Nach SPD-Antrag: Rosenheim will die Mitarbeiter der Romed-Kliniken finanziell unterstützen

Die Mitarbeiter der Romed-Kliniken sollen von der Stadt Rosenheim bald finanziell unterstützt werden. Schlecker

Auch im Rosenheimer Rathaus ist seit dem Beginn der Corona-Krise nichts mehr so, wie es war. Das wurde bei der jüngsten Sitzung des sogenannten Pandemie-Rats deutlich, dem einige, aber nicht alle Stadträte angehören. Ein Überblick über die gefassten Beschlüsse.

Rosenheim – Die Stadt Rosenheim will ein Zeichen setzen und die Mitarbeiter des Rosenheimer Klinikums finanziell unterstützen. Vorausgegangen war dieser Entscheidung ein Eilantrag der SPD-Stadtratsfraktion. Darin hatte die SPD vorgeschlagen, dass jeder Romed-Mitarbeiter „eine Zulage in Höhe von jeweils 300 Euro erhält“ und zwar vorerst für die Monate März und April. „Wir wollen damit unseren Dank und Respekt ausdrücken und zeigen, dass es nicht nur beim Applaus bleibt“, sagte SPD-Stadtrat Abuzar Erdogan während der Sitzung.

Geschäftsführer der Romed-Kliniken freut sich über Antrag

Erfreut über das Vorhaben zeigte sich Dr. Jens Deerberg-Wittram, der Geschäftsführer des Romed-Klinikums, der ebenfalls an der Sitzung teilnahm. Bereits jetzt würden auf Bundesebene verschiedene Modelle und Lösungen diskutiert, um die Arbeit der Mitarbeiter zu honorieren.

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Er gab aber auch zu bedenken, dass eine solche Entscheidung gut durchdacht werden müsse. So könnten beispielsweise nicht nur die Mitarbeiter der Rosenheimer Klinik finanziell unterstützt werden.

Auch Mitarbeiter in Prien, Wasserburg und Bad Aibling sollen unterstützt werden

Auch für die Mitarbeiter in Prien, Wasserburg und Bad Aibling sei die „Belastung sehr hoch“. „Es muss eine übergreifende Lösung für alle Kliniken gefunden werden“, sagte er. Bei insgesamt 3 200 Mitarbeitern komme es somit schnell zu Zulagen in Millionenhöhe. Zudem gab Deerberg-Wittram zu bedenken, dass auch die Dauer der Corona-Pandemie nicht absehbar sei. Somit müsse genau festgelegt werden, wie lange, und in welcher Höhe die Zulagen gezahlt werden sollen.

„Geld soll nicht sinnlos verpulvert werden“

Auch sei zu überlegen, ob jeder Romed-Mitarbeiter finanzielle Hilfe bekommen sollte. „Wir haben Verwaltungsmitarbeiter im Homeoffice“, sagte Deerberg-Witram. Diese seien nicht den gleichen Belastungen ausgesetzt wie ein Mitarbeiter auf der Corona-Intensivstation. „Wir wollen die Mitarbeiter nicht frustrieren, aber auch nicht sinnlos Geld verpulvern“, sagte er. Diese Punkte müssten geklärt werden, bevor man dem Aufsichtsrat eine „tragfähige Lösung“ vorschlage.

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Im jüngsten Pandemie-Rat wurde einvernehmlich festgelegt, dass die Geschäftsführung der Romed-Kliniken ein entsprechendes Konzept entwickelt. „Für eine Zulage an die Mitarbeiter ist formal der Aufsichtsrat der Romed-Kliniken zuständig“, sagt Pressesprecher Thomas Bugl. Der Antrag sei in diesem Gremium, dem paritätisch auch Mitglieder des Kreistags angehören, weiter zu behandeln.

Ebenfalls diskutiert: Dringlichkeitsantrag der Grünen

Ebenfalls diskutiert haben die Stadträte einen Dringlichkeitsantrag der Stadtratsfraktion der Grünen. Die Fraktion hatte darum gebeten, dass die Stadt Rosenheim „mit den Partnerstädten in Kontakt tritt“. Es sei gerade in diesen Zeiten wichtig, dass „die Freundschaft und der europäische Zusammenhalt“ gepflegt und Unterstützung angeboten würden.

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Einstimmig beschlossen die Stadträte im Pandemie-Rat daher, die drei Partnerstädte – soweit möglich – auf offiziellem Weg zu kontaktieren und Hilfe anzubieten. „Aber auch für uns ist es schwierig, an Schutzmaterial und Beatmungsgeräte zu kommen“, sagte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU). Anna Heise

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