wenigen Tagen ist das entsprechende Wertgutachten der Immobilinenverwaltung Bayern im Rathaus eingegangen.

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