DISKUSSION IM STADTRAT

Neues Kinderhaus auf der BayWa-Wiese in Rosenheim soll rund vier Millionen Euro kosten

Dort, wo sich im Moment noch eine Containeranlage befindet, soll ein dreigruppiges Kinderhaus errichtet werden.
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Dort, wo sich im Moment noch eine Containeranlage befindet, soll ein dreigruppiges Kinderhaus errichtet werden.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Auf der BayWa-Wiese in Happing soll ein Kinderhaus entstehen. Das haben die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich (43:1) beschlossen. Doch für das Vorhaben gibt es nicht nur Lob. Ein Kritikpunkt: die veranschlagten Kosten von vier Millionen Euro.

Rosenheim– Kitaplätze sind Mangelwaren in Rosenheim. Das hatte bereits die Kita-Bedarfsplanung vom Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik (SAGS) im vergangenen Jahr ergeben. Vor allem im Osten Rosenheims braucht es einen zusätzlichen Standort.

Hier fehlt laut Verwaltung Platz für zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen. Die Mitglieder des Ausschusses für Kinder, Jugendliche und Familien sprachen sich deshalb bereits im März 2019 für die die Schaffung einer Kindertageseinrichtung auf der BayWa-Wiese aus. Jetzt gibt es erste Überlegungen, wie eine solche Einrichtung aussehen könnte.

Haus für drei Kindergartengruppen

Geplant ist, dass auf der 1022 Quadratmeter großen Fläche, auf der sich im Moment noch eine Containeranlage befindet, wird ein Haus für drei Kindergartengruppen gebaut. Mehr sei aufgrund der geringen Größe des Grundstücks nicht möglich. Entstehen soll ein zweigeschossiger Neubau mit Unterkellerung, der Platz für 50 Kindergarten- und 12 Krippenkinder bietet.

Das gesamte Gebäude soll laut Oberbürgermeister Andreas März (CSU) in Holzfertigbauweise errichtet werden. Grob schätzt er die Gesamtkosten auf rund vier Millionen Euro. Für Stadtrat Josef Gasteiger (CSU) ein Unding. Er forderte eine Alternativlösung und verstand nicht, wie ein Haus für Kinder so teuer sein kann.

Schlechter Untergrund und nicht optimale Fläche

Doch es sind nicht nur die Kosten, die vielen Stadträten während der Sitzung Bauchschmerzen bereitet haben. So sei neben dem schlechten Untergrund auch der Zuschnitt der Fläche nicht optimal. „Das Grundstück ist relativ klein“, kritisierte Stadträtin Sonja Gintenreiter (Grüne). So seien beispielsweise die Freiflächen „sehr knapp bemessen“.

Defizit kann kompensiert werden

Bereits vorab hatte der zuständige Dezernent Michael Keneder darauf hingewiesen, dass die für drei Gruppen notwendige Außenspielfläche von 620 Quadratmetern aufgrund der Größe des Grundstückes nicht ausreicht. „Durch die Mitnutzung der Flächen am Kindergarten Heilig Blut und des direkt angrenzenden öffentlichen Spielplatzes kann dieses Defizit teilweise kompensiert werden“, heißt es aus dem Rathaus.

„Für die Kinder das letzte Eck planen“

Doch so ganz einverstanden mit dieser Begründung schienen die Stadträte nicht. Vielmehr stellte sich die Frage, warum das Kinderhaus nicht auf einer anderen Fläche errichtet werden kann. „Es kann nicht sein, dass wir für die Kinder das letzte Eck planen“, sagte Franz Opperer, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

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Zumal der Bedarf auch mit dem Neubau nicht gedeckt sei. Sein Fraktionskollege Franz Lukas schlug deshalb vor, sich innerhalb des Areals nach einem anderen Platz umzuschauen. „Vielleicht sogar für den gleichen Preis, und dafür einer Gruppe mehr.“

Container in schlechtem Zustand

Zwar spreche laut Baudezernent Helmut Cybulska nichts gegen den Vorschlag, doch man dürfe nicht vergessen, dass dann Grundstückskosten anfallen würden. Denn der Stadt gehöre lediglich eine kleine Fläche auf der BayWa-Wiese.

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„Wenn wir das Grundstück nicht wollen, müssen wir auch den Bebauungsplan ändern und alles zurückdrehen“, erinnerte Oberbürgermeister März. Zeit, die die Stadt eigentlich nicht hat.

Denn die Containeranlage auf der BayWa-Wiese, in der die Betreuung für eine Kindergartengruppe stattfindet, sei in einem „schlechten, baulichen Zustand“ und werde zum Ende des Kita-Jahres 2020/2021 aufgegeben. Zwar könnte in Kooperation mit dem katholischen Kita-Träger eine Übergangslösung organisiert werden, die Zeit dränge trotzdem, mit dem Neubau zu beginnen.

Konkrete Kostenzahl erst nach Planungsergebnissen

Letztendlich war es Gabriele Leicht (SPD), die der Diskussion ein Ende bereitete. Man müsse den Neubau jetzt in Angriff nehmen, „sonst fehlen 60 Plätze“. „Ich weiß nicht, wo wir die realisieren wollen“.

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Zumal man, wie Oberbürgermeister Andreas März deutlich machte, noch gar nicht wisse, ob die Kosten für den Neubau tatsächlich vier Millionen Euro betragen. Eine konkrete Zahl gebe es erst nach den Planungsergebnissen. Und genau die sollen jetzt rasch ermittelt werden. Lediglich CSU-Stadtrat Josef Gasteiger stimmte dagegen.

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