Neubau der Rosenheimer Prinzregentenschule: Holzbauweise und weiteres Stockwerk abgelehnt

Dringend mehr Platz für ihre Schüler braucht die Prinzregentenschule in Rosenheim. Ein Neubau soll das Raumangebot erweitern. Er entsteht auf einem Teil des Bolzplatzes auf der anderen Straßenseite.
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Dringend mehr Platz für ihre Schüler braucht die Prinzregentenschule in Rosenheim. Ein Neubau soll das Raumangebot erweitern. Er entsteht auf einem Teil des Bolzplatzes auf der anderen Straßenseite.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Die Prinzregentenschule in Rosenheim wird erweitert. Demnach soll der Neubau auf der anderen Straßenseite der Schule entstehen. Die Vorschläge, in Holz zu bauen und das Gebäude um ein zusätzliches Stockwerk zu ergänzen, haben die Stadträte mit 25:17 Stimmen in ihrer jüngsten Sitzung abgelehnt.

Rosenheim – Nach zahlreichen Diskussionen – erst im Haupt- und Finanzausschuss, später im Stadtrat – bleibt es bei der ursprünglichen Planung: Der neue Kinderhort, der auf einem Teil des Rasenspielfeldes direkt neben dem Jugendtreff „Jump“ gebaut werden soll, wird ein zweigeschossiges Gebäude in Massivbauweise.

Aufstockung weder sinnvoll noch möglich

Es ist eine Entscheidung, die nicht alle Stadträte nachvollziehen können. „Wir unterstützen die Baumaßnahme, aber die Vorgehensweise ist falsch“, sagte Robert Multrus, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler/UP. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Franz Opperer, ging noch einen Schritt weiter, sagte, es sei fahrlässig, auf die Aufstockung zu verzichten. „Ich warne vor der Zukunft, dann, wenn die Plätze fehlen“, sagte er.

Geplant ist weitere Grundschule bauen zu lassen

Doch laut Oberbürgermeister Andreas März (CSU) ist diese Sorge unbegründet. Er erinnerte an den Plan, eine weitere, neunte Grundschule bauen zu lassen. Sagte, dass eine Aufstockung keinen Sinn mache, wenn am Ende ein fremder Nutzer in die Räume einziehe. „Da bräuchten wir einen separaten Eingang und Fluchtweg“, sagte er.

Kinderhort St. Vinzenz sieht in Neubau ein

Auch das Amt für Schulen, Kinderbetreuung und Sport sieht laut Stadtverwaltung keine Notwendigkeit für eine Aufstockung des Gebäudes. „Der schulische Raumbedarf ist bei Rückführung auf Vierzügigkeit nach Auszug des Hortes im Schulgebäude gedeckt“, heißt es. So soll, wie berichtet, der Kinderhort St. Vinzenz aus dem Schulhaus aus- und in den geplanten Neubau einziehen. Dort soll zudem die Mittagsverpflegung der Grundschule unterkommen.

Für den integrativen Kinderhort mit derzeit Platz für 65 Buben und Mädchen sind dann 75 Plätze vorgesehen. Die Mittagsverpflegung soll rund 210 Schulkinder versorgen können. Derzeit sind es etwa 160 Kinder. Beide Bereiche werden getrennt organisiert.

Räume auf der gegenüberliegenden Seite machen für Unterricht keinen Sinn

Eine Aufstockung sei auch deshalb nicht sinnvoll, weil man nicht wisse, wie diese genutzt werden könnte, teilt das Amt für Schulen, Kinderbetreuung und Sport mit. Für die Schule seien Räume auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu Unterrichtszwecken nicht sinnvoll, da die Schüler dann mehrfach am Tag das Gebäude wechseln müssten.

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Auch die Unterführung weiterer Kita-Gruppen im neuen Hortgebäude scheide aus, da die „Außenspielflächen hierfür nicht ausreichen“, teilt die Verwaltung mit.

Grüne und Freie Wähler gegen Massivbauweise

Eine Aufstockung ist also vom Tisch. Bleibt die Frage, warum man nicht auf eine Holzbauweise setzen will. Grüne und Freie Wähler/UP sprachen sich ganz klar gegen die Massivbauweise aus. „Es wäre ein gutes Signal für Rosenheim als Holzstadt“, sagte beispielsweise Stadtrat Peter Rutz (Grüne). Dr. Beate Burkl (Freie Wähler/UP) sagte, es sei enttäuschend, dass sich die Stadt auf Holzbau verzichte. „Es ist schade, dass wir diese Chance vergeben.“

Dass die Stadtverwaltung diese Chance nicht nutzt, liegt unter anderem an den Mehrkosten. So sei eine Errichtung des Gebäudes in Holzbauweise laut März rund eine halbe Million Euro teurer als die Massivbauweise. Mit Blick auf die Haushaltssituation der Stadt viel Geld.

Baubeginn für Mitte 2021 geplant

Der Fraktionsvorsitzende der CSU, Herbert Borrmann, merkte an, dass ein Holzbau auch deutlich günstiger möglich sei, die Stadt sich möglicherweise die falschen Angebote eingeholt hätte. „Wir können die Diskussion nicht auf dem Rücken der Kinder austragen“, sagte der Fraktionsvorsitzende der SPD, Abuzar Erdogan.

So bringe die Holzbauweise zwar viele Vorteile mit sich, er erinnerte aber auch an die Dringlichkeit des Neubaus. „Wir müssen schnell handeln“, sagte er und riet davon ab, das Projekt zurückstellen zu lassen.

Planungen werden vorangetrieben

Mit knapper Mehrheit beschlossen die Stadträte, die Planungen weiter voranzutreiben. Läuft alles nach Plan, soll mit Bau Mitte 2021 begonnen werden. Die Bauzeit wird rund ein Jahr betragen, sodass ein Einzug zum Schuljahresbeginn 2022/23 denkbar ist. Die Baukosten betragen rund 4,9 Millionen Euro. Die Stadt hofft dafür auf Fördermittel in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro.

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