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WENN SPORT VERBINDET

Özgür Yildirim aus Rosenheim bringt Jugendlichen Toleranz, Respekt und Fußball spielen bei

Ein begeisterter Fußballspieler: Özgür „Özi“ Yildirim aus Rosenheim.
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Ein begeisterter Fußballspieler: Özgür „Özi“ Yildirim aus Rosenheim.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Er versteht es, Kinder und Jugendliche zu begeistern: Özgür Yildirim aus Rosenheim organisiert die offenen Fußballtrainings in der Endorfer Au und in der Finsterwalderstraße. Der 44-Jährige bringt den Kindern aber viel mehr als nur Tricks am Ball bei.

Rosenheim – Özgür „Özi“ Yildirim steht in der Mitte. Die Hosenbeine seiner schwarz-roten Jogginghose sind hochgekrempelt, auf seinem T-Shirt sind die Farben der deutschen Flagge zu sehen. Um ihn herum stehen rund 30 Kinder und Jugendliche. Einige sind zum ersten Mal dabei, andere kommen regelmäßig. Sie hören zu, nicken hin und wieder. Dann teilt Özgür Yildirim die Mannschaften ein.

Jeder der Lust hat, kann vorbeischauen

Es gibt die Teams Deutschland, Litauen und Türkei. Länder, die die Kinder und Jugendlichen spontan nennen, ganz unabhängig von ihrer jeweiligen Herkunft. Und das obwohl ein Großteil der Anwesenden einen Migrationshintergrund hat. Eine Rolle spielt das bei den offenen Fußballtrainings nicht. Ganz im Gegenteil. Jeder, der Lust hat Fußball zu spielen, kann vorbeischauen.

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„Für mich zählt das Miteinander“, sagt Yildirim. Werte wie Toleranz und Respekt seien für ihn wichtiger als Talent und Ballgefühl. Und darum bietet der 44-Jährige auch nicht die klassischen Einheiten mit Sprints, Technik- und Torschusstraining an, sondern Turniere.

Miteinander wird gefördert

Die Teams sind bunt gemischt. Mädels und Buben. Groß und Klein. Erfahren und unerfahren. Die Spieler, die schon länger dabei sind, versuchen, die Anfänger immer wieder in Szene zu setzen und geben ihnen Tipps, was sie beim nächsten Mal besser machen könnten. Auch das fördert das Miteinander, sagt Özgür Yildirim.

Mehr als 30 Teilnehmer

Es ist ein Konzept, das bei den Kindern und Jugendlichen gut ankommt. Während vor einigen Wochen gerade einmal acht Leute an den Einheiten teilgenommen haben, sind es mittlerweile mehr als 30. Aus dem gesamten Stadtgebiet.

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„Es gab eine Zeit, da wollte niemand etwas mit der Endorfer Au zu tun haben und jetzt schicken sogar Eltern aus Stephanskirchen ihre Kinder dorthin. Fußball verbindet“, sagt Christian Hlatky von der Kontaktstelle bürgerschaftliches Engagement. Er hat Özgür Yildirim bei der Organisation geholfen und unterstützt ihn tatkräftig. Beispielsweise bei der Beschaffung von neuen Fußbällen und Tornetzen.

An den offenen Trainings in der Finsterwalderstraße nehmen immer mehr Jugendliche teil. Einige sind zum ersten Mal dabei, andere kommen regelmäßig.

Hin und wieder schaut Hlatky auch selbst beim Training vorbei. Vom Spielfeldrand beobachtet er dann, wie Özgür Yildirim mit den Kindern und Jugendlichen umgeht. „Özi hat selber einen türkischen Migrationshintergrund, wohnt in der Endorfer Au und spricht die ‚Sprache‘ der dortigen Kinder“, sagt Hlatky.

Ein begnadeter Fußballspieler

Aber Özgür „Özi“ Yildirim weiß eben nicht nur wie die Kinder und Jugendlichen ticken, er ist auch ein begnadeter Fußballspieler. Und das schon seit etlichen Jahren. Weil er seine Karriere aufgrund zahlreicher Verletzungen nicht weiter verfolgen konnte, entschied er sich für die Trainerlaufbahn.

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„Mit 21 habe ich bereits die erste Mannschaft in Hof trainiert“, sagt er. Der Liebe wegen sei er dann vor einigen Jahren nach Rosenheim gezogen. Seine Frau arbeitet im Kindergarten, er im Sozialamt der Stadt. „Ich hatte einfach Lust, mich außerdem ehrenamtlich zu engagieren“, sagt er. Über Freunde entsteht der Kontakt zu Christian Hlatky. Der Rest ist bekannt.

Mehr als nur ein Ehrenamt

Seitdem steht Özgür Yildirim in jeder freien Minute, die er nicht mit seiner Frau oder seinen beiden Töchtern verbringt, auf dem Bolzplatz. Denn für ihn sind die Stunden auf dem Rasen mehr als nur ein Ehrenamt und mehr als nur Fußball.

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Er will die Kinder und Jugendlichen auf das spätere Leben vorbereiten, will ihnen dabei helfen, gute Entscheidungen zu treffen. Und doch macht er es auf eine Art und Weise, die von den jungen Leuten respektiert wird.

Seit zwei Wochen beim Fußballtraining

Das bestätigt auch Renate Schmid. Seit zwei Wochen besucht ihre Tochter Tabea (10) das Fußballtraining. Sie fühlt sich wohl. Zum ersten Mal seit Langem. Denn aufgrund ihres Sprachfehlers wird die Zehnjährige von ihren Mitschülern gemobbt. Ganz anders ist die Situation bei den Fußballern. Hier interessiert sich niemand für ihr Handicap. Und sollte trotzdem jemand stänkern, gibt es als Strafe Liegestütze oder den Ausschluss vom Training. Denn Mobbing und Rassismus haben im Training von Özgür Yildirim keinen Platz.

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