Platz für 400 Urnen: So soll Grabfeld 82 auf dem Rosenheimer Friedhof in Zukunft aussehen

In die Jahre gekommen: Die alten Bänke werden ersetzt. Die Steinmauer im Hintergrund wird abgetragen.

Weniger Pflastersteine, mehr Rasen, neue Bänke und zusätzliche Urnengräber: Das Grabfeld 82 auf dem Friedhof am Kapuzinerkloster in Rosenheim wird neu gestaltet. Darauf haben sich die Stadträte im jüngsten Pandemie-Rat einstimmig verständigt. Das Projekt soll trotz der Corona-Krise verwirklicht werden. Wann, steht allerdings noch nicht fest.

von Ilsabe Weinfurtner

Rosenheim – Die Zahl der Erdbestattungen geht zurück, dafür steigt die der Urnenbegräbnisse. Die Menschen, auch in Rosenheim, leben zunehmend vereinzelt, der familiäre Zusammenhalt ist vielfach weggebrochen. Im hektischen Alltag bleibt kaum Zeit, sich um sich um die Gräber der Verstorbenen zu kümmern.

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Dieser Entwicklung will die Stadt jetzt Rechnung tragen und plant, das Grabfeld 82 auf dem Friedhof am Kapuzinerkloster umzubauen und optisch aufzuwerten. Entstehen werden in fünf Doppelreihen 20 Hülsen mit je vier Urnen. 400 Bestattungen sollen auf diese Weise möglich sein. Die Fläche wird abgedeckt mit einer Metallplatte.

Neuer Mittelpunkt für das Grabfeld

Außerdem plant die Stadt, den Mittelpunkt des Grabfeldes neu anzulegen. Aufschüttungen sollen abgetragen und durch „ruhige Rasenzonen“ ersetzt werden. Die Natursteinmauer wird abgetragen, das Pflaster aus Granitkleinstein bleibt, wird aber in der Fläche verkleinert. Das Linden-Rondell verschwindet, stattdessen werden fünf Tulpenbäume gepflanzt. Zudem lässt die Stadt drei neue Sitzbänke aufstellen.

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Zwei weitere sollen an anderer Stelle des Grabfeldes Platz finden, ebenso wie drei weitere Tulpenbäume.

Friedhof soll ein neues Gesicht bekommen

Mit dieser Konzeption entspricht die Stadt auch einem Antrag der CSU-Stadtratsfraktion, die – noch vor der Corona-Krise – angeregt hatte, dem Friedhof ein neues Gesicht zu geben, ihn zur Parkanlage umzugestalten. Ähnliche Pläne gibt es seit dem vergangenen Jahr auch für den Friedhof in Aising. Auch dort soll vieles neu gemacht werden, unter anderem sind 320 Urnengräber geplant, die unter Bäumen eingerichtet werden sollen. Im städtischen Haushalt sind dafür 40 000 Euro eingestellt – wobei die geschätzten Kosten aber bei rund 79 000 Euro liegen.

Maue Finanzlage

Doch die Finanzlage ist angesichts der enormen Folgekosten von Corona mau. Deshalb hat man sich dazu entschlossen, das Budget für Aising zunächst auszugeben für den Rosenheimer Friedhof. Aber auch dort werden die 40 000 Euro nur einen Teil der veranschlagten Kosten, etwa 67 000 Euro, decken können. Zusätzliches Geld wird es für das Projekt erst einmal nicht geben, die Stadt hat bereits eine Haushaltssperre erlassen.

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Und so wird sich auch der Wunsch von Grünen-Stadtrat Franz Opperer nach einem Kunstwerk für das Grabfeld 82 nicht so leicht realisieren lassen. Es sei denn, es gibt eine Schenkung.

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