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Parolen, Gebrüll und Gepfeife

Protestierten hinter einer Absperrung: die Gegendemonstranten. Schlecker

Rosenheim – Es waren nur etwa 30 Anhänger, die gestern im engeren Kreis rund um die Bühne für die AfD-Kundgebung mit Deutschlandfahnen Aufstellung bezogen hatten.

Weitere 20 bis 30 standen etwas zurückgezogen unter den Arkaden. Eine eher schlecht besuchte Wahlkampfveranstaltung. Und trotzdem erhielt sie auch in Rosenheim große Aufmerksamkeit: Denn es hatten sich etwa 100 Gegendemonstranten in Rufweite versammelt. Dazwischen: die Polizei mit 100 Kräften, die die beiden Gruppierungen auf Abstand hielt. Das gelang bis zum Schluss der Kundgebung, die etwa eineinhalb Stunden dauerte und sich auf verbale Auseinandersetzungen beschränkte.

Der AfD-Kreisverband hatte drei relativ bekannte Mandatsträger für die Kundgebung auf dem Max-Josefs-platz aufgeboten: Unter anderem sprachen Uwe Junge, AfD-Fraktionsvorsitzender in Rheinland-Pfalz, und die Bundestagsabgeordneten Jan Nolte und Petr Bystron. Außerdem am Mikrofon: die heimischen AfD-Kandidaten für den Landtag, Franz Bergmüller und Andreas Winhart, sowie für den Bezirkstag Christian Demmel und Andreas Kohlberger.

Sie erfüllten die Erwartungen ihrer Anhänger, die sie immer wieder als „Patrioten“ ansprachen: Die Reden konzentrierten sich auf Attacken gegen die Alt-Parteien, „Merkel-muss-weg--Parolen“, Leugnung der Hetzjagden in Chemnitz, Reden, die Deutschland durch die Bundes- und Landespolitik der vergangenen Jahre in Gefahr sehen und auf die Aufforderung zu einer Wende in der Flüchtlingspolitik, die „Fahrkarten statt Sprachkurse“ (Junge) anbieten solle.

Auf der Gegenseite eine ungewöhnliche Mischung: junge Männer mit Kapuzenpullis, die Augen hinter Sonnenbrillen versteckt, die „Halt die Fresse“ skandierten, Vertreter der Antifaschisten, aber auch Protestler in Lederhose und Trachtenhemd. Veranstaltungsleiter; Sepp Obermeier, bekannt geworden als Kruzifix-Gegner. Es wehten Fahnen der Globalisierungsgegner Attac, der Jusos, von Flüchtlingsorganisationen und der Partei Mut. Mit Trillerpfeifen tönten die Gegendemonstranten nach einer kurzen eigenen Rede eineinhalb Stunden gegen die Reden der AfD an. Diese genoss die Aufmerksamkeit auch von vorbeischlendernden Passanten sichtlich. Während die Gegendemonstranten von der AfD in die Ecke arbeitsverweigernder Krawall-Linker gestellt wurden, beschuldigten die Demonstranten die AfD-Vertreter als „Nazis“. Landtagskandidat Bergmüller beklagte den „Niedergang der Diskussionskultur“. Festzustellen bleibt, dass AfD-Sympathisanten beim Wahlkampfauftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Max-Josefs-Platz im September 2017 ebenfalls zur Protestform Trillerpfeifen plus Gebrüll gegriffen hatten.

Stieß auf wenig Interesse: die Kundgebung der AfD in Rosenheim.