Noch einmal gut gegangen

Alufenster im Altbau des Ignaz-Günther-Gymnasiums: In diesem Jahr werden alle ausgetauscht. Am ersten Tag des neuen Schuljahres war ein Fenster aus dem Rahmen gefallen. Foto bi
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Alufenster im Altbau des Ignaz-Günther-Gymnasiums: In diesem Jahr werden alle ausgetauscht. Am ersten Tag des neuen Schuljahres war ein Fenster aus dem Rahmen gefallen. Foto bi

Das ist noch einmal gut gegangen: Am ersten Schultag im Januar ist im Ignaz-Günther-Gymnasium ein Fensterbeschlag gebrochen, das Fenster fiel aus dem Rahmen. Verletzt wurde niemand. Jetzt tauscht die Stadt für 700000 Euro alle Fenster im Altbau aus.

Rosenheim - Der Vorfall ist vermutlich auf einen Bedienfehler zurückzuführen. Nach Schilderung eines Lehrers wollte eine Schülerin das geöffnete Aluminiumfenster noch weiter öffnen. Offenbar wurde dabei der Öffnungswinkel überdehnt. Hinzu kam eine Materialermüdung. Dies führte zum Bruch einer Schiene. Die Stadtverwaltung ließ daraufhin im Altbau Prinzregentenstraße 32 alle Fenster, die nur zwei Beschläge haben, versiegeln. Fenster mit drei Beschlägen dürfen nur noch von Lehrkräften geöffnet werden.

Die Fenster an der Ostfassade waren in einem ersten Schritt bereits im vergangenen Jahr ausgetauscht worden. Für 2014 standen zunächst weitere 350000 Euro für die Südfassade bereit. Im Norden, also auf der Seite, die zum Pausenhof zeigt, wollte man erst im nächsten Jahr weitermachen. Um Bedienungsfehler in Zukunft auszuschließen und aufgrund des hohen Alters der Fenster - das genaue Alter konnte die Stadtverwaltung gestern nicht angeben - hat der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats nun beschlossen, den Austausch zu beschleunigen und weitere 350000 Euro schon für 2014 freizugeben.

Das Ignaz-Günter-Gymnasium besteht aus verschiedenen Teilen. Das älteste Gebäude der Schule wurde 1896 seiner Bestimmung übergeben. Seither wurde immer wieder erweitert und renoviert. Nachdem die Schule unter Denkmalschutz steht, kann die Stadt nicht frei über die Art der Fenster entscheiden. Derzeit sind größtenteils reine Alufenster verbaut. Für den Austausch auf der Ostseite hatte das Landesamt für Denkmalschutz die Ausführung in Holz verlangt. Dies gilt auch für die nun geplante Erneuerung.

700000 Euro für 140 Fenster, das erschien CSU-Stadträtin Eleonore Dambach zu teuer. Der städtische Immoblienmanager Norbert Werner konnte auf Anhieb nicht erklären, wie hoch der Kostenanteil der Fenster ist. Würde man die Summe auf 140 Fenster umrechnen, käme pro Stück ein Preis von 5000 Euro heraus. Die Summe umfasse auch Aufwendungen, die mit dem Aus- und Einbau zusammenhängen, angefangen von der Wiederherstellung von Fensterstürzen bis zu Maler- und Wandarbeiten, sagte Werner. Zudem verlangt das Denkmalschutzamt eine Ausführung mit Sprossen.

Dambach könnte sich auch den Einbau von Kunststofffenstern vorstellen, um die Kosten zu senken. Bei der Stadtverwaltung sieht man dafür mit Blick auf den Denkmalschutz keine Möglichkeit. Man habe diese "leidige Diskussion" schon in den letzten Jahren erfolglos geführt, sagte der Immobilienmanager im Ausschuss.

Für Franz Lukas, den Fraktionsvorsitzenden der Grünen, besteht kein Anlass, über Kunststofffenster nachzudenken. "Wir sind Holzstadt, und Holzfenster haben unzweifelhaft eine höhere Qualität. Das sollte unser Maßstab sein", meinte er.

Werner versicherte, die genannten 700000 Euro seien nicht das letzte Wort. Bei der Ausschreibung könnte es noch billiger werden. bi

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