Positive Reaktionen auf Herbstfest-Alternative

Zuckerwatte erlaubt: Typische Volksfest-Süßigkeiten sollen beim „Sommer in Rosenheim“ erlaubt sein. DPA

Rosenheim – Wenn schon dem Herbst das Herbstfest fehlt, dann soll wenigstens der Sommer in Rosenheim ein Stück Herbstfest-Gefühl bringen.

Das ist die Idee der städtischen Wirtschaftsförderung, die an einem dezentralen Fest für die Stadt arbeitet. Titel: „Sommer in Rosenheim“. Erste Reaktionen auf dieses Konzept fallen durchaus positiv aus.

Lange hatte der Wirtschaftliche Verband als Veranstalter des Herbstfestes mit der Absage gezögert. Doch schließlich musste auch er sich der Corona-Pandemie geschlagen geben. Die Entscheidung kam und hinterlässt bei allen Beteiligten tiefe finanzielle Einschnitte.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt versucht nun, die Einbußen ein wenig abzufedern mit dem „Sommer in Rosenheim“ und will die Stadt positiv in Szene setzen. Geplant ist ein Fest im Bereich der Fußgängerzone und den umliegenden Straßen, mit Schaustellern und Buden. Der Gastronomie soll kein Schaden entstehen, das ist erklärtes Ziel der Wirtschaftsförderung.

Auch für Theresa Al brecht, die Dehoga-Kreisvorsitzende aus Raubling, ist das ein zentrales Anliegen. Der Gastronomie gehe es finanziell schon schlecht, die Auflagen zur Wiederöffnung seien so hoch, dass jeder weitere finanzielle Verlust nicht zu tragen sei.

Grundsätzlich aber sei es eine „wunderbare Idee“, findet Albrecht. Alles was helfe, die Innenstadt zu beleben, den Schaustellern und den Besuchern Freude mache, sei ein guter Weg. „Es ist doch jeder traurig, dass das Herbstfest ausfällt“, sagt sie. Sie warnt aber zugleich davor, zu große Hoffnungen in den „Sommer in Rosenheim“ zu setzen. Eine solche Veranstaltung könne kein wirklicher Ersatz für das Herbstfest sein.

Auch Paul Adlmaier und Sabrina Obermoser vom Rosenheimer City-Management können der Idee eines dezentralen Herbstfestes etwas abgewinnen. Leben in der Stadt – das tut allen gut, den Menschen, die sich nach Zerstreuung sehnen, der Gastronomie und auch dem Einzelhandel. Näher äußern wollen sich beide jedoch nicht zum Konzept. Es sei zu früh dafür.

Schausteller Maximilian Fahrenschon ist nach eigener Aussage einer der Mitinitiatoren des „Sommer in Rosenheim“. Er ist der Stadt „dankbar“ für ihr Engagement und hofft, dass viele der Schausteller von ihr profitieren können. Jeder Euro sei derzeit wichtig, sagt er, zumal niemand aus der Branche wolle, dass der Staat alles finanziere. Fahrenschon hofft auf viele kleine Buden und Fahrgeschäfte wie das Kinderkarussell. Selbst dass das Kettenkarussell einen Platz findet in der Stadt, hält er für möglich. Das Herbstfest sei immer eine „Herzensangelegenheit“ der Rosenheimer gewesen, sagt er. Wünscht sich einen „Hauch der fünften Jahreszeit“.

Ein „Volksfest to go,“ wie es etwa Erding plant, wird es dagegen in Rosenheim nicht geben. Zwei Gründe nennt dafür Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl: Zum einen ist die Loretowiese aufgrund der kostenlosen Parkplätze ein „wichtiges Marketing-Instrument“ für die Stadt. Zum anderen soll das Fest ganz bewusst in der Innenstadt stattfinden, um die Besucher zum Einzelhandel zu ziehen. bw

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