Nach Streit von Freundin angeschwärzt: 34-Jähriger in Rosenheim wegen Hanfplantage vor Gericht

Weil er Hanf für den Eigenbedarf angebaut hatte, musste sich jetzt ein 34-Jähriger in Rosenheim vor Gericht verantworten.
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Weil er Hanf für den Eigenbedarf angebaut hatte, musste sich jetzt ein 34-Jähriger in Rosenheim vor Gericht verantworten.
  • vonTheo Auer
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Weil er in seiner Wohnung Hanf für den Eigenbedarf angebaut hatte, musste sich jetzt ein Mann (34) aus Österreich vor Gericht verantworten. Aufgeflogen war die Drogenplantage, nachdem der 34-Jährige mit seiner Freundin in Streit geraten war und diese ihn daraufhin bei der Polizei anschwärzte.

Rosenheim − Der 34-jährige Staplerfahrer aus Österreich hatte eine Anstellung bei der Deutschen Bahn und eine Freundin in Rosenheim gefunden, nachdem er in den vergangenen Jahren beruflich verschiedenen Arbeiten nachgegangen war. So war der Mann unter anderem als Maler in Wien, als Monteur auf einer Bohrinsel oder als Lagerist in Deutschland tätig.

Seit seinem 13. Lebensjahr dem Haschisch verfallen

Weil er aber seit seinem 13. Lebensjahr regelmäßig Haschisch konsumierte, kam er immer wieder mit den Gesetzen in Konflikt – sowohl in Deutschland wie auch in Österreich. Irgendwann hatte er beschlossen, die Drogen für den Eigenbedarf selbst zu produzieren. Die Hanfsamen und die dazugehörige Ausstattung besorgte er sich im Internet und installierte auf dem Balkon der Wohnung, die er mit seiner Freundin zusammen in Rosenheim bewohnte, eine Aufzuchtanlage. Nach einem heftigen Streit schwärzte ihn die damalige Freundin bei der Polizei an, was den 34-Jährigen letztlich in Untersuchungshaft brachte.

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Sechs Pflanzen hatte er so erfolgreich aufgezogen, dass sie bei der späteren Überprüfung durch die Ermittler einen THC-Gehalt von zehn Prozent aufwiesen. Was für selbstgezogene Hanfpflanzen ein hoher Prozentsatz sei, wie ein Experte vor Gericht erklärte.

Das Vergehen hatte den Mann letztlich auch seine Arbeitsstelle gekostet, wobei er aber als Staplerfahrer schnell wieder eine neue Anstellung fand. Zudem wandte er sich an die Rosenheimer Drogenhilfe Neon, bei der er nicht nur Beratungssitzungen besuchte, sondern mit deren Hilfe er auch eine ambulante Entzugstherapie beantragte.

Der forensische Gutachter, Psychiater Rainer Gerth aus dem Innsalzach Klinikum, führte dazu vor Gericht aus, dass dem Angeklagten durchaus zuzutrauen sei, mit Hilfe einer ambulanten Therapiemaßnahme aus dem Teufelskreis der Drogenabhängigkeit zu entkommen. Eine geschlossene Maßregelvollzugsmaßnahme könne insoweit durchaus zur Bewährung ausgesetzt werden. Allerdings sei eine verminderte Schuldunfähigkeit nicht zu unterstellen.

Positives „Nach-Tat-Verhalten“

Der Staatsanwalt sah bei dem Angeklagten zwar eine deutliche kriminelle Energie, allerdings weise dessen „Nach-Tat-Verhalten“ darauf hin, dass man ihm eine positive Sozialprognose unterstellen könne. Deshalb könne man hier eine Strafe von 24 Monaten Gefängnis und den Maßregelvollzug unter strengen Auflagen zur Bewährung aussetzen.

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Die Verteidigerin, Rechtsanwältin Sabine Distel, verwies darauf, dass ihr Mandant ganz offensichtlich durch die Untersuchungshaft mächtig beeindruckt sei, sodass er von sich aus den Weg zur Therapie eingeschlagen habe. Sie beantragte eine Haftstrafe von 18 Monaten auf Bewährung.

Das Schöffengericht wies in seiner Urteilserklärung darauf hin, dass dies hier „eine letzte Chance“ für den Angeklagten sei. 21 Monate Haft und geschlossene Therapie lautete letztlich das Urteil. Wie beantragt wurde die Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt. Allerdings mit Bewährungshelfer, Führungsaufsicht und einer Reihe von strengen Maßnahmen, die dem Verurteilten helfen sollen, in ein drogenfreies Leben zurückzufinden.

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