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Patient Einzelhandel: Wie schlecht ist es um die Geschäfte in Rosenheim bestellt?

Die einen finden: Rosenheim steht in Sachen Einzelhandel gut da. Das bisschen Leerstand ist normal. Die anderen warnen vor dem langsamen Niedergang der Einkaufsstadt. Bei der Bürgerversammlung für die Stadtmitte und Küpferling trafen beide Seiten aufeinander.

Rosenheim – Leerstände und Ladensterben? Die Aussichten für Rosenheim als Einkaufsstadt sind nicht so schlecht, wie sie manchmal scheinen. Davon jedenfalls ist Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) überzeugt, wie sie jetzt sagte, bei der Bürgerversammlung für die Stadtmitte und Küpferling.

Bundesweit unter den Top Ten

Die Zentralität, also das Maß dafür, wie viel Kaufkraft von außerhalb in die Stadt hinein fließt, sei mit 1,77 nach wie vor sehr hoch. Rosenheim gehöre damit zu den bundesweiten Top Ten, sagte Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl. Auf die Zahl von 18 Leerständen und sieben Objekten, die sich gerade im Umbau befänden, darunter der ehemalige „K&L“, schauten andere Städte in ganz Deutschland mit Neid.

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Dennoch sei die Frage, wie die Stadt auf die komplexen Entwicklungen im Einzelhandel reagieren kann, um langfristig als attraktiver Standort für Händler und Kunden zu gelten, omnipräsent und zunehmend schwieriger zu beantworten. Eine der Ursachen sei der wachsende Online-Handel, den Bauer mit aktuellen Zahlen einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) untermauerte. Demnach werden von 60 Milliarden Euro Umsatz heute bereits mehr als 50 Milliarden online erwirtschaftet. Lediglich im Lebensmittel-Bereich sei der Trend abweichend. Für Rosenheim käme hinzu, dass die Umlandgemeinden mächtig „aufrüsten“ in Sachen Gewerbe, wie Bauer sagte.

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„Wir dürfen das nicht auf die leichte Schulter nehmen“, appellierte Gerhard Buluschek, ehemaliger Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes, an die Stadt. Er hatte das Thema per Antrag auf die Agenda gebracht und kritisch gefragt, ob sich die Verwaltung der Verantwortung bewusst sei, die sie in Sachen Einzelhandel inzwischen trage.

Zudem erinnerte er daran, dass Rosenheim auch schon mal eine Zentralität mit dem Faktor 2 aufgewiesen hatte. Die aktuelle Zahl von 1,77 bedeute dagegen, dass man nur noch rund 100 000 Bürger „versorge“. 150 000 weitere Menschen im Landkreis erreiche man nicht oder nicht mehr.

Ladenbesitzer in der Pflicht

Dezernent Bugl hielt entgegen, dass alle Städte an Zentralität in den vergangenen Jahren eingebüßt hätten – meist stärker als Rosenheim. Ferner ziehe allein der Lokschuppen jedes Jahr über 200 000 Menschen an, die ebenfalls Geld in der Stadt ließen. Auch die Verkaufsfläche von 3,45 Quadratmeter pro Person sei an Inn und Mangfall wesentlich größer als mit 1,45 Quadratmeter im Schnitt in Deutschland. „Wir sollten die Leistungen der Stadt nicht schlecht reden“, sagte Bugl.

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Die Oberbürgermeisterin versicherte, am Thema dran zu bleiben und verwies mehrmals auf das City-Management und deren Geschäftsführerin Sabrina Obermoser, die dafür sorge, dass sich immer etwas rühre in der Innenstadt. Außerdem verwies sie auf die amtierende Ortsvorsitzende des Handelsverbands Bayern, Maria Reiter. Auch die Immobilien- und Ladenbesitzer nahm Bauer in die Pflicht. Bei dem breit gefächerten Thema gebe es viele Komponenten zu berücksichtigen, darunter die Tatsache, dass ein Besucher die Innenstadt anhand seiner Bedürfnisse heute anders definiere als früher.

Zunehmend schwieriger gestalte sich die Situation dagegen für Läden in Randlagen. Doch für Nachmieter sei auch dort in vielen Fällen gesorgt. Innovative Konzepte ermöglichten auf den ersten Blick recht ungewöhnlich erscheinende Nachnutzungen, beispielsweise zur Kinderbetreuung oder für Nachhilfestunden. Goldrichtig sei es im Nachhinein gewesen, das einst am Bahnhof geplante Einkaufszentrum „Arcaden“ mit 23 000 Quadratmeter Fläche nicht anzusiedeln, sagte Bauer.