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Ein Nehmen und Geben

"Und jede nimmt und gibt zugleich/Und strömt und ruht." Was Conrad Ferdinand Meyer in seinem Gedicht "Der römische Brunnen" von 1882 in lyrische Worte fasst, trifft auch auf den Brunnen von Josef Hamberger neben der Christkönig-Kirche zu.  Foto : Frick
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"Und jede nimmt und gibt zugleich/Und strömt und ruht." Was Conrad Ferdinand Meyer in seinem Gedicht "Der römische Brunnen" von 1882 in lyrische Worte fasst, trifft auch auf den Brunnen von Josef Hamberger neben der Christkönig-Kirche zu. Foto : Frick

Rosenheim - Seit dem Sommer 1980 ziert ein Bronze-Brunnen von Josef Hamberger die Grünanlage im Süden der Christkönig-Kirche am Kardinal-Faulhaber-Platz. Einen so schönen, lichtdurchfluteten Platz im Grünen hatte der mehrteilige Brunnen ursprünglich nicht, den 1973 der Rosenheimer Bildhauer im Auftrag der Sparkasse geschaffen hatte.

Er gehörte als Kunst am Bau ursprünglich zur Gestaltung der offenen Passage mit Lichtkuppeln zwischen dem Sparkassengebäude an der Kufsteiner Straße und dem neu errichteten Hochhaus daneben.

Doch die Aufstellung des Brunnens an diesem vielbegangenen Ort erwies sich als Fehler. Zahlreiche Passanten, vor allem wohl Gäste des damals sehr beliebten Restaurants "Tyrol" im obersten Stockwerk des Hochhauses, das einen grandiosen Blick über Stadt und Berge bot, spielten der Passage und dem Brunnen übel mit. Immer wieder kam es zu kräftigen Verschmutzungen und Beschädigungen sowie zu mutwilligem Verstopfen der Ausflüsse, wie sich Albert Sanftl, damals Werbeleiter der Sparkasse, noch gut erinnert.

Schon nach wenigen Jahren beschloss man ein Versetzen des Brunnens an einen geeigneteren Platz. Irmgard Daurer, Stadträtin und Pfarrsekretärin der Pfarrei Christkönig, schlug eine Neuaufstellung in der städtischen Grünanlage neben der Kirche vor. Da ohnehin eine Neugestaltung der Grünfläche mit neuen Lampen und Bäumen geplant war, wurde der Brunnen in das Neukonzept integriert.

Am 13. Juni 1980 übergab Oberbürgermeister Dr. Michael Stöcker offiziell die neue Anlage samt Brunnen der Öffentlichkeit. Sparkassendirektor Josef Miehle schenkte bei diesem Anlass den Brunnen der Stadt Rosenheim und Pfarrer Bernhard Haslinger war hoch erfreut über die ansprechend gestaltete Parkanlage neben der Kirche.

2012 musste der Brunnen einer umfassenden Renovierung unterzogen werden. Auch an diesem Platz hatte Vandalismus den Brunnen beschädigt - ein abgebrochenes Teil musste wieder angeschweißt werden. Die dicke Kalksinterschicht, die sich im Laufe der Jahre gebildet hatte, wurde ebenfalls entfernt. So fließt jetzt wieder das Wasser über die sechs Scheiben, wirbelt durch die kleinen Kanälchen und die runden Öffnungen von oben nach unten und ergießt sich in das gepflasterte Becken.

Für die im September 1965 eröffnete Verwaltungsschule der AOK auf der "Schönen Aussicht" an der Meraner Straße 62 entwarf Josef Hamberger 1964 einen Bronze-Brunnen. Es war der erste Brunnen des Künstlers überhaupt und diente mit seinen sechs höhengestaffelten Schalen als direkte Anregung für den Brunnen am Kardinal-Faulhaber-Platz. Schon damals lautete das Grundmotiv "Empfangen und Weitergeben" und Hamberger gewann damit den Wettbewerb, an dem er als einziger Rosenheimer neben sonst lauter Münchner Künstlern teilgenommen hatte.

Zum 31. Juli 2005 wurde die Schule geschlossen. Im Winter 2012/13 wurden alle Gebäude abgerissen, um das Gelände für eine neue Bebauung freizumachen. Hambergers Brunnen von Josef, der mit einer Höhe von 116 Zentimetern und einer Länge von 160 Zentimetern auch ein erhebliches Gewicht hatte, wurde vom Abbruchunternehmer an einen Schrotthändler verkauft. Heute gilt er als verschollen; einziges Zeugnis ist ein Foto, das am 11. Juni 1966 im OVB veröffentlicht wurde.

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