Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


*Grafik*: Hier kann man in Rosenheim fair shoppen

Woran erkenne ich, ob meine Kleidung fair produziert wurde? Expertin klärt auf

Das Siegel „Grüner Knopf“ an Kleidungsstücken weist auf bestimmte soziale und ökologische Standards hin, die bei der Herstellung eingehalten werden mussten.
+
Das Siegel „Grüner Knopf“ an Kleidungsstücken weist auf bestimmte soziale und ökologische Standards hin, die bei der Herstellung eingehalten werden mussten.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
    schließen

Rosenheim – Seit mehr als 20 Jahren rückt die bundesweite Aktion der „Fairen Woche“ den fairen Handel in den Fokus. Heuer findet sie unter dem Motto „Fair steht dir #fairhandeln für Menschenrechte weltweit“ vom 16. bis 30. September statt. Ein Gespräch mit Dr. Beate Burkl, Vorsitzende des Fördervereins „Fairtrade-Rosenheim“ über ihren Kleiderschrank, geplante Veranstaltungen und die Rezertifizierung Rosenheims als „Fairtrade Stadt“.

Bei der Fairen Woche dreht sich in diesem Jahr alles um Textilien. Wie achten Sie im Alltag auf einen nachhaltigen Konsum?

Dr. Beate Burkl: Natürlich muss mir das Kleidungsstück gefallen, das ich einkaufen will. Wenn ja, schaue ich auf Hersteller und Material. Ist es in Deutschland oder Europa gefertigt, kann man schon sicher sein, dass die Arbeitsbedingungen und der Lohn den sozialen Standards entsprechen. Beim Material, zum Beispiel bei Baumwolle achte ich auf Bio-Baumwolle und auch auf eventuell vorhandene Gütesiegel.

Woher erkenne ich, dass meine Kleidung fair produziert wurde?

Burkl: Es gibt Zeichen und Siegel für faire und ökologische Kleidung, den Fairtrade-Textilstandard, die Fairtrade-Baumwolle, die Fair Wear Foundation, die World Fair Trade Organisation (WFTO), die Naturland Fair Baumwolle, den Global Organic Textil Standard (GOTS), das IVN Best Siegel und den Grünen Knopf als erstes staatliches Siegel.

Dr. Beate Burkl, Vorsitzende des Vereins „Fairtrade-Stadt Rosenheim“.

Welche Aktionen sind für die Faire Woche in Rosenheim geplant?

Burkl: Es gibt verschiedene Aktionen zur Fairen Woche: Es beginnt am 16. September mit einer Feierstunde und Urkundenüberreichung an den OB am Ludwigsplatz, bei Regen unterm Mittertor zur Titelerneuerung Fairtrade-Stadt, am 23. September ist der Vortrag „Schokolade fair naschen“ um 19.30 Uhr im Bildungswerk, ebenfalls im Bildungswerk am 4. Oktober, um 19.30 Uhr hält Frank Herrmann den Vortrag „Ultra Fast Fashion – Schluss mit der Wegwerfmode“, als Abschluss zum Thema Mode findet am 8. Oktober von 11 bis 13 Uhr eine faire Modenschau vor oder bei Regen in der Stadtbibliothek am Salzstadel statt.

Welche Vorteile hat der Faire Handel?

Burkl: Die Produktion konventioneller Textilien erfolgt unter zahlreichen ökologischen und sozialen Problemen. Der faire Handel zeigt seit Langem, dass es anders geht. Beispiel Baumwolle: der Anbau von Biobaumwolle ist umweltschonend und mit effizienter Wassernutzung. Der Anbau gentechnisch veränderter Baumwolle ist im fairen Handel verboten, ebenso der Einsatz von Pestiziden. Auch Kinderarbeit auf den Plantagen ist verboten. Bei der Weiterverarbeitung der Stoffe wird im Färbeprozess auf giftige und gesundheitsschädliche Chemikalien verzichtet. Bei der Konfektionierung schreibt der Fairtrade-Textilstandard vor, dass die Textilunternehmen existenzsichernde Löhne zahlen müssen und verbietet menschenunwürdige Arbeitsbedingungen.

In Zeiten von Energie-Krise, Inflation und Pandemie haben viele Leute nicht das nötige Kleingeld, um Fairtrade-Produkte zu kaufen.

Burkl: Faire Produkte haben leider immer noch das Image, teurer zu sein. Dabei bieten Discounter und Lebensmittelhändler inzwischen viele faire Waren an, die einen Preisvergleich standhalten. Wer auf eine gewisse Qualität achtet, kommt am fairen Handel nicht vorbei. Über 80 Prozent der fairen Lebensmittel sind Bio und Textilien aus fairem Handel sind in der Regel hochwertiger und damit langlebiger.

Am Freitag findet die Rezertifizierung Rosenheims als „Fairtrade-Stadt“ statt. Wie wichtig ist eine solche Rezertifizierung.

Burkl: Fairtrade verleiht den Titel immer nur für zwei Jahre und stellt damit sicher, dass die fünf Kriterien für den Titel weiter erfüllt werden: der Stadtratsbeschluss, die Verwendung fairer Produkte im Rathaus, die Steuerungsgruppe zur Koordination der Aktivitäten, Geschäfte und Gastronomie mit fairen Produkten, Bildungsarbeit durch die Zivilgesellschaft und die Berichterstattung der lokalen Medien über die Aktivitäten vor Ort. Die Fairtrade-Towns-Kampagne bietet der Stadt Rosenheim auch konkrete Handlungsoptionen zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen unter dem Motto „global denken, lokal handeln“. Für die aktuelle Rezertifizierung haben wir vierzehn Projekte verschiedenster Art der letzten zwei Jahre eingereicht, die von unserem Förderverein „Fairtrade-Stadt Rosenheim“ teilweise mit Begleitung durch die Leiterin des Stadtmarketings Judith Gebhart de Ginsberg durchgeführt wurden.

Neben zahlreichen Einzelhändlern in der Stadt, die Fairtrade-Produkte anbieten, gibt es auch viele Gastronomie-Betriebe, die auf faire Produkte setzen.

Was läuft gut in Rosenheim und wo gibt es Ihrer Meinung noch Verbesserungspotenzial?

Burkl: In Bezug auf den Handel sehe ich die Entwicklung positiv, man findet immer mehr Fairtrade-Produkte in den Geschäften. Auch der Verkauf von fairen Waren in Kirchengemeinden nimmt stetig zu. Das Thema Nachhaltigkeit ist immer stärker präsent, vor allem bei der jungen Generation. Wenn wir in den nächsten Jahren noch die faire Beschaffung von Verbrauchsgütern durch die öffentliche Hand steigern können, sind wir auf einem guten Weg. Wenn sich uns die Frage stellt, kaufen wir fair oder anders, sollte die Antwort sein: Natürlich kaufen wir fair, was sonst. Dann haben wir als Fairtrade-Stadt Rosenheim unser Ziel erreicht.

Mehr zum Thema

Kommentare