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Die Autorinnen Raphaela Höfner und Natalie Buchholz im Porträt

Neue Literatur aus Rosenheim

Bild von Buchcovern
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Schauplatz der eben erschienenen Bücher ist Rosenheim.
  • Isabella Fiala
    VonIsabella Fiala
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Zwei Rosenheimer Autorinnen haben vor Kurzem ihre neuen Bücher herausgebracht. Schauplatz ist in beiden Fällen unter anderem Rosenheim. Wir stellen die Autorinnen Natalie Buchholz und Raphaela Höfner und ihre Werke vor.

von Isabella Fiala

Über Partys, Jungs und die ganz großen Gefühle 

Das Buch „PS: Du bist die Beste!“ von Natalie Buchholz erzählt die Geschichte der beiden Freundinnen Emma und Lore.

In ihrem Jugendbuch „PS. Du bist die Beste!“ setzt Natalie Buchholz auf eine fast in Vergessenheit geratene Ausdrucksform 

Vor drei Jahren hat die Rosenheimer Autorin Natalie Buchholz ihr von der Presse viel gelobtes Debüt „Der rote Swimmingpool“, einen Coming-of-Age-Roman, herausgebracht. 2020 wurde ihre Kurzgeschichte „Glück, vielleicht“ mit dem Spiegelungen-Preis ausgezeichnet. Jetzt hat die Kulturwissenschaftlerin und Mutter von zwei Kindern ihr erstes Jugendbuch geschrieben. „PS: Du bist die Beste!“ erzählt die Geschichte der beiden Freundinnen Emma und Lore. Als Emma von Kiel nach Rosenheim zieht, ist für die Mädchen klar: Sie bleiben weiterhin Freundinnen – trotz der örtlichen Trennung. Das Problem: Lore hat von ihrer Mutter bis Weihnachten striktes Computer- und Handyverbot erteilt bekommen, weil sie Mist gebaut hat. Wie sollen die Mädchen jetzt in Kontakt bleiben? Ganz einfach: indem sie sich Briefe schreiben! Die beiden Teenager entdecken eine in Zeiten von WhatsApp, Facebook und E-Mail nahezu in Vergessenheit geratene Ausdrucksform für sich. Und so schreiben sie sich unzählige Briefe über Schmetterlinge im Bauch, Liebeszauber, chaotische Patchworkfamilien, interessante Jungs und erste Partys. 

Das Buch ist in Briefform erzählt, die einzelnen Abschnitte phantasievoll illustriert von Inka Vigh. Wie kam die Autorin auf das Thema Briefeschreiben? Das hat zum Teil autobiografische Gründe. „Als Kind hatte ich mehrere Brieffreundinnen im In- und Ausland“, erzählt Natalie Buchholz. „Es war aufregend, einem anderen Menschen, den ich nie zuvor gesehen hatte, von mir und meiner Welt zu schreiben.“ Und dann gab’s da noch ein Schlüsselerlebnis. „Einmal saß ich im Zug und beobachtete eine Gruppe von Kindern, alle schauten auf ihre Handys. Ich fragte mich, ob es heutzutage eigentlich noch Brieffreundschaften gibt.“ Die Idee für ihr Buch war geboren. 

Viele Szenen von „PS: Du bist die Beste!“ spielen in Rosenheim, auch das hat autobiografische Gründe. Wie die Buchprotagonistin Emma ist auch Natalie Buchholz einst mit ihrer Familie nach Rosenheim gezogen. „Ich kam mitten im Schuljahr in die erste Klasse und erinnere mich noch gut daran, wie es war, neu zu sein und sich erst einmal fremd zu fühlen.“ Rosenheim in ihrem Buch einen Platz zu geben, habe ihr großen Spaß gemacht. „Und natürlich damit zu spielen, dass man sich als Zuagroaste erst einmal einfinden muss ins Bayerische.“ 

Die Idee für „PS: Du bist die Beste!“ hatte Natalie Buchholz schon eine ganze Weile, bis sie schließlich die ersten fünfzig Seiten schrieb. Dann ließ sie den Text zunächst liegen und schrieb erst Monate später wieder weiter. Meist am Vormittag, wenn ihre beiden Kinder im Kindergarten waren. „Seit dem letzten Jahr hat sich das, wie bei allen anderen, wegen Corona oft anders gestaltet“, erzählt die Autorin. „Da musste ich die Abend- und Nachtstunden zum Schreiben nutzen.“ Und wie gefällt ihren Kindern das Buch? „Gut! Sie können zwar noch nicht lesen, aber die Zeichnungen lieben sie sehr.“ 

DU BIST DIE BESTE!

von Natalie Buchholz, Illustrationen von Inka Vigh, arsEdition Verlag, 208 Seiten,12,99 €, ab 11 Jahren

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Eine Liebe im Dritten Reich 

Als Raphaela Höfners Großvater 2010 gestorben war und sie dessen Tagebücher las, fasste sie den Entschluss: Sie wird einen Roman über die NS-Zeit schreiben. 

Raphaela Höfners Romandebüt „Von Liebe und Hoffnung“ erzählt eine außergewöhnliche Familiengeschichte 

Schreiben wollte Raphaela Höfner schon immer. „Mit sechs Jahren habe ich mein erstes Bilderbuch verfasst, mit 18 meinen ersten Fantasy-Roman“, erzählt die 33-jährige Realschullehrerin aus Rosenheim. Als 2010 ihr Großvater gestorben war und sie dessen Tagebücher las, fasste sie den Entschluss: Sie wird einen Roman über die NS-Zeit schreiben. 

Vor kurzem ist ihr Buch „Von Liebe und Hoffnung: Familienschicksale im Dritten Reich“ erschienen. Im Mittelpunkt des Romans stehen die beiden Rosenheimer Familien Sedlmayr und Sternlicht. Der Vater von Hannah Sedlmayr und ihren Brüdern ist ein bekannter Arzt und sie durchleben wenige Jahre vor Beginn des Zweiten Weltkriegs eine sorgenlose Kindheit. Ganz anders Jacob Sternlicht: Seine jüdische Familie wird zunehmend mit dem Hass gegen Juden konfrontiert. Als Erich Winter, ein Angehöriger der SS in die Stadt kommt, spitzt sich die Lage der Familie weiter zu. Trotz aller Gefahren verlieben sich Hannah und Jacob ineinander und riskieren dafür ihr Leben. 

Für ihren Roman hat Raphaela Höfner im Rosenheimer und Münchner Stadtarchiv recherchiert, Dokumentarfilme angeschaut, Bücher über das Dritte Reich gelesen, sich mit Zeitzeugen und ihren Großeltern unterhalten. Gibt es Parallelen zur eigenen Familiengeschichte? „Die historischen Ereignisse haben sich zwar so zugetragen, die Handlungsstränge sind aber größtenteils frei erfunden“, sagt die Autorin. „Dennoch sind einige Szenen in Anlehnung an Erzählungen meiner Großeltern geschrieben. Schon als Kind hing ich wie gebannt an ihren Lippen, wenn sie mir von ihrer Kindheit und Jugend im Dritten Reich erzählt haben.“ Ihren Großeltern hat Raphaela Höfner auch das Buch gewidmet: „Für meine Großeltern, deren Erzählungen mich zu dieser Geschichte inspiriert haben.“ 

Die Liebesgeschichte von Hannah und Jacob findet bald eine Fortsetzung: „Von Liebe und Hoffnung“ ist als Trilogie geplant. „Für nur ein Buch wäre die Geschichte zu komplex gewesen. In drei Bänden habe ich viel Raum, die Charaktere meiner Protagonisten zu entfalten.“ Der zweite Teil ist bereits fertig und wird voraussichtlich im September erscheinen. Wie auch für den ersten Band hat Raphaela Höfner dafür nur neun Monate gebraucht. Geschrieben hat sie meist an den Wochenenden und in den Schulferien. Antrieb war ihr dabei ihre Lehrerinkollegin, die die fertigen Kapitel immer als erste zu lesen bekam. „Oft war sie so gebannt von der Geschichte, dass sie einige S-Bahn-Stationen zu weit gefahren ist“, erzählt die Autorin. 


Die Handlung des dritten und letzten Bandes von „Von Liebe und Hoffnung“ steht bereits, demnächst wird die Autorin mit dem Schreiben beginnen. „Hoffentlich geht das dann auch so schnell wie bei den beiden anderen Bänden.“ Wird es ein Happy End geben? Raphaela Höfner lacht. „Das verrate ich natürlich nicht!“

VON LIEBE UND HOFFNUNG: FAMILIENSCHICKSALE IM DRITTEN REICH

von Raphaela Höfner, Rosenheimer Verlagshaus, 496 Seiten, 22 €

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