Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Im Alter von 83 Jahren gestorben

Fußball war sein Leben: Die Region trauert um Richard Neumeier aus Rosenheim

Klare Ansagen vom Trainer an seine Jugendfußballer vom SV Schechen: So kannte die Fußballwelt Richard Neumeier.
+
Klare Ansagen vom Trainer an seine Jugendfußballer vom SV Schechen: So kannte die Fußballwelt Richard Neumeier.
  • Hans-Jürgen Ziegler
    VonHans-Jürgen Ziegler
    schließen

Die Region trauert: Richard Neumeier, Auswahltrainer, Vereinstrainer, Funktionär und vor allem Förderer des Nachwuchsfußballs, ist gestorben. Friedlich eingeschlafen nach einer an seinen Kräften zehrenden Krankheit. Mit seiner zweiten Ehefrau Magdalena war er fast 50 Jahre verheiratet, er hinterlässt die Kinder Raimund, Gabriele und Thomas sowie die Enkelkinder Lisa und Tobias.

Rosenheim – Geboren wurde Richard Neumeier am 1. Dezember 1938 in Wernhardsberg, Gemeinde Westerndorf St. Peter als zweites von fünf Kindern. Die letzten Kriegstage verbrachte er bei den Verwandten auf einem Bauernhof bei Abensberg in Niederbayern.

Ab 1946 fand er seine Heimat in Rosenheim-Wehrfleck (heute Erlenau). Ab dem 1. August 1953 begann er eine Lehre als Tankwart beim Kriechbaum in der Innstraße. Tankwart deshalb, weil sein Chef damals noch keine Meisterprüfung hatte und keine KFZ-Mechaniker ausbilden durfte. Später schulte Richard Neumeier zum KFZ-Mechaniker um und schaffte mit 26 Jahren noch relativ jung die Meisterprüfung. Bis Ende 2003 arbeitete er über 50 Jahre bei der Firma Kriechbaum, später Audi Zentrum Rosenheim, unter anderem als Kundendienstberater, Werkstattleiter und später als Serviceleiter.

Seine große Liebe und sein Leben war aber der Fußball. 1952 begann er in der Schülermannschaft beim SV Westerndorf, dem er auch im Seniorenbereich treu blieb. Angebote von 1860 Rosenheim hatte er stets ausgeschlagen. Als Trainer schaffte er den Aufstieg mit dem SV Westerndorf in die Bezirksliga, damals die fünfthöchste Spielklasse. Weitere Stationen waren der SV Schechen, der SB Rosenheim und ein Jahr die FT Rosenheim, als er ein Versprechen bei Franz Scholz einlöste.

Richard Neumeier ist im Alter von 83 Jahren verstorben.

Ab den 1990er-Jahren war Richard Neumeier über 25 Jahre lang Funktionär (Technischer Leiter, 2. Abteilungsleiter, Abteilungsleiter und Sportlicher Leiter) sowie Nachwuchstrainer beim Sportbund mit vielen Meistertiteln, Aufstiegen und Pokalsiegen. Größter Erfolg: Aufstieg mit den A-Junioren in die Bayernliga – damals zweithöchste Spielklasse.

Richard Neumeier war aber nicht nur ein kompetenter Fußball-Fachmann und in seiner Arbeit ein geschätzter Kollege – Richard Neumeier war vor allem Mensch. Ein Mensch, auf den man sich immer verlassen konnte, ein Mensch, der zur Stelle war, wenn man ihn brauchte, und ein Mensch, der vor allem vielen Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite stand. Richard Neumeier eckte aber auch mal an. Er war kein Ja-Sager, sondern einer, der zu seiner Meinung stand.

Er formte in den letzten Jahrzehnten viele Fußballer. Nicht nur in den Amateurligen, sondern auch im Profibereich. In seiner Zeit als Auswahltrainer hatte er deutsche Nationalspieler wie Bastian Schweinsteiger, Julian Weigl, Thomas Hitzelsperger und viele andere Profis unter seinen Fittichen – als Trainer der Bayern- und/oder Oberbayern-Auswahl im Nachwuchsbereich.

Die Augen blitzen vor Begeisterung

Seine Augen blitzten, man merkte ihm immer seine Begeisterung an, wenn man mit Richard Neumeier über Fußball sprach, ja philosophierte. Da kam es nicht von ungefähr, dass er noch mit 82 Jahren seine Trainerlizenz verlängert hat. Von 2019 bis zuletzt war er Trainer der A-Junioren des SV Schechen, die er aus der Gruppe zum Meistertitel in der Kreisliga geführt hat. Vor allem der Nachwuchs hatte es ihm angetan und er sagte immer wieder: „Hätte ich früher gewusst, wie viel Spaß mir die Arbeit im Jugendbereich macht, hätte ich nie eine Herrenmannschaft trainiert.“

Richard Neumeier war Ehrenmitglied bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft Rosenheim und Ehrenmitglied beim SB Rosenheim, wo seit 2018 allerdings kein Kontakt mehr bestand. Er war Träger des Verbands-Ehrenzeichens in Gold vom Bayerischen Fußball-Verband sowie der Ehrennadel in Gold vom Bayerischen Landessportverband und wurde ausgezeichnet mit dem DFB-Ehrenamtspreis.

Richard Neumeier im „Rosenheimer Fußball-Museum“ in seiner Garten-Hütte.

Seine Hobbys außer Fußball: Garteln und die Holzarbeit, was er bis zuletzt mit großer Leidenschaft tat. Und natürlich das Schafkopfen, unter anderem mit den ehemaligen Sechziger--Funktionären Hans Klinger und Armin Bernard. Am Kartentisch gab es keine Rivalität – da zählten nur das bessere Blatt und die Gaudi. Und nicht nur bei der Schafkopf-Runde im Gasthaus Höhensteiger hinterlässt Richard Neumeier eine große Lücke.

Kommentare