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Gedenken an Elisabeth Block in Rosenheim

Opfer des NS-Terrors: Ein besonderes Gedenken an ein jüdisches Mädchen aus Rosenheim

Bei der Eröffnung: (von links) Aaron Buck, Sprecher der israelitischen Kultusgemeinde, Schulleiterin Magdalena Singer, Künstlerin Christiane Huber und die Bürgermeister Daniel Artmann und Gabriele Leicht.
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Bei der Eröffnung: (von links) Aaron Buck, Sprecher der israelitischen Kultusgemeinde, Schulleiterin Magdalena Singer, Künstlerin Christiane Huber und die Bürgermeister Daniel Artmann und Gabriele Leicht.

Anlässlich der Reichspogromnacht wurde jetzt die erste Möbiusschleife für die Opfer des NS-Terrors enthüllt. Zeitgleich hat die Einweihung des Elisabeth-Block-Platzes stattgefunden - die neue Anschrift der Mädchenrealschule.

Rosenheim - Für Christiane Huber war es ein besonderer Moment. Die Künstlerin hat mit der Möbiusschleife ein Gedenkzeichen entwickelt, das an die NS-Opfer erinnern soll - unter anderem an Elisabeth Block. Der Name der Schülerin aus Niederburg, die dem Holocaust zum Opfer gefallen ist, wurde jetzt in eine Schleife eingraviert. Diese hängt an einem Baum direkt vor der Mädchenrealschule.

Bei der Arbeit: Die Künstlerin Christiane Huber bringt die Erinnerungsschleife an.

„Mögen das lebendige Gedenken an die Vergangenheit eine friedvolle Gegenwart und Zukunft schaffen“, sagte Artmann. Laut ihm sei es unsere Aufgabe, den Frieden sowohl mit Worten als auch mit Taten zu verbreiten. Schulleiterin Magdalena Singer richtete ihre Rede vor allem an die Schülerinnen, da es ihr wichtig sei, nicht über die Köpfe der Mädchen hinwegzusprechen. Zudem sei sie stolz verkünden zu können, sie „habe eine Schule am Elisabeth-Block-Platz 1“.

Erinnerungskultur stärken

Dass Elisabeth keinen Abschluss an dieser Schule machen durfte, sei für sie ein trauriges Ereignis. Es sei daher wichtig, dass die Erinnerungskultur für die Zukunft gelebt und auch sichtbar gemacht werde. Elisabeth Block stehe für Millionen von Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, Rasse oder Religionszugehörigkeit ihr Leben verloren haben.

Neuer Name: Der Vorplatz der Mädchenrealschule heißt ab sofort Elisabeth-Block-Platz. Dafür hatten sich die Stadträte ausgesprochen.

So sei es wichtig, sich an diese Zeit zu erinnern. Ein Blick in die Geschichte zeige, was möglich war und ist und wozu Menschen fähig waren und auch immer noch sind. Für Singer sei die Aufgabe der Menschen daher, sich für die Freiheit und Würde einzelner Menscheneinzusetzen.

Elisabeth Block schreibt in ihrem Tagebuch von Ausflügen an den Hofstätter See, die sie mit ihrer Familie machte. An diesem See fühle sich Thomas Nowntny, Pate der „Schule gegen Rassismus“, ihr verbunden. Laut Nowotny seien wir nicht für das damalige Verbrechen verantwortlich, jedoch seien wir dafür verantwortlich, dass so etwas nie wieder geschehe. Zudem sei er stolz darauf Pate von einer Schule zu sein, wo aktiv gegen Rassismus gekämpft werde. Zum Schluss laß Nowotny ein Gedicht zum Gedenken an die Schoah vor.

Vergangenheit verstehen

Die Unesco-Projektgruppe der Realschule sagte, dass sie durch die neue Schuladresse immer an Elisabeth Block und ihr Schicksal erinnert werden würden. Erinnerungen seien wichtig, denn der Blick zurück, würde die Gegenwart erklären. Diese würden einem bewusst machen, dass solch ein Unrecht niemals wieder geschehen dürfe. Daher sei es wichtig, die Vergangenheit zu verstehen, um gemeinsam eine bessere Zukunft aufbauen zu können.

Abschließend legten die Schülerinnen gemeinsam selbstbemalte Gedenksteine an Elisabeth Block zu der Erinnerungsschleife dazu.

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