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Chormusikfestival im Juli

Open Air mit Dach: In Rosenheim wird das Parkhausdeck zum Konzertsaal

Freuen sich auf die kommenden Wochen: Kulturamtsleiter Wolfgang Hauck (links) und der Organisator des „Kulturparkhauses“ Michael Gartner.
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Freuen sich auf die kommenden Wochen: Kulturamtsleiter Wolfgang Hauck (links) und der Organisator des „Kulturparkhauses“ Michael Gartner.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Im Rahmen der Aktion „Sommer in Rosenheim“ findet von Freitag, 2. Juli, bis Sonntag, 11. Juli, ein Chormusikfestival statt. Allerdings weder im Kultur- und Kongresszentrum, noch im Ballhaus – sondern auf dem obersten Deck des Parkhauses P1 mitten im Zentrum. Quasi ein Open Air mit Dach.

Rosenheim – Michael Gartner steckt voller Ideen. Daran hat auch die Corona-Krise nichts geändert. Bereits im vergangenen Jahr habe er sich überlegt, wie er mit seinem Chor coronakonform auftreten könne. Während viele Künstler ihre Auftritte ins Freie verlagert haben, sei das für einen Großteil der Chormitglieder keine Option gewesen. „Klassische Musik braucht einen klingenden Raum“, sagt er. Durch Zufall sei er dann durch das Parkhaus P1 am Hammerberg spaziert. Als er ganz oben stand, sei für ihn klargewesen, dass es sich hier um eine geeignete Fläche handelt, um ein Chormusikfestival durchzuführen.

Corona-Auflagen können eingehalten werden

Nicht nur sei die Akustik gut, auch könnten die Corona-Auflagen zum Teil einfach eingehalten werden. „Das Parkdeck ist an den Seiten geöffnet und überdacht. Dies ermöglicht uns, Bedingungen zu schaffen die wie im Freien höchste Sicherheit bieten“, sagt Gartner. Nach und nach sei so ein Konzept entstanden. Allerdings nicht nur für den Chorkreis St. Quirinus, dessen Leiter er ist, sondern für die komplette Vokalmusikszene. „Viele waren in der gleichen Situation. Deswegen ist es sinnvoll, dass wir uns zusammentun“, sagt Gartner.

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Entstanden ist eine Mischung aus Vokal- und Instrumentalmusik aus verschiedenen Genres und Epochen. Mit dabei sind das Musicalensemble Fürstätt, das Barockensemble Horolog, der Chor an der Erlöserkirche, das Ensemble „La Fuente“, Capella Regalis, die Ballettschule Bartosch-Linke, Camerata Vocale, das Jazzquartett Valentin Preißler, der Kammerchor Rosenheim, das Bläserquintett Esbrassivo, das Orchester „Die Arche“, Franz Lang, Beurer CantaRhei, der Chorkreis St. Quirinus und das Concerto München.

Barockmusik trifft auf Pop

Gleich am ersten Abend trifft Barockmusik auf Pop. Einen Tag später musiziert der Chor der Erlöserkirche zusammen mit dem „Ensemble La Fuente unter der Leitung von Johannes Eppelein. „Das wird eine spannende Mischung aus Vokalwerken und Weltmusik“, sagt Gartner. Es folgt ein gemeinsamer Auftritt der Ballettschule Bartosch-Linke mit der „Capella Regalis“ unter dem Titel „Music goes Dance – Liebe, Eros und Bewegung“. Den Abschluss des neuntägigen Chorfestivals gestaltet Michael Gartner als Ideengeber und Organisator, selbst. „Es geht um eine utopische Verhandlung über Menschlichkeit“, verrät er. Der Chorkreis St. Quirinus musiziert zusammen mit dem Gesangensemble H202 und dem Orchester Concerto München. „Ich bin mir sicher, dass die Leute begeistert sein werden“, sagt er.

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Insgesamt 200 Besucher können pro Konzert an der Veranstaltung teilnehmen. Dort, wo sonst Autos dicht an dicht stehen, werden Gartner und sein Team Bierbänke aufstellen. Wer gemeinsam auf einer Bank sitzen will, muss beim Kartenverkauf zwei Plätze nebeneinander reservieren. Ganz vorne wird die Bühne aufgebaut. Ein- und Ausgang sind voneinander getrennt. Alles ist bis ins Detail ausgetüftelt.

Nur am Rande verrät Gartner, wieviel Aufwand die gesamte Organisation gemacht habe. „Unter normalen Umständen hätten wir so etwas wahrscheinlich nicht auf die Beine gestellt“, sagt er. Weil seit dem Beginn der Corona-Pandemie aber sowieso alles anders ist, findet jetzt eben ein Chormusikfestival im Parkhaus statt. Eine Veranstaltung, die – so sagt Gartner wiederholt – ohne die Unterstützung des Kulturamts und der Stadt nicht möglich gewesen sei. „Rosenheim braucht solche Initialzündungen“, sagt Kulturamtsleiter Wolfgang Hauck. Er lobt die Zusammenarbeit und freut sich über die kreativen Köpfe in der Stadt.

Kunst hat einen sozialen Wert

Die beiden Männer hoffen jetzt darauf, dass die Bürger nach den zahlreichen kostenlosen Veranstaltungen im vergangenen Jahr wieder bereit sind, Geld für Kultur auszugeben. „Ohne einen finanziellen Aufwand geht es nicht“, sagt Gartner. Hauck fügt hinzu: „Kultur hat einen gesellschaftlichen und sozialen Wert, für den Eintritt verlangt werden muss.“

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In den kommenden Tagen sollen die letzten Vorbereitungen getroffen werden. Dann steht der Premiere nichts mehr im Weg. „Wir rechnen trotzdem mit allem“, sagt Gartner. Die Musiker seien von hupenden Autos bis zu Hagelschauer auf alles vorbereitet. „Aber das alles wird dazu beitragen, dass es zu einem unvergesslichen Erlebnis wird“, ist sich der Organisator sicher.

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