Die perfekte Currywurst

Die Erfinderin der Currywurst, Herta Heuwer, wäre heute 100 Jahre alt geworden. 1949 mischte sie in ihrem Berliner Imbiss eine Curry-Soße, die sie zusammen mit einer gebratenen Brühwurst verkaufte. Das Rezept ließ Heuwer 1959 patentieren und bewahrte das Geheimnis bis zu ihrem Tod. Heute hat fast jeder Imbissbudenbetreiber sein eigenes Rezept.

Rosenheim - "Wir waren in Rosenheim die Currywurst-Pioniere", erzählt Metzgermeister Josef Erb von "Peppis Würstelstand". Vor 40 Jahren brachte Vorbesitzer Peppi, nach dem der Stand benannt ist, das Rezept aus Berlin mit. Seither ist die Currywurst der Verkaufsschlager. Erb, der zuvor viele Jahre für Peppi arbeitete, betreibt seit elf Jahren den Stand im Karstadt-Lichthof. 90 Prozent seines Umsatzes macht er mit der roten Currywurst. "Die Wurst mache ich selbst, und das Rezept ist seit 40 Jahren gleich", erklärt er. Neben der Wurst sei vor allem die Soße entscheidend. Auch die stellt der Metzgermeister selbst her - nach dem eigenen Geheimrezept.

"Die Soße muss heiß sein, damit es schmeckt", findet seine Frau Mali, die seit zehn Jahren die Würstl verkauft. Ein Großteil der Kundschaft wählt Pommes als Beilage, manche wollen lieber eine Semmel. Die geschnittene Wurst kommt samt Soße auf einen, die Pommes auf einen anderen Teller. So bleiben sie schön knusprig.

Wer zu Hause eine Currywurst zubereiten will, sollte sie am besten grillen, finden Erbs. Auch bei ihnen kommen die Würste auf den Grillrost. Wichtig, sei, sie einzuschneiden. "Zu Hause schmeckt sie aber nie so gut wie am Stand", lacht Mali Erb.

Auch der Würstelstand der Metzgerei Angerer hat eine lange Tradition: Seit beinahe 30 Jahren gibt es die Bude am Max-Josefs-Platz. Auch dort ist die Currywurst das meistverkaufte Gericht: Über 100 Stück essen die Kunden pro Tag. "Das Besondere an unserer Wurst ist, dass das Fleisch komplett aus der Region stammt", erklärt Würstel-Verkäuferin Anneliese Wagner. Die gute Qualität mache sich im Geschmack bemerkbar. Überwiegend verkauft sie die bei uns übliche rote Currywurst. Nur Touristen würden manchmal nach der weißen fragen.

Beim Angerer wird die Wurst geschnitten verkauft, weil sie so einfacher zu essen ist. "Wichtig ist, dass die Soße warm ist. Nur so schmeckt die Wurst", betont Wagner. Das Rezept der Soße verrät sie natürlich nicht. Die ist beim Angerer nur wenig scharf, damit der Geschmack der Wurst nicht überdeckt wird. Für Kunden, die es gerne würziger mögen, wird aber auch eine extrascharfe Soße angeboten. Zur Wurst gibt es eine Semmel als Beilage, mit der die Soße aufgetunkt werden kann.

Damit auch zu Hause die Currywurst gelingt, rät Wagner, die Wurst vor dem Braten in einem Topf mit Wasser zu erwärmen. "Gebe ich die kalte Wurst in die Pfanne, dauert das Braten zu lang, und die Wurst wird trocken. Die warme Wurst dann einfach kurz anbraten, damit sie schön kross wird."

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