Online durchgestartet: So hat die Rosenheimer Volkshochschule die Corona-Krise genutzt

Die Volkshochschule Rosenheim hat die Krise genutzt um ein Online-Angebot auf die Beine zu stellen.
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Die Volkshochschule Rosenheim hat die Krise genutzt um ein Online-Angebot auf die Beine zu stellen.

Einigen Volkshochschulen droht wegen der Corona-Krise die Insolvenz. Deutlich besser ist die Situation in Rosenheim. Wie die Mitarbeiter die vergangenen Monate genutzt haben und warum die Sorge um die Zukunft bleibt.

von Anna Heise

Kurse mit einer Teilnehmerbegrenzung, ein umfassendes Online-Programm und ein Türsteher: Seit der Wiedereröffnung vor zwei Monaten hat sich in der Rosenheimer Volkshochschule (VHS) einiges getan. Nicht alles davon ist positiv. So ist das Haus weiterhin geschlossen, ein Türsteher regelt den Einlass, achtet darauf, dass sich niemand ohne Grund in dem Gebäude an der Stollstraße aufhält.

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In Kursen, in denen es mehr als zwölf Teilnehmer gibt, herrscht eine Maskenpflicht. „Wir achten sehr darauf, dass die ganzen Vorschriften eingehalten werden. Wir sind da überkorrekt“, sagt die Leiterin Bianca Stein-Steffan. Doch auch mit dieser „überkorrekten Einhaltung“ habe sie nicht verhindern können, dass es einen deutlichen Einbruch bei den Teilnehmerzahlen gegeben hat. „Die Kurse sind sehr ausgedünnt“, sagt sie.

Programm für die Corona-Krise

Was dafür laut ihrer Stellvertreterin Sylvia Seiler umso besser läuft, sind die Online-Kurse. Ein Vorteil, den die Corona-Krise mit sich gebracht habe. So habe sie, gemeinsam mit ihren Mitarbeitern, an einem Programm gefeilt, an dem die Menschen – trotz der vorübergehenden Schließung – teilnehmen konnten.

Wissenschaftsprogramm „vhs.wissen.live“

In Kooperation mit anderen Volkshochschulen wurde beispielsweise das digitale Wissenschaftsprogramm „vhs.wissen live“ angeboten. Hier konnten sich Interessierte – kostenlos – verschiedene Fachvorträge und Podiumsdiskussionen anhören. Auch die Rosenheimer Volkshochschule selbst hat ein eigenes Online-Programm zusammengestellt- „Dadurch haben wir eine ganz neue Zielgruppe erreicht“, sagt Seiler.

Honorar bleibt das Gleiche

Doch die Sorge um die Zukunft bleibt – vor allem, wenn es bei einer Teilnehmerzahl von zwölf Leuten bleibt. „Das Honorar für die Dozenten bleibt das Gleiche. Egal ob es zwölf oder 20 Teilnehmer sind“, sagt Stein-Steffan. Eklatant sei die Situation im Sportbereich.

Sorge, Stammkunden zu verlieren

„Wir werden mit großer Wahrscheinlichkeit Stammkunden verlieren“, sind sich Seiler und Stein-Steffan einig. Zum einen, weil zahlreiche Sportkurse nach draußen verlegt wurden, zum anderen, weil es eine Teilnehmerbegrenzung gibt. Das bringt gleich laut Seiler gleich mehrere Probleme mit sich. So würden nicht alle, die an den Kursen teilnehmen wollen, auch automatisch einen Platz bekommen. Außerdem müssen die Kurse bei schlechtem Wetter und bei einem Temperatureinbruch abgesagt werden. Denn eine Alternative gibt es nicht. „Wir brauchen Räume mit großen Flächen und die haben wir nicht“, sagt Seiler. Ein Grund, warum auch der Chor mit seinen 28 Teilnehmern im Moment noch nicht singen kann.

Kein gedrucktes VHS-Herbstprogramm

Davon verrückt machen lassen wollen sich die beiden Leiterinnen aber nicht. „Wir schauen einfach, was passiert. Im Moment sind wir durch die Rettungsschirme gut aufgefangen“, sagt Stein-Steffan.

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Das Ziel für die Zukunft sei es, flexibel auf Änderungen zu reagieren. Ein Grund, warum es heuer – zum ersten Mal überhaupt – kein gedrucktes VHS-Herbstprogramm gibt. Interessierte können sich online, per Mail oder persönlich über das Programm informieren und bei den Kursen anmelden.

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