Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Bodycam filmte mit

Polizistin in München mit üblen Worten beleidigt: 19-jährige Rosenheimerin vor Gericht

Eine sogenannte Bodycam hatte die Entgleisungen der jungen Frau in Bild und Ton festgehalten. dpa
+
Eine sogenannte Bodycam hatte die Entgleisungen der jungen Frau in Bild und Ton festgehalten. dpa
  • VonTheo Auer
    schließen

Weil sie bei der Auflösung einer Weihnachtsparty durch die Polizei nicht nur „Heil Hitler“ geschrien haben soll, sondern nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Polizistin auch auf üble Weise beleidigt hatte, musste sich eine 19-jährige Rosenheimerin jetzt vor dem Amtsgericht Rosenheim verantworten.

Rosenheim/München – Am ersten Weihnachtsfeiertag 2020 beschloss eine Gruppe Jugendlicher aus Rosenheim und München, in der Landeshauptstadt – unter dem Einfluss von jeder Menge Alkohol – das Weihnachtsfest zu feiern. Als es den Anwohnern an der Schleißheimer Straße zu laut wurde, kam die Polizei, die – auch aufgrund des Infektionsschutzgesetzes – gezwungen war, die Party aufzulösen.

Die damals 18-jährige Rosenheimerin fiel dabei besonders renitent und unflätig auf. Nicht nur, dass sie lauthals „Heil Hitler“ schrie. Als eine Polizistin sie darauf hinwies, dass dies eine Straftat sei, wurde diese von der Rosenheimerin mit üblen sexuellen Beleidigung belegt.

Lesen Sie auch: Zuhälterin lockt Frau für Wohnwagenstrich nach Europa – Traunsteiner Gericht bestätigt Urteil

Bereits mit 15 Jahren war die heute arbeits- und obdachlose junge Frau wegen Diebstahl vor dem Jugendrichter, mit 16 hatte sie den Notruf dazu benutzt, um betrunken die Polizisten in der Inspektion zu beleidigen. Und schließlich war sie vom Berufungsgericht in Traunstein im Februar zu neun Monaten Jugendgefängnis verurteilt worden – damals ausgesetzt zur Bewährung.

Als Schulschwänzerin aufgefallen

Die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe zeichnete ein erschreckendes Bild von der Entwicklung der jungen Frau. Nach Einschulung in der Sonderpädagogik begann sie bereits im Alter von zwölf Jahren, Alkohol zu trinken. Zudem war sie in ihren letzten drei Schuljahren konstant als Schulschwänzerin aufgefallen. Ohne Schulabschluss, ohne Berufsausbildung lebte sie zuletzt bei „Freunden“, wobei sie hin und wieder bei ihrer Großmutter erreichbar ist.

Lesen Sie auch: Mit Schlagring auf Autos eingedroschen: Haftstrafe für 24-jährigen Rosenheimer

Zum Alkoholmissbrauch kamen schließlich auch Drogen hinzu, sodass als letzte Instanz ein Maßregelvollzug in einer geschlossenen Therapie-Einrichtung nach Einschätzung der Justiz erfolgversprechend erscheint. Dies war bereits im Urteil des Traunsteiner Gerichtes so entschieden worden.

In seinem Plädoyer beantragte der Staatsanwalt, dass die bereits ergangene Vorstrafe auf 18 Monate Einheitsjugendstrafe erhöht werden solle, dies aber mit der Therapie im Maßregelvollzug gekoppelt werden müsse.

Verteidiger zweifelt an Entgleisung

Der Verteidiger, Rechtsanwalt Alexander Klein, bezweifelte, ob der „Heil Hitler“-Ruf tatsächlich so vorkommen sei. Die Beleidigung der Polizistin aber war mittels der Body-Cam-Aufzeichnung unbestritten. Er stellte das Strafmaß letztlich in das Ermessen des Gerichtes, verwies aber darauf, dass seine Mandantin in jedem Fall therapiewillig sei.

Lesen Sie auch: „Hurenschnitt“ aus Eifersucht? 54-jähriger Rosenheimer wegen versuchten Mordes vor Gericht

Das Jugendschöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Hans-Peter Kuchenbaur entschied, dass 16 Monate Jugendstrafe angemessen seien, setzte diese allerdings nicht mehr zur Bewährung aus und verwies die Angeklagte umgehend zur Therapie. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Mehr zum Thema

Kommentare