Mutmach-Aktion: Schüler der Prinzregentenschule malen Bilder für die Menschen in Rosenheim

Sophia (10) aus der 4d hat sich besonders viel Mühe gegeben. Ihr Bild zeigt ihre Lehrerin und die Mitschüler.
  • Anna Heise
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Der Förderverein der Prinzregentenschule in Rosenheim hat seine Schüler dazu aufgerufen, Bilder zu malen. Um ein Zeichen zu setzen, um zu zeigen, dass die Schulgemeinschaft stärker ist als das Virus. Eine Geschichte über Hoffnung, Kreativität und auch darüber, warum Corona aussieht wie eine Spinne.

Rosenheim – Der Frühling kann kaum fröhlicher gemalt sein. Die Sonne leuchtet in einem satten Gelb, nur zwei kleine Wolken hängen am Himmel. Eine Biene schwirrt munter um den Osterhasen, der in jeder Hand einen Korb trägt, gefüllt mit blauen und lilafarbenen Eiern. Es ist ein Bild, das jedem Betrachter ein Lächeln aufs Gesicht zaubern muss. Gemalt von der neunjährigen Magdalena Bagi. „Ich will den Menschen eine Freude machen“, sagt sie. Und hat sich dafür extra viel Mühe gegeben.

Coronavirus sieht aus wie eine Spinne

Auch Lilli Horn aus der 4c hat ein Bild gemalt, ein nachdenklicheres. Sonne und Osterhasen gibt es bei ihr nicht. Dafür ein Mädchen mit langen blonden Haare. Es trägt einen grünen Pullover, dazu einen pinkfarbenen Rock. Über den Kopf des Mädchens hat Lilli Horn eine Gedankenblase gemalt, mit sieben Köpfen. „Sie denkt an ganz viele andere Menschen“, sagt die Viertklässlerin.

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Auf der linken Seite des Bildes ist das Coronavirus abgebildet. Blauer Körper, 20 rote Beinchen. Es erinnert an eine Spinne. „Ich will mit meinem Bild zeigen, dass wir gemeinsam stärker sind als das Virus“, sagt Lilli Horn.

30 Kinder und viele kreative Motive

Es sind zwei von rund 30 Bildern, die in den vergangenen Tagen im Postfach des Fördervereins eingegangen sind. „Mit so viel Resonanz habe ich nicht gerechnet“, sagt Gerhard Jauernig (58). Der Rosenheimer ist seit einem halben Jahr der Vorsitzende des Vereins, hatte die Idee mit den Bildern.

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„Es war einfach mal wieder Zeit für etwas Positives“, sagt er. Also schrieb er eine Rundmail an die Eltern der 420 Schüler. „Auch wenn wir zurzeit getrennt sind, sind wir in Gedanken bei jedem einzelnen unserer Schulgemeinschaft“, formulierte er. Er forderte Kinder und Eltern auf, Bilder zu malen. Sei es Ostergrüße, einen „Corona-Helden-Gruß“ oder eine Motiv, das zeigt, wie die Kinder Corona sehen. Schon am nächsten Tag bekam er die ersten Bilder zugeschickt.

„Auf Distanz sind wir stärker“

Da ist zum Beispiel das Bild von Alessia Koray aus der 2d. Die Achtjährige hat gemeinsam mit ihrer Vater Mutlu an dem Projekt gearbeitet. Er hat skizziert, sie kümmerte sich um das Ausmalen. Auf dem Bild zu sehen ist ein Osterhase, der einen Mundschutz trägt. Dazu Häuser, Menschen und ein gelbes Coronavirus, das eine Brille trägt. „Corona ist aggressiv und stark. Aber auf Distanz sind wir zusammen stärker“, steht oben links geschrieben. Mit rotem Filzstift. Die Botschaft einer Neunjährigen, die deutlicher nicht sein könnte.

Osterkarten für die Familie

Auch der kleine Max Dandlberger hat ein Bild gemalt. So fröhlich der Osterhase aussieht: Umso trauriger ist die Nachricht, die direkt darunter steht: „Frohe Ostern, ich vermisse meine Freunde.“

Auch die Geschwister Valentin (6) und Raphael Hack (10) vermissen ihre Freunde, finden die momentane Situation „doof“. Um sich die Zeit zu vertreiben, haben sie Osterkarten für die Familie gebastelt.

Mit Aktion einen Nerv getroffen

„Ich finde die Aktion des Fördervereins toll. Man bleibt auf diese Weise weiterhin in Verbindung und ist Teil der Gemeinschaft“, sagt Mutter Gabriele.

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Ein Lob, über das sich Initiator Gerhard Jauernig freut. „Wir haben mit der Aktion einen Nerv getroffen“, ist er sich sicher. Und so denkt er schon jetzt darüber nach, ob es so etwas nicht öfter geben sollte. Auch nach der Corona-Krise. Die Bilder würden wohl ein bisschen anders aussehen. Ein Coronavirus mit zwanzig Beinchen und einer Brille würde es dann eben nicht geben.

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