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MARKIERUNG WIRD WIEDER ENTFERNT

Pop-up-Radweg an der Briançonstraße in Rosenheim: Experiment wird vorzeitig abgebrochen

Das Fahrrad-Symbol zeigt: Hier ist ab sofort Platz fürs Rad.
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Das Fahrrad-Symbol zeigt: Hier ist ab sofort Platz fürs Rad.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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In der Briançonstraße hatten Autofahrer weniger Platz – Fahrradfahrer dafür umso mehr. Doch die beiden temporären Fahrradstreifen werden nach Beschwerden jetzt vorzeitig wieder entfernt.

Update vom 2. Juni:

Verkehrsversuch in Rosenheim vorzeitig abgebrochen

Wie die Stadt Rosenheim bekannt gab, endet der im Oktober 2020 beschlossene Versuch am Freitag (4. Juni) vorzeitig. Als Grund gibt die Stadt das Gefährdungspotenzial für „alle Verkehrsteilnehmer“ an. „Seit Einrichtung der neuen Fahrradstreifen haben wir das Verkehrsgeschehen in der Briançonstraße intensiv beobachtet. Unsere Erkenntnisse lassen leider keine andere Entscheidung zu. Die Radfahrer sind unsicher, auf welchem Radweg sie fahren sollen und bleiben im Zweifel auf dem alten Radweg“, sagt Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März.

Die Autofahrer beschwerten sich über Staus. Und mit dem Ende der Pfingstferien und der damit verbundenen Zunahme des Verkehrs würde sich die Situation in der kommenden Woche noch weiter verschärfen. „Daher habe ich heute im Sinne der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer entschieden, dass die neuen Radweg-Markierungen Anfang kommender Woche wieder entfernt werden“, sagt der Rathauschef.

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Der ursprüngliche Artikel zum Pop-up-Radweg vom 1. Juni

Rosenheim – Die sattgelben Linien, die sich seit einigen Tagen auf der Briançonstraße befinden, stechen sofort ins Auge. Ein Fahrrad-Symbol in der gleichen Farbe macht unmissverständlich klar: Hier ist ab sofort Platz fürs Rad. Denn was bereits im Oktober 2020 im Verkehrsausschuss beschlossen worden ist, ist jetzt umgesetzt. Der neue provisorische Pop-up-Radweg führt auf beiden Seiten der Straße entlang.

Rosenheims erster Pop-up-Radweg ist kaum zu übersehen. Die gelben Linien in der Brianconstraße weisen auf den provisorischen Radweg hin.

Beschwerden wegen Staus und Gefährdung

Zusätzlicher Platz für die Radfahrer, auf den die Autofahrer in Zukunft verzichten müssen. „Durch die Markierung der Pop-up-Radwege entfallen je eine Fahrspur für den motorisierten Verkehr pro Fahrtrichtung auf einer Länge von circa 230 Metern“, heißt es aus dem Rathaus. Das hätte bereits für viel Ärger gesorgt.

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„Es gab massive Beschwerden über die neue Straßenführung, die daraus resultierenden Staus und die erhebliche Gefährdung für alle Verkehrsteilnehmer bei der Einfädelung auf die Pop-up-Radwege“, heißt es aus dem Rathaus. Aus diesem Grund werde man das Verkehrsgeschehen in der Briançonstraße intensiv beobachten. „Sollte es weiterhin zu verkehrlichen Problemen kommen, werden kurzfristig Veränderungen vorgenommen“, teilt die Stadt mit.

Lesen Sie auch: Schleppende Radentscheid-Umsetzung in Rosenheim sorgt für Kritik (Plus-Artikel OVB-Online)

Doch es gibt nicht nur Kritik an dem neuen Pop-up-Radweg. So äußerten sich beispielsweise die Mitglieder des Fahrradbeirats positiv. Allen voran Dirk Langer: „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ Er sei den Radweg bereits selber schon „auf und ab gefahren“ und freue sich über das „gute Fahr- und Sicherheitsgefühl“.

ADFC sieht „wichtiges Signal“

Ähnlich äußert sich Maic Stäbler vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Er spricht von einem „wichtigen Signal“, davon, dass die Radler im Stadtbild jetzt ein Stück präsenter seien. Aber auch er äußert Kritik. Seiner Meinung nach hätte ein Pop-up-Radweg an einer anderen Stelle mehr Sinn gemacht, da man als Radler in der Briançonstraße „nicht so eine große Not hat“.

Der provisorische Radweg erstreckt sich auf der gesamten Länge der Brianconstraße. Grafik: Klinger

Zudem hätte er sich eine Vorher-/Nachherbefragung gewünscht, um besser sagen zu können, ob der Versuch am Ende erfolgreich war oder eben nicht. Dazu hätte man ein systematisches Gespräch mit Busfahrern, Autofahrern und Radlern vorab wie auch im Nachgang einplanen sollen. „Dann hätte man sich bei der Auswertung nicht aufs Bauchgefühl verlassen müssen“, sagt Stäbler.

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Dass Pop-up-Radwege funktionieren können, zeigt ein Beispiel aus München. Der Mobilitätsausschuss hatte hier beschlossen, dass die drei provisorischen Radwege in der Rosenheimer Straße, der Elisenstraße sowie der Theresienstraße dauerhaft eingerichtet werden sollen.

Rückschlüsse durch den Testbetrieb

Ob das auch in der Briançonstraße in Rosenheim der Fall sein wird, ist im Moment noch offen. „Wir müssen jetzt erst einmal schauen, wie der Pop-up-Radweg angenommen wird“, sagt die Radverkehrsbeauftragte Eva-Maria Mayr. Die Stadt erwartet durch den Testbetrieb „Rückschlüsse auf die Akzeptanz, die Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrer sowie die langfristige Steigerung des Radverkehrsanteils im Stadtgebiet“.

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Weitere Pop-up-Radwege im Stadtgebiet sind im Moment keine geplant. Ideen aber gibt es einige. Jedenfalls wenn man bei den Radfahrern nachfragt. So würden die temporären Fahrradstreifen laut Dirk Langer unter anderem in der Äußeren Münchener Straße, aber auch in der Innsbrucker Straße Sinn machen.

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