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„Fähigkeiten in falsche Bahnen gelenkt“

Pay-TV-Betrüger aus Rosenheim verurteilt – Wieso er trotzdem aufatmen kann

Ein 31-jähriger Rosenheimer hatte Privatpersonen und Gewerbetreibende mit illegalen Pay-TV-Zugängen versorgt. Dafür verurteilte ihn ein Münchner Gericht jetzt zu einer Haftstrafe auf Bewährung.
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Ein 31-jähriger Rosenheimer hatte Privatpersonen und Gewerbetreibende mit illegalen Pay-TV-Zugängen versorgt. Dafür verurteilte ihn ein Münchner Gericht jetzt zu einer Haftstrafe auf Bewährung.
  • Angela Walser
    VonAngela Walser
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Weil er über 100 Privatpersonen und Gewerbetreibende mit illegalen Pay-TV-Zugängen versorgt hat, musste sich jetzt ein 31-jähriger Rosenheimer in München vor Gericht verantworten. Die Tat kommt ihm nun teuer zu stehen. Dennoch hätte das Urteil noch deutlich schmerzhafter ausfallen können.

München/Rosenheim – 80 Euro pro Jahr für ein Sky-Abo plus Balkan-Fernsehen: Dieses Angebot klang fürstlich – war aber illegal. Einem Techniker (31) aus Rosenheim war es gelungen, das Bildsignal zu knacken und somit die Abos ganz billig zumachen. Fünf Jahre ging das gut, doch der Schwindel flog auf. Das Landgericht München II verurteilte ihn jetzt wegen Computerbetrugs in 103 vollendeten und 120 versuchten Fällen zu einer Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren.

Die Strafe wäre noch höher ausgefallen, hätte der Angeklagte nicht so außergewöhnlich gute Aufklärungsarbeit betrieben. Das erwähnte auch der Richter in seinem mündlichen Urteil. Als Bewährungsauflage wurde vereinbart, dass der Rosenheimer insgesamt 25.000 Euro seiner Taterträge abgeben muss. Das ist viel Geld, aber im Vergleich zu den Gesamteinnahmen von 144.000 Euro doch erheblich weniger.

Zu den Kunden des 31-Jährigen hatten Privatpersonen wie Gewerbetreibende gezählt. Letztere waren vor allem Betreiber von Wettbüros und Gastwirtschaften, darunter Kneipen in der Stadt Rosenheim und in Grafing. Deren Chefs hatten schon Bewährungsstrafen kassiert. Im Prozess gegen den Drahtzieher mussten sie als Zeugen aussagen, wobei viele alles andere als glänzten. „Die Zeugen-Beteiligung war mau“, bestätigte auch der Vorsitzende Richter.

„Kein alltäglicher Fall fürs Gericht“

Demzufolge baute das Urteil auf die Einlassung des 31-jährigen Angeklagten. „Das ist kein alltäglicher Fall fürs Gericht. Wir mussten das technisch erst einmal verstehen“, führte der Richter weiter aus. Und an den Angeklagten gerichtet, sagte er: „Ihre Fähigkeiten wurden in falsche Bahnen gelenkt. Wir hoffen, dass das jetzt ein Schlussstrich ist.“

Den Techniker aus Rosenheim wird sein Fehltritt teuer zu stehen kommen. Am Rande des Verfahrens berichtete er über anstehende Steuer-Nachzahlungen, die er trotz aller Illegalität für seine Geschäfte berappen muss. Sie bewegen sich in einem fünfstelligen Bereich.

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