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Kommentar zu Brenner-Nordzulauf  im Rosenheimer Kreistag: "Meisterstück der Diplomatie"

Norbert Kotter
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Rund um die Planungen zum Brenner-Nordzulauf gibt es mindestens so viele Meinungen, wie es Trassenvarianten gibt. Dass der Rosenheimer Kreistag sich jetzt dennoch auf ein gemeinsames Positionspapier geeinigt hat, bewertet Norbert Kotter, Chef vom Dienst der OVB-Heimatzeitungen, in einem Kommentar.

Kommentar – Da hat Landrat Otto Lederer ganze Arbeit geleistet. Eine Flut von Wünschen und Anregungen aus den Reihen des Kreistags zum Raumordnungsverfahren für den Brenner-Nordzulauf in einem gemeinsamen Positionspapier des Landkreises zu vereinen, das vom Gremium einstimmig gebilligt wird, ist ein Meisterstück der Diplomatie. Von der CSU über die Grünen bis hin zu AfD und Linken alle in einem Boot – ein eindrucksvolles Zeugnis hierfür, wieviel wichtiger den Kreisräten mit Recht der gemeinsame Kampf für den größtmöglichen Schutz der Heimat ist als parteipolitische Profilierungsversuche.

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Das Votum hat zweifellos Signalwirkung. Auch weil sich der Kreistag nicht von Verweigerungshaltung, sondern von Realitätssinn leiten ließ. Der Brenner-Nordzulauf ist Teil eines für Europa bedeutsamen verkehrspolitischen Jahrhundert-Projekts. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einer Neubautrasse bedarf, wenn man künftig im Alpentransit bedeutende Verkehrsströme dauerhaft von der Straße auf die Schiene verlagern will, ist nicht von der Hand zu weisen.

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Alle Optionen des Mitgestaltens optimal zu nutzen, ist allemal klüger, als auf den Erfolg von Verweigerungshaltung zu setzen. Forderungen unmissverständlich zu formulieren, größtmögliche Geschlossenheit als wertvolles Unterpfand bei Verhandlungen an den Tag zu legen und sich als knallharte Gesprächspartner mit einem lösungsorientierten Grundansatz zu erweisen, so müssen die politisch Verantwortlichen in der Region gegenüber Bahn und Bund auftreten. Das Kreistagsvotum ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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Es wäre schön, wenn der Beschluss auch bei all denen auf fruchtbaren Boden fiele, deren Fokussierung sich zu sehr auf die Forderung nach einem Planungsstopp verengt. Das ist nicht unbedingt der Weg, der Ökologie und Ökonomie in Einklang bringt und größtmöglichen Schutz für den Erhalt von Heimat verheißt.

Schreiben Sie dem Autor: norbert.kotter@ovb.net

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