Seit 40 Jahren

Nikolaus mit Maske: Gerhard Haußmann ist auch heuer in der Region Rosenheim unterwegs

Mit Bart und Robe:: Gerhard Haußmann in seinem Nikolaus-Gewand auf dem Weg zu den Rosenheimer Kindern.
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Mit Bart und Robe:: Gerhard Haußmann in seinem Nikolaus-Gewand auf dem Weg zu den Rosenheimer Kindern.
  • Korbinian Sautter
    vonKorbinian Sautter
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Trotz der Corona-Pandemie will es sich Gerhard Haußmann aus Rosenheim nicht nehmen lassen, als Nikolaus die Kinder in der Region zu besuchen. Denn das macht er schon seit 40 Jahren. Dieses Jahr ist jedoch vieles anders. Ein Einblick.

Rosenheim– Seit fast 40 Jahren ist Gerhard Haußmann als Nikolaus in der Region unterwegs. Ein Jahr wie dieses hat der gebürtige Ostermünchner allerdings noch nie erlebt. Durch die verschärften Corona-Maßnahmen wird die Rundreise zu den Kindern am 5. und 6. Dezember erheblich erschwert. Der Rosenheimer Stadtjugendring hat sich daher ein Konzept überlegt, um Haußmann als Nikolaus auch dieses Jahr durch die Stadt ziehen lassen zu können.

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„Das wird eine ganz große Herausforderung“, berichtet Haußmann. „Normalerweise komme ich mit meinem Fahrer zu den Häusern, in denen sich meistens mehrere Kinder bereits versammelt haben und überreiche die von den Eltern vorher rausgelegten Geschenke“. Das wird dieses Jahr alles anders.

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Nikolaus trifft auf Corona-Maßnahmen

Durch Corona wird der Nikolaus-Besuch zum Vorschriften-Spießroutenlauf. Schon die Verkleidung sorgt für Probleme. Der 68-Jährige wird voraussichtlich nicht darum herum kommen, unter seinem künstlichen Bart eine Maske zu tragen. Auch wenn man ihn dann kaum noch verstehen könne, sei das nicht so schlimm. Denn der optische Auftritt sei meist sowieso viel wichtiger als das, was er den Kindern erzähle.

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Schwerer wiegt da schon, dass er auf seinen Fahrer verzichten muss, der außerdem die Rolle des Krampus übernommen hat. Auch die Schar an Kindern wird dieses Jahr deutlich kleiner ausfallen, da eine Versammlung von mehr als zwei Hausständen aktuell nicht erlaubt ist. Hinzu kommt, dass der Besuch nur im Freien stattfinden kann und auch die Geschenke werden nicht wie üblich aus dem gefüllten Sack gezogen, sondern bereits vorher an der Haustür deponiert. So kann sich jedes Kind sein Geschenk selbst abholen, um die nötige Distanz zu waren.

Stressige Arbeit, die sich lohnt

Trotz all den Schwierigkeiten hofft der erfahrene Rosenheimer Nikolaus, die Tradition erfolgreich fortführen zu können. „Es macht einfach, Spaß in die großen Kinderaugen zu sehen und ihnen die Geschichte des historischen Nikolaus zu erzählen.“ Auch wenn es jedes Jahr sehr stressig ist, über zwanzig Häuser zu besuchen, lohnt es sich für Hausmann jedes Mal aufs Neue. Früher, bei der Pfarrgemeinde Pfaffenhofen, haben sich die umherziehenden Nikoläuse sogar anschließend getroffen, um von ihren Erlebnissen zu erzählen. Doch coronabedingt ist der Rentner für den Rosenheimer Stadtjugendring diesmal der letzte verbliebene Nikolaus.

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Größere Probleme hatte er bei seinen Besuchen selten. Nur einmal unterlief ihm ein kleiner Fehler mit den Zetteln, die die Eltern mit passenden Informationen zu Ihren Kindern vorbereiten können. In einem Moment der Unaufmerksamkeit vertauschte er zwei der Zettel und richtete seine Rede daher an das falsche Kind. Glücklicherweise merkte er anhand den Reaktionen sofort, dass etwas nicht stimmte und konnte sein kleines Missgeschick korrigieren.

Der Brauch soll erhalten bleiben

Solch kleine Ausrutscher hindern Haußmann jedoch nicht daran, jedes Jahr wieder für den Stadtjugendring von Haus zu Haus zu ziehen. Aufhören will der 68-Jährige jedenfalls noch nicht. „Ein paar Jahre kann ich das schon noch machen. Wenn sich dann jemand findet, der das Ganze übernimmt, wäre das natürlich schön.“

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