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Neue Startups bereichern Gründerszene

Beim Finale des Rosenheimer Gründerpreises: (von links) Alfons Maierthaler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, stellvertretender Landrat Josef Huber, Nadine Saghafi (dritter Platz), Ali Seena Noori (Schüler-Preisträger), Ronald Djomkam und Ansgar Kersch (Sonderpreis Digital), Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und Lukas Garbellotti (zweiter Platz) mit seinem Gründerkollegen Julian Trautwein. Vorn im gewonnenen Chefsessel: Lukas Schiffer, dessen Startup Tjiko den ersten Platz belegte. trux

Alle sind sie digital und technikaffin, die frisch prämierten Geschäftsideen des diesjährigen Rosenheimer Gründerpreises. Trotz dieser gemeinsamen Basis überraschte wieder einmal die große Bandbreite der neuen Startups aus Stadt und Landkreis.

Rosenheim – Eine Musikapp, eine Plattform für die Produktion von modularen Badezimmern in Holzbauweise, ein Souvenirautomat und ein Online-Service für Bauherren: Das sind die kreativen Geschäftsideen, die aus insgesamt 19 eingereichten Businessplänen als Gewinner beim diesjährigen Rosenheimer Gründerpreis hervorgehen.

Einen Extrapreis für Schüler erhielt außerdem Ali Seena Noori von der Kolbermoorer Pauline-Thoma-Mittelschule für seine Idee eines Afghanischen Spezialitäten-Restaurants. Die Preisverleihung fand am Donnerstag im Sparkassen-Hochhaus in Rosenheim im Beisein zahlreicher Vertreter aus Gesellschaft, Bildung, Wirtschaft und Kommunalpolitik statt.

Von wegen „digitaler Dornröschenschlaf“

Alle zwei Jahre loben Stadt und Landkreis Rosenheim, gemeinsam mit IHK, Handwerkskammer, der Technischen Hochschule und der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling den Gründerpreis aus, inzwischen ist man beim vierten Mal angekommen. Der zum zweiten Mal vergebene Sonderpreis Digital würdigt dabei herausragende Geschäftsideen im boomenden digitalen Marktumfeld. Dieser Preis ging an Ansgar Kersch und seine Musikapp playd, die ähnlich wie es Facebook mit Gleichgesinnten tut, Musikfreunde untereinander vernetzt. Der junge Rosenheimer Programmierer und seine Mitgründer Alexander Schindhelm und Ronald Djomkam sind bald soweit, dass sie playd für die gängigen Smartphone-Betriebssysteme anbieten können. „Eine zündende Geschäftsidee“ freute sich Laudator Daniel Artmann, Netzwerkmanager des Digitalen Gründerzentrums Stellwerk 18: „In Rosenheim gibt es, anders als in anderen Teilen Deutschlands keinen digitalen Dornröschenschlaf.“

Aufgeweckt wurden beim Feilen am eigenen Businessplan im Zuge des Wettbewerbs auch die Gründer von Tjiko – benannt nach dem ältesten Baum der Welt. Geschäftsführer Lukas Schiffer und seinen Mitstreitern wurde klar, wie das Geschäftsmodell für mehr Wachstum gestaltet werden muss. Gesagt, getan, gewonnen: Bei Tjiko, die an Partner Aufträge für den Bau von Badezimmermodulen vergeben, freut man sich über den ersten Platz des Gründerpreises. Die Laudatio hielt Professor Dr. Bernhard Holaubek von der TH.

Auf den zweiten Platz kam die Idee von Lukas Garbellotti und seinem Team: Sie möchten dem aus ihrer Sicht oft wenig kreativen Verkauf bayerischer Souvenirs mit einem Einkaufserlebnis am hochmodernen Automaten entgegentreten. Grumpy Bavarian („grantelnder Bayer“) nennen die Rosenheimer Studenten ihre Erfindung.

Fotostrecken von der Baustelle

Baufortschritte.de, die Onlineplattform der Drittplatzierten Nadine Saghafi geht im April an den Start und zeigt Bauherren in Fotostrecken, was sich auf der Baustelle ihres künftigen Eigenheims tut. Laudator Andreas Bensegger sah in Saghafis Idee schon großes Potenzial auch für die Dokumentation kommunaler und betrieblicher Bauprojekte.

Zwar erhalten alle Prämierten, einschließlich des Schülers Ali Seena Noori, Geld- und Sachpreise – Ansgar Kersch freute sich für playd etwa über 3000 Euro, Tjko über 2000 Euro plus Chefsessel und Pokal.

Doch das steht beim Rosenheimer Gründerpreis nicht im Vordergrund, wie Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer betonte: „Unser Wettbewerb legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Nachhaltigkeit der Gründungen.“ Es gehe nicht in erster Linie um die alles überragende Produktidee oder neue Verfahrenstechnologien, „sondern wir setzen auf stimmige Businesspläne, die einen langfristigen unternehmerischen Erfolg wahrscheinlich machen.“ Sie zollte den Gründern großen Respekt dafür, sich mit ihren Ideen mit Idealismus, Tatkraft und Begeisterung durchgekämpft zu haben. „Sie alle tragen den Gründergeist in sich, den wir in einer Volkswirtschaft so dringend brauchen, die praktisch ausschließlich vom Rohstoff Geist lebt.“

Gastgeber Alfons Maier thaler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, erinnerte die Gründer daran, das durch den Wettbewerb entstandene Netzwerk mit regionalen Experten weiter zu pflegen und zu nutzen. Eine eingeschworene Gemeinschaft im Rücken zu wissen, helfe, auch künftige Rückschläge wegzustecken. Josef Huber, stellvertretender Landrat, lobte indes den Branchenmix, der den regionalen Wirtschaftsraum attraktiv halte.

Die Mischung aus alt, jung und neu macht´s

Dem schloss sich Rosenheims IHK-Geschäftsstellenleiter Wolfgang Janhsen an: „Eine erfolgreiche Wirtschaft braucht Unternehmen in ihrer Vielfalt.“ Neben einem breiten Branchenmix brauche es große und kleine Betriebe, junge und alteingesessene Firmen, die sich über Generationen am Markt etabliert hätten nebst dynamischen Startups. „Alles Faktoren, die auch zur wirtschaftlichen Stärke und Stabilität in unserer Region beitragen.“ Hartmut Drexel von der Handwerkskammer für München und Oberbayern, brachte zahlreiche Beispiele aus dem Handwerk in der Region mit, bei denen sich die Grenzen zwischen digitaler und klassischer Gründung überschneiden. Er hatte zu den Juroren gehört und bedankte sich bei den Gründern: „Auch wir konnten viel von Euch lernen. Es hat Spaß gemacht!“

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