Aufbruchsstimmung im Einzelhandel: Rosenheimer Geschäfte öffnen ihre Pforten wieder

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Auch im Marc O‘Polo hat man sich mit Desinfektionsmittel und Abtrennungen für die Wiedereröffnung gerüstet; hier Inhaber Stefan Glocker.
  • Heidi Geyer
    vonHeidi Geyer
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Aufbruchsstimmung im Einzelhandel: Rosenheimer Geschäfte öffnen ihre Pforten wieder

Rosenheim – Die treuen Kunden waren da, haben sich nach langer Durststrecke modetechnisch eingedeckt – und deshalb ist Stefan Glocker, Inhaber dreier Bekleidungsgeschäfte in der Rosenheimer Innenstadt (Marc O’Polo Herren und Damen sowie Böck-Herrenmode), am ersten Tag nach der langen Zwangspause auch verhalten optimistisch. „Immerhin war gleich zu Beginn ein wenig Kundschaft da“, zieht er eine erste, vorsichtige Bilanz.

Rosenheimer Läden sind gerüstet

„Ich denke aber, dass es dauert, bis sich die Menschen an die Maskenpflicht gewöhnt haben“, sagt Glocker, der sich in seinen Läden entsprechend den Hygienevorschriften gerüstet, und Trennwände sowie Desinfektionsmittelspender aufgestellt hat. Seine Hoffnung: Dass es bald normal weitergehen kann – und mehr Kunden kommen.

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Nach dem Corona-Lockdown kaufen Rosenheimer gezielt

Auch im Sportgeschäft Intersport Siebzehnrübel „rennen die Leute nicht die Türen ein“, wie Filialleiter Alexander Kneissl berichtet. Aber: „Die Kunden kommen und kaufen ganz gezielt, was sie brauchen“, sagt er. Im Moment gefragt: vor allem Laufausrüstung und Wanderschuhe. „Es kommt allerdings niemand, um sich einfach mal ein wenig umzuschauen“, erzählt Kneissl.

Großer Andrang am Wochenende nach Corona-Einschränkung?

Doch: Das Geschäft laufe langsam wieder an, freut er sich. „Auch, wenn der erste Tag nicht der Renner war.“ Er schätzt, dass es zum Ende der Woche hin besser wird. „Ich denke, dass der Andrang am Samstag etwas geballt kommt, da wir am Freitag den Feiertag haben. Dafür sind wir auf alle Fälle gerüstet“, betont Kneissl.

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Maskenpflicht kein Problem in Rosenheimer Läden

Die Frage wie es wohl am ersten Tag nach der Schließzeit laufen werde, hat Veronika Zimmermann (24) von Bensegger Schreibwaren eine kurze Nacht beschert, wie sie gestern im Gespräch verriet: „Ich hab ziemlich schlecht geschlafen. Aber es läuft zum Glück gut.“ Sie freut sich, dass sich die Menschen an die Vorkehrungen halten und freundlich sind. Viel Geduld sei bei allen gefragt.

Nach Corona-Lockdown: Toilettenpapier neben Schreibwaren

Ein Teil des Geschäfts ist überdies abgetrennt. Dort wird nur auf Anfrage bedient. Insgesamt, zog Zimmermann eine erste Bilanz, sei das Geschäft deutlich weniger als vor Corona. Und auch das Sortiment hat sich geändert. Für viele Kunden erst mal ungewohnt: In der Papeterie gibt es neben vielerlei Schreibwaren nun auch Toilettenpapier. Was viele nicht wissen: „Im Großhandel bieten wir das schon lange an. Und nun eben auch im Laden.“

Neben Toilettenpapier verkauft Bensegger außerdem Desinfektionsmittel, Handschuhe und Mund-Nasen-Masken. „Alle diese Produkte sind derzeit sehr gefragt“, sagt Veronika Zimmermann. Anders als Bensegger hat Paul Unterseher in seinem Trachtengeschäft keine Produktanpassung vorgenommen: „Bei uns gibt es die aktuelle Frühjahrs- und Sommermode.“

Für Paul Unterseher war es ein schönes Gefühl, am Montag den Laden zu öffnen, trotz geringer Erwartungen: „Dass es heute eher ruhig wird, war uns bewusst.“ Einige Kunden seien auch schon da gewesen, obwohl der Markt für Trachten insgesamt unter der Situation leide. Der Onlinehandel als Konkurrenz macht ihm indes weniger Sorgen, vielmehr die Frage nach der Gelegenheit, eine Tracht zu tragen: „Es sind die Volksfeste, aber eben auch die Familienfeiern und die Hochzeiten, die uns fehlen.“

Lippenstift und Make-up gefragt

Wenig Anlässe auch für ein aufwendiges Make-up und ausgefallene Düfte? „Ganz im Gegenteil“, sagt Susanne Huber (39) von der Parfümerie Wiedemann. Sogar Lippenstift habe sie schon verkauft, wenn auch unter besonderen Vorkehrungen. „Die Tester bei Lippenstift werden in Alkohol desinfiziert und können dann auf der Hand ausprobiert werden.“ Auch Make-up werde auf Teststreifen oder in Petrischalen abgefüllt und könne dann auf der Haut getestet werden. Überall hängen Schilder, dass man nicht selbst, sondern nur mithilfe einer Verkäuferin testen darf. Der Renner zu Mundschutzzeiten? Auf die Augen käme es an: „Wimperntusche ist der Renner“, sagt Huber.

Vorsichtig optimistisch zeigt sich auch Sabrina Obermoser, Geschäftsführerin City Management, in ihrer Bilanz nach Tag eins der Wiedereröffnung: „Das Geschäft ist noch verhalten angelaufen. Positiv ist auf jeden Fall, dass die Betriebe gut gerüstet sind. Die Kunden können sich sicher fühlen. Im Moment sind vor allem Stammkunden unterwegs oder Menschen, die gezielt etwas kaufen wollen. Der gemütliche Bummel ist es momentan noch nicht.“

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