Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


TROTZ CORONA

ÖPNV-Studie: Kein erhöhtes Corona-Infektionsrisiko im Rosenheimer Stadtverkehr

Geschäftsführer des Rosenheimer Stadtverkehrs Ingmar Töppel
+
Geschäftsführer des Rosenheimer Stadtverkehrs Ingmar Töppel

Rosenheim – Ein Studie der Berliner Charité hat das herausgefunden, was Ingmar Töppel als Geschäftsführer des Rosenheimer Stadtverkehrs schon wusste: Die Nutzung des ÖPNV ist im Vergleich zum Individualverkehr nicht mit einem höheren Risiko einer Corona-Infektion verbunden. Jetzt bezieht Töppel Stellung.

Herr Töppel, die Studie wurde von verschiedenen Bundesländern – darunter Bayern – in Auftrag gegeben. Hilft eine Studie, damit die Fahrgäste wieder Vertrauen in den ÖPNV bekommen?

Ingmar Töppel : „Ich würde es mir wünschen. Noch mehr hätte ich mir gewünscht, dass die Politik nicht einfach ohne Datenbasis vor dem ÖPNV warnt. Das hat sehr wehgetan. Wir hatten schon wieder etwa 30 Prozent unserer Fahrgastzahlen erreicht. Jetzt sind wir auf 10 bis 13 Prozent zurückgefallen. Das ist ein herber Rückschlag. Es wird lange dauern, bis wir wieder das Vertrauen der Fahrgäste bekommen.“

Sie haben zu Beginn des Jahres in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Rosenheim ebenfalls eine Studie durchgeführt. Die Ergebnisse waren ähnlich. Ist es eine gewisse Genugtuung jetzt eine Bestätigung durch die Charité zu bekommen?

Töppel: Zum einen gilt der Prophet im eigenen Lande wenig. Mir persönlich war wichtig, die Luftqualität für meine Mitarbeiter zu untersuchen. Die Bestätigung, dass die Technische Hochschule richtig rechnet war mir klar. Wenigstens in der Wissenschaft ist zwei mal zwei noch vier.

Lesen Sie auch: Stadtbus-Geschäftsführer Töppel hält Corona-Gefahr in Rosenheimer Bussen für „äußerst gering“

Haben Sie eine Prognose wie sich die Fahrgastzahlen in den kommenden Monaten entwickeln werden?

Töppel: Das ist die große Kardinalsfrage. Wir sind dahingehend ein bisschen ratlos. Das die mahnenden Worte der Politik, den ÖPNV zu meiden, so eine durchschlagende Wirkung haben, hätte ich nicht gedacht. Ob jetzt ein Appell vonseiten der Politik kommt: Freund nutzt den ÖPNV, es ist ungefährlich – ich glaube, darauf werde ich vergeblich warten.

Lesen Sie auch: Rosenheimer Eltern beklagen „desolate Zustände“ im Bus: Jetzt äußert sich die Stadt

Hat sich durch die Pandemie die Nutzung des ÖPNV langfristig verändert?

Töppel: Ich bin felsenfest überzeugt, das wir uns neu sortieren müssen. Es hat sich im Freizeitverhalten, in der Arbeitswelt, im Einkaufsverhalten viel verändert. Es wird noch einige Monate dauern, bis wir ein Gefühl für die neue Wirklichkeit unserer Fahrgäste bekommen. Wie wir das Angebot daraufhin anpassen, kann noch nicht gesagt werden. Das Gute ist aber, das wir im Kontakt mit unseren Fahrgästen sind. Wenn es soweit ist, können wir für unsere Fahrgäste ein entsprechendes Angebot erarbeiten.

Lesen Sie auch: „Verunsicherung ist groß“: Rosenheims Stadtverkehr-Chef zu neuen Corona-Beschränkungen

Weniger Fahrgäste bedeutet ja auch weniger Einnahmen.

Töppel: Ich habe eine Vereinbarung mit der Stadt Rosenheim, mit dem Aufgabenträger, bis zum 30.06. Mir wurde signalisiert, ja bis Ende des Jahres schaffen wir das. Aber den Stadtverkehr, so wie wir ihn früher kannten, den wird es auch im Jahr 2022 nicht geben. Ich glaube nicht, dass wir bis dahin wieder so viele Fahrgäste haben, das wird in den eigenwirtschaftlichen Betrieb zurückzukehren können. Wir werden grundsätzlich überlegen müssen, wie können wir das stemmen, wie können wir das finanzieren.

Mehr zum Thema

Kommentare